Das K - Der Tiroler Podcast für Kunst und Kultur

Kultur.Tirol

Von MusikerInnen über SchauspielerInnen bis zum Bestseller-Autor: In diesem Interview-Podcast treffen sich Klaus Brunner und Benjamin Stolz mit den kreativsten Köpfen Tirols. Was treibt sie an? Wo stoßen sie auf Widerstände? Wie sieht ihr Alltag aus? Es kommen jene zu Wort, die in Tirol Kunst machen und die dafür verantwortlich sind, dass die Kultur in diesem Land lebt.

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Wenn Tereza Hossa nicht gerade als Tierärztin von Bauernhof zu Bauernhof tingelt, ist sie auf Österreichs Kabarettbühnen unterwegs. Die junge Tirolerin nennt sich eine „gottverdammte Lebefrau“ und liebt es, klassische Geschlechterrollen umzudrehen – derbe Sprache inklusive. Dafür erntet sie sowohl Kritik als auch Applaus. Dass Tereza Hossa schlagfertig ist, zeigt sich, als wir die sympathische Lebefrau in einem kleinen Tonstudio in Innsbruck treffen. Pünktlich auf die Minute und mit einem „Schmäh“ auf den Lippen begrüßt sie uns. Als Mitzwanzigerin ist sie im österreichischen Vergleich ein junges Küken in der Kabarett-Szene, zumal es laut Hossa vor allem Männer fortgeschrittenen Alter seien, die auf der Bühne stehen. „Ich habe da keine Probleme, da diese „sexy old men“ alle in mich verliebt sind. Irgendwie habe ich eine Schwäche für ältere Männer, vielleicht habe ich ein Helfersyndrom“, sagt sie im Interview. Jeder zweite Satz strotzt vor Ironie und ist dabei völlig ernst gemeint. Ihr Kabarettprogramm bietet feinsten schwarzen Humor, gepaart mit Passagen in derbem Tiroler Dialekt, denn Tereza nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Das trifft allerdings nicht jeden Geschmack, schon oft musste die studierte Tierärztin Kritik einstecken. Vor allem für ihre Videokolumne, die bis vor kurzem in der Tageszeitung „Der Standard“ erschien, wurde sie im dazugehörigen Online-Forum kritisiert. Da ist es hilfreich, wenn man sich ein dickes Fell zulegt. „Es ist generell so, dass Menschen einem solche Dinge nie persönlich sagen würden, die sie ins Internet schreiben. Aber wenn man mich kreativ beleidigt, kann mir das auch Freude bereiten,“ sagt Hossa. Geboren wurde Tereza Hossa 1995 in Australien, aufgewachsen ist sie in Tirol und derzeit lebt sie in Wien. Schon früh hatte Tereza Hossa – die eigentlich Teresa Hoser heißt – den Drang auf die Bühne zu gehen. Ihre ersten Schritte zur Bühnenkarriere hat die schlagfertige Kuhliebhaberin beim Poetry Slam gemacht, seit 2019 tourt sie mit ihrem ersten Solo-Kabarettprogramm „Abenteuer“ durch den deutschsprachigen Raum. Außerdem schreibt sie für das Satireportal „Die Tagespresse“ und betreibt die Podcasts „Man lernt nie aus“ und „Axolotl & Co". Sowohl auf der Bühne als auch in ihren Texten verfolgt die junge Künstlerin das Ziel, überholte Geschlechterrollen ein Stück weit hinter sich zu lassen. Weiterführende Links || Tereza Hossa: www.terezahossa.at | Podcast "Man lernt nie aus": https://open.spotify.com/show/0kn1vbUqm201kszYv18AUI | Podcast "Axolotl & Co": https://open.spotify.com/show/6kropNGnm28p8uzZxZKhgw | Hossas Videokolumne: www.derstandard.at/story/2000124115996/hossafreunderlwirtschaft | Satireportal "Die Tagespresse" www.dietagespresse.com

Dec 1

24 min 23 sec

Christina Mölk schafft Raum für Konzerte, Open-Mic-Sessions und Poetry Slam in Innsbruck. Vor über zehn Jahren gründete sie mit Freunden „Die Bäckerei-Kulturbackstube“ in der ehemaligen Großbäckerei ihrer Uroma, der MPreis-Vorfahrin Therese Mölk. Als ob das nicht genug wäre, gibt sie mit dem „UND-Heft“ ein papiergewordenes Kleinod im digitalen Zeitalter heraus. Wir haben einen Interviewtermin mit Christina Mölk in der „Bäckerei“, wo wir sie zunächst aber gar nicht finden können. Ein Mann an der Bar meint, er kenne Christina Mölk leider nicht und wisse daher nicht wo sie sei. Ein Indiz für das, was sich in unserem Gespräch bestätigen wird: In ihrer Arbeit geht es Christina Mölk vielmehr um das Gemeinsame und die Sache, als um die eigene Person. Wir treffen sie schließlich an der Treppe an und gehen zum Gespräch in ein Büro, in welchem ihr Großvater einst die Geschicke des MPreis-Konzerns lenkte. Christina Mölk erzählt uns vom Zauber des Anfangs der „Kulturbackstube“ und vom großen Lernprozess, der auf den Zauber folgte. Wir erfahren warum sie – eigentlich eher Großstadtmensch – doch in Innsbruck geblieben ist und wie hierarchiefreie Zusammenarbeit funktionieren kann. Dort wo Jahrzehnte lang die Backöfen des Familienbetriebs glühten und täglich tausende Brotlaibe produziert wurden, baute Christina Mölk gemeinsam mit zwei Freunden Die Bäckerei - Kulturbackstube auf. Eine Location, die aus der Innsbrucker Kulturszene heute nicht mehr wegzudenken ist. Konzipiert als „Raum für möglichst viele, die sich einbringen können“, finden in der Bäckerei heute Publikumslieblinge wie der Bäckerei Poetry Slam oder die Open-Mic-Night statt. Außerdem bietet die Bäckerei Raum für Workshops, Vernissagen oder Kunsthandwerksmärkte. Seit langem ein wichtiger Player in der Tiroler Kultur, bleibt Christina Mölk doch lieber im Hintergrund. Auch unsere Interview-Anfrage lehnt sie zunächst ab, weil sie aktuell mit ihrem zweiten Kind in Karenz ist. Ein Mann würde hier keine Sekunde überlegen, meint ihre Schwester. Stimmt eigentlich, findet Christina und nimmt sich dann doch eine Stunde lang Zeit für „Das K“. Wenn es um unternehmerischen Mut geht, ist Uroma Therese ein Vorbild für Christina Mölk. Vom ursprünglichen Plan, die Kulturbackstube für nur zwei Abende pro Woche zu öffnen, kam das Gründungsteam schnell ab, da es schlicht vom Andrang überrollt wurde. Seitdem ist die Bäckerei täglich, teils doppelt, für Veranstaltungen gebucht. Zwei Jahre lang gab es für Christina und ihre Kolleg:innen nichts anderes als die „Bäckerei“ – sieben Tage pro Woche. Eine Zeit, die Christina Mölk heute rückblickend als „einen totalen Zauber“ beschreibt. Schließlich vergrößert die Bäckerei ihr Team, behält aber eine hierarchiefreie Zusammenarbeit bei. Alle sollen sich identifizieren, alle sollen sich einbringen und mitgestalten. Der Arbeitsalltag zwischen Struktur und kreativem Freiraum wird zur Herausforderung für Christina Mölk und ihre Kolleg:innen. Wie sie diesen Lernprozess meistert, hört ihr im Podcast. „In Zeiten wie diesen, ist es umso wichtiger, sich auszutauschen. Es gibt so viele ‚Wahrheiten’ mittlerweile. Nur durch Austausch kann man diese Konflikte vermeiden.“ Im ehemaligen Büro ihres Opas, dem einstigen Chef der Großbäckerei Therese Mölk und später des MPreis Konzerns arbeitet Christina gerade an der neuesten Ausgabe des UND-Heftes – einem Magazin zum Mitmachen. Zu einem grob vorgegebenen Thema werden Kurzgeschichten, Fotostrecken oder wissenschaftliche Texte gesammelt. Die Vorgabe ist einfach: Nur abdruckbar muss es sein. Ein Printmagazin im digitalen Zeitalter findet Christina Mölk wichtig, um in den Austausch zu kommen, um „etwas in der Hand zu haben“. Weiterführende Links: www.diebaeckerei.at | www.undheft.at | www.therese-moelk.at | baeckereipoetryslam.wordpress.com

Oct 30

24 min 14 sec

Die Castañedas bestechen durch ihre Kreativität – jeder auf seine eigene Weise. Während Gabriel vor allem als Drehbuchautor und durch Figuren wie die Engel-Matrix-Heilerin Pvroni Schmiederer-Pechtl bekannt ist, konzentriert sich Donauwellenreiter-Gründungsmitglied Thomas auf die Musik und veröffentlicht demnächst als VÉLVEZ sein erstes Soloalbum. Die Brüder Gabriel und Thomas Castañeda wachsen im 1.300-Seelen-Dorf Grins auf. Ihre Familie beschreiben die beiden als „eigenbrötlerisch“, besonders der aus Mexiko stammende Vater hat einen recht außergewöhnlichen Zugang zur Musik: „Der Papa schert sich nicht um Konventionen wie Rhythmus oder Tonlage. Er suggeriert dem Publikum aber, dass der Begleiter da in den Gatsch gegriffen hat, und nicht er selbst.“ Gemeinsam musiziert wird im Haus der kreativen Familie aber ohnehin eher selten. Die Karriere von Gabriel und Thomas Castañeda beginnt mit einem ausrangierten Keyboard. Es folgen Musikunterricht und erste – nicht ganz freiwillige – Auftritte. Während Thomas das Rampenlicht eher scheut, hasst Gabriel die Auftrittsabende, weil er nicht ausreichend geübt hat. „Das verbindet uns schon, die gemeinsame Faulheit, Dinge zu üben.“, erzählt uns Gabriel. Thomas bleibt trotzdem am Ball, lernt auch das Orgelspiel und schließt später sein Musikstudium ab. Gabriel hingegen geht mit seiner Kreativität andere Wege: „Sprache ist meine Ausdrucksform, nicht die Musik.“ So probiert er sich schon während der Schulzeit auf verschiedenen Bühnen und lernt so seinen späteren Mentor Uli Brée kennen. Brée lehrt Gabriel das Drehbuch-Schreiben und stellt für ihn Kontakte zu namhaften Produktionsfirmen her. Engagements für „Universum“, Hansi Hinterseer und „Bergwelten“ folgen. „Das ist jetzt keine Raketenwissenschaft. Aber im Detail ist es dann doch nicht so leicht, wie man meint. Massenunterhaltung ist immer schwierig, weil immer etwas außergewöhnlich sein soll und trotzdem immer gleich.“, erzählt uns Gabriel von einem seiner vielen Standbeine. Nach der Schule, zieht es Thom nach Wien. Dort gründet er die Band „Donauwellenreiter“, mit der er erfolgreich durch Europa tourt, Kritiker:innen begeistert und Preise gewinnt. Nach Jahren er wieder nach Tirol zurück. „Mit 18 musste ich vom Land weg in die Stadt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich die Stadt, so wie ich sie damals gebraucht habe, heute nicht mehr brauche.“ Seinen Bruder Gabriel hingegen hat das Fernweh nie geplagt: „Ich bin sehr verwurzelt hier, habe viele Freunde, enge Freunde. Ich wollte nie weg.“ Nur in London würde der Grinner gern leben- wenn er reich wäre. „Mit den Gags, die die Engländer auf der Bühne machen, könntest du bei uns nie auftreten.“ Wo für ihn die Grenzen des guten Geschmacks liegen, erzählt erzählt er uns im Podcast. So viel vorweg: Beleidigen will er mit seiner Kunst nicht, aber klarmachen, wie nahe manche Themen an unser aller Alltag liegen, schon. Außerdem sprechen wir in dieser Folge von „Das K“ über katastrophale Auftritte, neue Projekte, wie die beiden Brüder Erfolg definieren und was ein gutes Leben für sie ausmacht. Wir erfahren mehr über ihre Schulzeit und wie Gabriel nach „gefühlten 17 Mal durchfallen“ doch noch einen guten Abschluss geschafft hat. Über die Pandemie wird natürlich auch gesprochen und wieweit die Castañedas auch Inspiration aus dieser Zeit gewonnen haben. Weiterführende Links Alle Folgen von Das K: www.tirol.at/podcast und überall, wo es Podcasts gibt. Gabriel Castañeda | www.castaneda.tv | Castañeda auf kultur.tirol www.tirol.at/blog/b-kulturleben/kabarett-mit-gabriel-castaneda | Castañeda auf blog.tirol https://www.tirol.at/blog/magazin/zukunft-kabarett || Thomas Castañeda | www.thomcastaneda.com | www.velvez.net | www.donauwellenreiter.com || Künstler | Uli Brée de.wikipedia.org/wiki/Uli_Br%C3%A9e || Orte | www.tirol.at/a-grins | www.tirol.at/a-landeck | www.tirol.at/orte/a-stanton-am-arlberg | Tiroler Oberland im Tälerportrait www.tirol.at/blog/b-kulturleben/oberinntal

Oct 1

31 min 12 sec

Opernregisseur, Rallye-Fahrer, Dancing-Star, kritischer Geist und Familienmensch sind nur einige der Rollen, die das Leben von Gregor Bloéb bestimmen. Was mit der „Piefke Saga“ 1990 begonnen hat, führte zu Rollen beim Salzburger Jedermann und brachte ihm schließlich den Nestroy-Theaterpreis ein. Wir unterhalten uns mit dem Tausendsassa über Erfolg, brüderliche Konkurrenz und der Kunst, nichts zu tun. Als Sohn von Wally und Harry Bloéb in Innsbruck geboren, wächst Gregor mit drei Brüdern auf. Rivalitäten sind da programmiert: „Wir sind vier Buben und da ist jeder Halbsatz eine competition…man lebt ja nur davon und dafür. Aber alles im spielerischen lockeren Bereich“, erzählt uns Bloéb im Interview. Einer der Brüder ist Schauspiel-Star Tobias Moretti. Dass die brüderliche Konkurrenz ihrer Beziehung keinen Abbruch getan hat, beweisen zahlreiche gemeinsame Projekte. Schon in den 1990er-Jahren stehen Bloéb und Moretti gemeinsam vor der Kamera für Felix Mitterers „Piefke Saga“. 2013 nehmen sie gemeinsam auf Enduro-Maschinen am Africa Eco Race teil, das sie mit dem 7. und dem 10. Platz erfolgreich beenden. Wie es ihm mit dem Rollenwechsel vom Schauspieler zum Extremsportler gegangen ist und welche Hürden er dabei meistern musste, berichtet uns Gregor Bloéb im Podcast. Den heißen Wüstensand haben die beiden Brüder heute wieder längst gegen die Bühnenbretter getauscht, zuletzt waren sie 2019 und 2020 gemeinsam beim „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen zu sehen. Aufmerksamkeit wird Bloéb, der Träger mehrerer prestigeträchtiger Preise ist, aber nicht nur wegen seiner künstlerischen Erfolge zuteil. Immer wieder äußert er sich kritisch zu den Maßnahmen während der Corona-Pandemie und wird dafür auch kritisiert. Wir unterhalten uns mit Gregor Bloéb außerdem über Kindererziehung und warum sein Vater nicht wusste, welche Klasse er besuchte, über Lieblingsplätze rund um seinen Wohnort Pfaffenhofen, Schmerz und lebenslange Freundschaften, welche Rolle das Innsbrucker Kellertheater in seinem Leben spielte und wie er zu seiner Berufung fand. Der Schauspieler erzählt uns, was Erfolg für ihn bedeutet und was sich mit dem Alter für ihn verändert hat: „Ich genieße es, in den Tag zu hineinzuleben und nichts zu tun, das kann ich mittlerweile supergut. Auch nur mit mir selbst zu sein, kann ich fantastisch. Aber das ist natürlich alles viel einfacher und leichter im Alter.“ Weiterführende Links Gregor Bloéb agenturkelterborn.com/GREGOR-BLOEB | Gregor Bloéb auf Facebook www.facebook.com/GregorBloeb | Tobias Moretti www.moretti.at | Josephine Bloéb de.wikipedia.org/wiki/Josephine_Blo%C3%A9b | Nina Proll de.wikipedia.org/wiki/Nina_Proll | Heinz Kinigadner de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Kinigadner | Felix Mitterer de.wikipedia.org/wiki/Felix_Mitterer || Preise | Nestroy-Preis www.nestroypreis.at/show_content2.php?s2id=99 | Ehrenpreis Land Tirol www.tirol.gv.at/meldungen/meldung/tirol-und-suedtirol-zeichnen-12-verdiente-persoenlichkeiten-aus || Theater, Stücke, Festspiele und Veranstaltungen | Kellertheater Innsbruck www.kellertheater.at | Tiroler Landestheater www.landestheater.at/produktion/die-zauberfloete | Salzburger Festspiele www.salzburgerfestspiele.at | Africa Race de.wikipedia.org/wiki/Africa_Eco_Race | Piefke Saga de.wikipedia.org/wiki/Die_Piefke-Saga || Videos und Filme | Gregor Bloéb bei „Verstehen Sie Spaß“ www.youtube.com/watch?v=5GyLh4pjGD0 | Africa Race – der Film www.tyrolia.at/item/Africa_Race_-_Zwei_Brueder_zwischen_Pari/21846521 | Piefke Saga wagnersche.at/item/Piefke_Saga_ORF_Edition//32134954 || Orte | Pfaffenhofen www.tirol.at/a-pfaffenhofen | Wanderung Hohe Munde https://www.seefeld.com/a-hohe-munde-2592-m

Sep 1

24 min 21 sec

Florence Arman wurde schon gefeiert, als sie noch keinen Song veröffentlicht hatte. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die in Tirol aufgewachsene Britin als Songwriterin bereits für bekannte Künstler:innen Lieder schrieb. Spätestens seit der Veröffentlichung ihrer EP “Out of the Blue” gilt sie als Hoffnung der heimischen Popmusik – Grund genug, der Musikerin ein paar Fragen zu stellen. Sie hat bereits für Conchita Wurst, Lena Meyer-Landrut, The Kooks oder G Flip geschrieben – jetzt hat sich Florence Arman dafür entschieden, unter ihrem Klarnamen Songs zu veröffentlichen. Herausgekommen ist die fantastische EP “Out of the Blue”, die ihr nicht nur Aufmerksamkeit des Radiosenders FM4, sondern auch einer kleinen Fangemeinde eingebracht hat. Das Musikmachen ist der 26-Jährigen in die Wiege gelegt. Nahezu die gesamte britisch-österreichische Familie Arman ist im Musikbusiness tätig. Im Gespräch erzählt uns Florence, wie man Songs schreibt, was ein gutes Frühstück ausmacht und warum der Kuchen in England einfach besser schmeckt. Wir erreichen Florence über Skype aus Wien, wo der heißeste Tag des Sommers die Menschen schwitzen lässt. Hitzefrei gönnt sich Florence trotzdem nicht, “erst im November”. Immerhin gibt es für die frischgebackene Solo-Künstlerin gerade viel zu tun. Nach der Veröffentlichung ihrer EP “Out of the Blue” auf dem britischen Label AWAL steht jetzt erst einmal ein Festival-Sommer vor der Tür. Florence wurde in England geboren, lebte danach in Tirol, Deutschland und den Niederlanden. Wo fühlt man sich als vielgereister junger Mensch zuhause? “Zuhause ist für mich nicht geografisch festlegbar. Ich fühle mich unter Leuten zuhause, die meine Mentalität und meinen Humor teilen.” Daheim ist Florence gerade in der österreichischen Bundeshauptstadt. In Innsbruck bekommt sie als Songschreiberin nur wenig gebacken – Stichwort: Freizeitstress. Wann die Ideen für Songs kommen, ist Florence selbst oft ein Rätsel: “Mir kommen die Ideen meistens, wenn es am ungünstigsten ist: in der U-Bahn oder in Konversationen.” Am Ende siegt meist die Kreativität. Das gilt auch für Florence’ Lebenslauf. In einer reinen Musiker*innen-Kernfamilie und mit über 60 Cousinen und Cousins, die laut Florence auch alle Musiker*innen sind, erwartete man von der Nachzüglerin zunächst einen sicheren beruflichen Weg. “Ich war die letzte Hoffnung der Familie, dass ich noch einen ordentlichen Beruf erlerne.” Florence arbeitete als Kindergartenpädagogin, begann ein Lehramtsstudium, probierte die Musik schließlich doch aus und blieb dabei. In ihrer Studienzeit lernte sie den in Los Angeles arbeitenden Producer “filous” kennen, der sie seitdem regelmäßig als Schreiberin beauftragt. Auf ihrer Spotify-Seite beschreibt Florence lakonisch ihre alltägliche Routine: Zweimal frühstücken, Musizieren und viel Tee trinken. Wer ihren Lifestyle teilt, ist sich Florence sicher, der braucht keinen Urlaub. “Ich mache meinen Urlaub im Alltag.” In den Worten von Podcast-Kollege Malcolm Gladwell ist Florence Arman künstlerisch eher ein Dylan als ein Cezanne. Das erklärt die Musikerin im Podcast genauer. Auf Instagram zeigt Florence ihren Zugang zur Musik und zu einer Zeitgeist atmenden popkulturellen Ästhetik: gut gekleidet, aber niemals todernst. Mal liegt sie auf einem Foto rückwärts auf einem Pferd, mal wird sie in der Luft schwebend von einem aus einer Frauenhand abgeschossenen Blitz getroffen, und auf einem Foto raucht sie im Jogging-Outfit gleich zwei Zigaretten (hust). Neben guter Musik ist britischer Humor Florence’ persönlicher Exportschlager. Nicht nur dieser, sondern auch der Kuchen schmeckt ihr auf der Insel besser. Dort, nämlich in der Hauptstadt London, will Florence irgendwann leben.

Aug 1

32 min 29 sec

Was machen ein Wiener, ein Bayer und ein Südtiroler in einem Tiroler Schloss? Was wie die Einleitung für einen platten Witz klingt, ist Realität auf Schloss Tratzberg, wo ein internationales Team aus renommierten Restauratoren die kunstvollen Bemalungen des Innenhofs wieder instand setzte. „Wir restaurieren seit 1832, das sind bald 200 Jahre“, erzählt uns Ulrich Goëss-Enzenberg, Besitzer der weithin sichtbaren Trutzburg im Unterinntal, der sich aber eher als Beschützer denn als Eigentümer versteht. Wer Schloss sagt, denkt meistens auch an Hochadel. Nur wurde das Adelsprädikat in Österreich durch den Beschluss des „Habsburgergesetzes“ und des „Adelsaufhebungsgesetzes“ abgeschafft. Wir wollen wissen, wie es ist - in Zeiten, in denen Serien mit adeligen Protagonisten wie “Bridgerton” oder “The Crown” einen Boom erfahren - einem Adelsgeschlecht anzugehören, den Titel aber nicht mehr führen zu dürfen. „Es gibt Leute, die interessieren sich sehr und welche, die das komplett ablehnen. In Tirol ist das nicht so ein Problem, die Bauern und Jäger nennen mich trotzdem Graf und duzen mich“, erzählt Ulrich Goëss-Enzenberg. Für das im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte Schloss finden sich zahlreiche Vorbesitzer mit Rang und Namen: Maximilian I., die Gebrüder Tänzl, Georg Ilsung, Jakob III. Fugger, die Tannenbergs: Sie alle haben dem Schloss ihre Handschrift verliehen, Stuben gestaltet, Stammbäume hinterlassen. Und sie alle haben das Erbe ihrer Vorgänger so sehr respektiert, dass Schloss Tratzberg heute eines der letzten Schlösser ist, in dem die Epochen wie in einer Zeit-Kapsel konserviert wirken. „Was Tratzberg ausmacht ist, dass es vollkommen eingerichtet ist mit den Originalmöbeln aus der Renaissance“, weiß der Schlossherr zu berichten. Das hat auch damit zu tun, dass die Gemäuer 100 Jahre lang unbewohnt waren. „Diesem Zustand ist es zu verdanken, dass man damals nicht alles barockisiert hat. Ich würde sagen, Schloss Tratzberg hat diese Zeit verschlafen – wie in einem Dornröschenschlaf“, sagt Goëss-Enzenberg. Im Podcast unterhalten wir uns außerdem über berühmte Besucher, wie unermesslich reich Jakob Fugger war und wann sich zuletzt Habsburger im Habsburger-Saal einfanden – und warum. Bald sind auch die letzten Renovierungsarbeiten abgeschlossen: das Dach ist nach 30 Jahren Arbeit neu gedeckt, die Fresken im Innenhof sind so gut wie neu und die alten Gemäuer sind für die Zukunft gerüstet. Der Innovationskraft des Hausherren ist es zu verdanken, dass eine Führung durch Schloss Tratzberg auch virtuell möglich ist – so kann man beispielsweise einige der vielen Geheimgänge ganz exklusiv online besichtigen. „Wir sind der Öffentlichkeit auch schuldig, dass sie die Chance hat, das anzusehen.“ Man darf also gespannt sein, was den modernen Schlossbesitzern noch so alles einfällt, um das Anwesen vielen Besuchern zugänglich zu machen. Weiterführende Links: Schloss Tratzberg | Offiziell: www.schloss-tratzberg.at | Ausflugsziel: www.tirol.at/a-schloss-tratzberg | Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Tratzberg | Podcast: www.schloss-tratzberg.at/schloss-gefluester-der-podcast | Virtuelle Führungen: www.schloss-tratzberg.at/virtuelle-tour || (Ehemalige) Eigentümer | Ulrich Goëss-Enzenberg: www.tirol.at/kultur-magazin/de/geschichten/gelebte-kultur/der-beschuetzer-von-schloss-tratzberg.html | Familie Enzenberg: de.wikipedia.org/wiki/Enzenberg_(Adelsgeschlecht) | Familie Tannenberg: de.wikisource.org/wiki/BLK%C3%96:Tannenberg,_die_Grafen,_Genealogie | Jakob Fugger: de.wikipedia.org/wiki/Jakob_III._Fugger | Georg Ilsung: de.wikipedia.org/wiki/Georg_Ilsung | Gebrüder Tänzl: www.heraldik-wiki.de/wiki/T%C3%A4nzl_(Adelsgeschlecht) | Kaiser Maximilian: www.maximilian2019.tirol/geschichte || Hintergrundwissen | Trutzburg: de.wikipedia.org/wiki/Trutzburg | Habsburgergesetz: de.wikipedia.org/wiki/Habsburgergesetz | Adelsaufhebungsgesetz: de.wikipedia.org/wiki/Adelsaufhebungsgesetz

Jul 1

19 min 16 sec

Carolina Schutti ist eine der spannendsten Autorinnen des Landes. In unserer Mai-Ausgabe sprechen wir über ihren aktuellen Roman, ihre Lesung beim Bachmannpreis, die Vorzüge Innsbrucks und wie wir Menschen mit Scherbenhaufen umgehen. Sie ist Trägerin des Literaturpreises der Europäischen Union, Autorin von sechs Büchern, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und war letztes Jahr eine der Auserwählten, die bei den Tagen der Deutschen Literatur vorgelesen haben. Carolina Schutti ist längst kein Geheimtipp mehr und eine der interessantesten Stimmen der heimischen Literatur. Im Gespräch mit dem K erzählt uns die Innsbruckerin, wie man über Literatur sprechen sollte, wie man die Sprache verliert und wiederfindet und warum Neubeginne eine gefährliche Sache sind. Als Carolina Schutti sich für das K ans Mikro setzt, ist sie “tiefenentspannt”. Immerhin hat sie gerade ihren faszinierenden neuen Roman “Der Himmel ist ein kleiner Kreis” veröffentlicht. Durch die Einschränkungen der Reisefreiheit hat sich im Leben der häufig reisenden Schriftstellerin einiges grundlegend verändert. “Ich habe eine tiefe Verbundenheit zu kargen Landschaften. Ich sehe in Schönheit in der Abwesenheit von allem Überfluss”, erzählt die Schriftstellerin über die Schauplätze ihrer Bücher. “Der Himmel ist ein kleiner Kreis” regte Carolina Schutti an, zwei Arten von Freiheit zu unterscheiden. Wäre die Freiheit gerade unbegrenzt, dann würde Carolina gerade am liebsten nach Italien reisen. Carolinas Roman “Einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein” handelt vom Verlust der Sprache – etwas, das die Autorin am eigenen Leib erfahren hat. “Ich bin Zufallstirolerin”, sagt sie. Ihre aus Polen stammenden Eltern haben bis zu ihrem fünften Lebensjahr ausschließlich polnisch mit ihr gesprochen. Heute versteht und spricht sie die Sprache nicht mehr. Eine ähnliche Erfahrung machte Literaturnobelpreisträger Elias Canetti, über den Carolina promovierte. Seinen Sprachverlust dokumentierte er im autobiografischen Band “Die gerettete Zunge”. Carolina ist im Olympischen Dorf in Innsbruck aufgewachsen und findet, dass sich Innsbruck seitdem grundlegend verändert hat. Sie schätzt die Stadt heute als Ort der Kultur und der greifbaren Natur. “Ich brauche die Natur um mich wie die Luft zum Atmen”. Für eine Grundsatzdiskussion sorgte ein Text von Carolina, den sie bei den letztjährigen Tagen der Deutschen Literatur vorlas. Auch wenn ihre Literatur weltumspannend ist, schätzt Carolina als Literaturwissenschaftlerin die regionale Literaturgeschichte. Auf Spaziergängen um den Mühlauer Friedhof (wo Georg Trakl und Ludwig Ficker begraben liegen) sammelt sie Inspiration und schnappt frische Luft. Ihre Geschichten beschreibt Carolina gerne als “Scherbenhaufen”: “Unsere Welt wäre viel besser, wenn wir mit Graustufen umgehen könnten.” Zum Schluss diskutieren wir darüber, ob Neubeginne etwas Gutes sind und ob Carolina einen Corona-Roman schreiben wird.

May 1

30 min 5 sec

Peter Schneeberger ist einer der profiliertesten Kulturjournalisten Österreichs. Seit Kurzem moderiert der gebürtige Tiroler den Kulturmontag auf ORF 2. Im Podcast reden wir über die aktuelle Krise des Kulturlebens, über die Liebe zum Schreiben und über Könige und ihre Macken. Für Kulturinteressierte in Österreich ist Peter Schneeberger seit Jahren ein bekanntes Gesicht. Schon vor seiner Premiere als neuer Moderator des “Kulturmontag” auf ORF 2 sah man den Tiroler in der “Kulturzeit” auf 3sat oder als Opern- und Theaterkritiker in der Zeit im Bild. Corona ist für den “Kulturjournalisten des Jahres 2020” und sein Team eine Herausforderung: Im Gespräch mit dem K erzählt Peter Schneeberger, wie es ist, mit geschlossenen Bühnen Kulturfernsehen zu machen, wie man den Kulturbetrieb während und nach der Krise am Leben hält und warum James Bond uns verrät, wann sich die Welt der Kunst wieder normalisiert. Für seine ersten Sendungen als neuer Moderator beim “Kulturmontag” bekam Peter Schneeberger durchwegs positive Kritik. Im Interview erklärt er, was guten Kulturjournalismus ausmacht. In seinen Jahren bei der “Kulturzeit” auf 3sat lernte Schneeberger die manchmal doch signifikanten kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz kennen. Er selbst ist in Zell am Ziller aufgewachsen und in Salzburg zur Schule gegangen. “Die Kultur war immer eine Richtschnur in meinem Leben”, sagt Schneeberger. Als junger Mensch lernte Schneeberger klassische Gitarre. Als er sich später doch für die Studien Germanistik und Musikwissenschaft entschied, entdeckte er seine Liebe zum Schreiben. Im Moment stehen die Zeichen für die Kultur nicht günstig. Obwohl der Beitrag des österreichischen Kunstbetriebs zum Bruttoinlandsprodukt höher ist, als jener der Landwirtschaft, muss sich die Kultur wie kaum ein anderes Tätigkeitsfeld rechtfertigen. “Kulturpolitik hängt oft an der Leidenschaft von Politikern”, weiß Schneeberger. In unserem Quarantänespiel verrät der Moderator, dass er nicht nur ein Fan von Beethoven, sondern auch von der TV-Sitcom Friends ist. “In den Neunzigerjahren war es okay, Madonna zu hören und nachher in die Oper zu gehen.” Auch wenn er sich im Anschluss bedeckt hält, welche Kultur-Events er so gar nicht mag, erzählt er von einem anderen Thema, das ihn in letzter Zeit fasziniert: Königsfamilien in der (Pop-)Kultur. So diskutieren wir am Ende des Podcasts nicht nur über Leonhard Horowskis gut 1.000 Seiten schwere und sehr lesenswerte Monographie “Das Europa der Könige”, sondern auch über die Serien “Downton Abbey” und “The Crown”. Beim Gespräch mit Peter Schneeberger lernt man nicht nur einen begeisterten Kulturmenschen kennen, sondern auch einiges über Kulturpolitik und -betrieb. Viel Spaß mit dieser Folge!

Apr 1

40 min 32 sec

Markus Koschuh ist Kabarettist und Autor aus Innsbruck. Im Gespräch mit dem “K” erzählt uns der Kleinkünstler, wie er trotz Lockdown produktiv sein kann, wie es war, im Innsbrucker O-Dorf aufzuwachsen und ob man lernen kann, witzig zu sein. Der Kabarettist Markus Koschuh hat es wie alle Menschen, die eigentlich auf die Bühne gehören, derzeit nicht leicht. Trotz mehrerer Lockdowns hat er vergangenen Sommer eine Satire-Nachrichtensendung produziert und in der ORF-Show “Dave” mitgespielt. In Folge Nummer zehn vom “K” spricht Markus Koschuh über den Unterschied zwischen Kabarett und Comedy, von der Inspiration zum Stückeschreiben, vom gefährlichen Leben als Satiriker und warum Humor eine Generationenfrage ist. Lockdown Nummer drei trifft den Kabarettisten und Autor Markus Koschuh wie alle Kleinkünstler hart. Seine Kreativität, erzählt er uns, hat er derweil im metaphorischen Keller gebunkert. Lieber kümmert er sich inzwischen um seine beiden Kinder. Zuletzt stand er im Herbst des Vorjahres in seinem Stück “Oben ohne” auf der Bühne. Darin verarbeitet er mitunter die “Hirnlosigkeiten” rund um das Coronavirus, die sich scheinbar ebenso schnell verbreiten wie das Virus selbst. Seine Stücke schreibt Koschuh gerne unter Zeitdruck: “Bei mir ergibt sich alles während des Schreibens.” Durch seine sozialkritischen Themen lernt der Autor mit jedem Stück selber dazu. “Ich werde mit jedem Programm gescheiter”, sagt er im Interview. Als Kabarettist muss Markus Koschuh nicht nur sprechend unterhalten, sondern auch tanzen, singen und schauspielern. Darin liegt für ihn der Unterschied zu Comedy. Der Tausendsassa Koschuh ist neben seiner Bühnentätigkeit auch Autor. Eines seiner letzten Bücher ist ein Band über seine Kindheit im Innsbrucker Olympischen Dorf. “Für Kinder”, erzählt er von seinem Aufwachsen im Osten der Stadt, “war das O-Dorf ein Paradies”. Schon früh hat Markus Koschuh gewusst, dass er “etwas mit Sprache” machen will. Nachdem er drei Studien “erfolgreich abgebrochen” hatte, kam er über den Poetry Slam zum Kabarett. Wie gefährlich Satire sein kann, hat er rund um sein Stück “Agrargemein” erleben müssen. “Mein Zielpublikum ist politisch interessiert”, sagt Koschuh. Wie verändert sich der Humor? Darf man Serien wie “Little Britain” noch zeigen? Wie gehen Kabarettisten mit Kritik um? Markus Koschuh erzählt in diesem Teil, wie man das Publikum in Programmen mitdenken muss: “Man kann meine Programme scheiße finden, aber dann muss man auch sagen, was daran scheiße ist.” Seit kurzem sieht man den Innsbrucker in der ORF-Mockumentary “Dave” als Tiroler Bauer. In der Rezeption dieser Serie sieht man die Generationendifferenzen in Sachen Humor, zu denen Koschuh auch ein paar Worte zu sagen hat. Zum Schluss darf eine Anekdote über seinen bisher schlimmsten Auftritt nicht fehlen.

Mar 1

35 min 26 sec

Mit ihrer Single “Mixed Feelings” hat “NENDA” im Jänner ganz plötzlich die FM4-Charts erobert. In diesem fantastischen Track geht es um Identität und Alltagsrassismus in feinstem British English und Tiroler Dialekt. Nenda ist im Ötztal aufgewachsen. Heimatbesuche sind nach sieben Jahren im Ausland immer wieder ein Kulturschock: “Es überrascht mich, dass ich zuhause immer noch gleich behandelt werde wie früher. Leute sprechen mich immer noch auf Englisch an”, sagt sie im Interview. Um richtig arbeiten zu können braucht Nenda Druck und Deadlines. “Früher habe ich Sachen angefangen. Jetzt lerne ich gerade, Sachen fertig zu machen”. Nenda liebt die Musik von Little Simz, Cardi B, Doja Cat, Rapsody oder Noname – Namen, mit denen sie selbst einmal in einem Atemzug genannt werden möchte. Hauptberuflich ist Nenda Schauspielerin in London. Dort spielte sie unter anderem in einer Bühnenfassung von Zadie Smiths “White Teeth” und lernte dabei die Mutter der Starautorin kennen. In unserem Quarantäne-Spiel verriet uns Nenda, mit wem sie sich aus einer teilweise fragwürdigen Auswahl lieber isolieren würde. Nach einem Austausch peinlicher Vorsprech-Erlebnisse geht es um Smalltalk mit Helena Bonham Carter, ihren Schauspiel-Kollegen Michael Sheen und um William Shakespeare: “Shakespeare wird viel zu oft aufgeführt. Irgendwann müssen wir uns davon lösen und auch etwas anderes machen.” Aktuell sieht man Nenda auch im Musikvideo von Arlo Parks “Black Dog” in der Rolle der großen Schwester. Parks Debütalbum “Collapsed in Sunbeams”, auf das sich Nenda und Benjamin im Podcast schon freuen, erschien am 29. Jänner. Die idiotensichere Meditations-App, über die gegen Ende diskutiert wird, heißt “Headspace”. Am Schluss bleibt die Frage, ob man im Lockdown lieber laufen gehen oder Musik machen sollte. “Ich versuche, den Schwung einzuholen. Der Schwung nimmt eher mich mit.” Weiterführende Links: Mixed Feelings: https://www.youtube.com/watch?v=JhplimRbyPk FM4 Charts: https://fm4.orf.at/stories/3011324 Little Simz: https://www.youtube.com/watch?v=nobyMYOD5Bg Cardi B: https://www.youtube.com/watch?v=hsm4poTWjMs Doja Cat: https://www.youtube.com/watch?v=pok8H_KF1FA Rapsody: https://www.youtube.com/watch?v=c3W3QDSET1I Noname: https://www.youtube.com/watch?v=lM2Wv5eZCpY Zadie Smith "White Teeth": http://www.zadiesmith.com Helena Bonham Carter: https://www.imdb.com/name/nm0000307 Michael Sheen: https://www.imdb.com/name/nm0790688/?ref_=fn_al_nm_1 Arlo Parks "Black Dog": https://www.youtube.com/watch?v=QOu0Ht0-D4M Meditations-App: https://www.headspace.com

Feb 1

35 min 24 sec

Manu Delago ist an vielen Tiroler Orten aufgewachsen, aber nirgends lang genug, um sich in einem Dorf wirklich daheim zu fühlen. „Ich sehe mich als Tiroler, aber nicht unbedingt einer Gemeinde zugehörig", erzählt der Ausnahmekünstler. Mittlerweile lebt er in London, von wo aus er international tourt, verbringt den coronabedingten Lockdown aber lieber in Tirol. Mit wem, verrät er uns bei unserem Quarantäne-Spiel. Seit 2007 einer seiner Fans ein Video auf Youtube hochgeladen hat, in dem Delago auf der Handpan spielt, ging die Karriere des Tirolers steil nach oben. Größen wir Björk, Anoushka Shankar und das London Symphony Orchestra haben mit ihm gearbeitet und so manches Idol aus seiner Jugend hat mittlerweile seinen Weg gekreuzt. Wie kann man cool bleiben, wenn Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers in der Sendung Later with Jools vor einem stehen? „Für die war ich halt der Björk-Schlagzeuger und so eine Art Kollege und für mich war mit den RHCP zu quatschen wie für ein Kind vor dem Weihnachtsbaum zu stehen.“ Der charismatische Delago bleibt trotzdem entspannt. Dass der Sohn zweier Musiker eigentlich Profifußballer werden wollte, wissen die wenigsten. Heute sportelt Manu Delago am Fels und in den Bergen, und vereinigt seine beiden Leidenschaften immer wieder in neuen Projekten - zuletzt bei Parasol Peak, wo er auf dem Gipfel eines 3.000ers ein Album aufnahm. Bei der ReCycling Tour, die für Juni 2021 geplant ist, möchte er auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam machen und CO2-neutral mehr als 20 Konzerte in Österreich und Südtirol spielen. Im Interview sagt uns Manu Delago, wie auch Fans dazu beitragen können, dass die Tour ein voller Erfolg wird. Linkliste KünstlerInnen: Manu Delago - offizielle Website: https://www.manudelago.com Björk - offizielle Website: https://www.bjork.com/ Anoushka Shankar – offizielle Website: https://www.anoushkashankar.com Chad Smith auf Instagram: https://www.instagram.com/chadsmithofficial Jools Holland (Later with Jools): https://www.bbc.co.uk/programmes/b017t0rg Musik-Videos: Manu Delago - Hang solo: https://www.youtube.com/watch?v=17ojj7tgrqw Björk - Virus: https://www.youtube.com/watch?v=oxq6U2DG2AY Manu Delago & London Symphony Orchestra strings - Concertino Grosso: https://www.youtube.com/watch?v=Cz-Xd69C1mo Manu Delago & Anoushka Shankar - Flight: https://www.youtube.com/watch?v=6KrJD9qIA14 Projekte: Parasol Peak: https://www.parasolpeak.co.uk ReCycling Tour: https://recyclingtour2021.com Hang und Handpan: Die Handpan auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Handpan PanART Hangbau: https://panart.ch/de/geschichte Orte: Mieming: https://www.tirol.at/orte/a-mieming Zirl: https://www.tirol.at/orte/a-zirl Kematen: https://www.tirol.at/orte/a-kematen-in-tirol Innsbruck: https://www.tirol.at/orte/a-innsbruck

Dec 2020

33 min 25 sec

Die Schauspielern und Theater-Veranstalterin Bernadette Abendstein wuchs auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Uderns, einem kleinen Zillertaler Dorf auf. Nach Stationen in der Wiener Josefstadt und der Berliner Theaterszene kehrte die Schauspielerin zurück zu ihren Wurzeln: „Für mich war es sehr schön, wieder hierher zu kommen, weil ich mittlerweile die Eigenheit eines Tales oder einer ländlichen Umgebung sehr schätze.“ Im Gepäck hatte Abendstein ihren Lebenspartner Hakon Hirzenberger und den Plan, Profi-Theater aufs Land zu bringen. „Ich habe mir immer gewünscht, zu entscheiden, was man spielt oder welche Themen man umsetzt“, erklärt Abendstein im Interview ihre Motivation, den alten Heustadl ihrer Eltern in eine Bühne umzufunktionieren. Aber warum war gerade dieses Gebäude ideal für ihr Vorhaben? „Ich finde, dass ein Raum eine gewisse Ausstrahlung, eine Energie hat. Die Grundmauern des Tenn sind aus dem 13. Jahrhundert und die Geschichte des Gebäudes spürt man, unabhängig, was auf der Bühne passiert.“ Besonders das Pandemie-Jahr stellte Abendstein und ihr Team vor große Herausforderungen. Das Kindertheater „In 80 Tagen um die Welt ohne CO2“ unter der Regie von Hanspeter Horner wurde so etwa kurzerhand als Film präsentiert. Wie es ihr und den Nachwuchs-Schauspielern damit ging und welche Rolle Nachhaltigkeit in Abendsteins Schaffen spielt, erzählt sie in dieser Folge von “Das K”. Im Podcast verrät uns die produktive Tirolerin außerdem, wie sie mit Lampenfieber umgeht, warum bei ihrem Mann der Satz „Nomen est Omen“ besonders passend ist und wir sprechen mit ihr über Tiefpunkte und peinliche Situationen in ihrer Ausbildung bei Elfriede Ott. Weiterführende Links KünstlerInnen: Bernadette Abendstein: offizielle Website http://bernadette.abendstein.com Hakon Hetzenberger: https://hakon.at Felix Mitterer auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Mitterer Elfriede Ott auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Elfriede_Ott Hanspeter Horner: http://hanspeterhorner.com Schauspielhäuser: Steudltenn: https://www.steudltenn.com Steudltenn auf blog.tirol: https://www.blog.tirol/2018/05/hochkultur-im-heustadl Steudltenn auf love.tirol: www.tirol.at/lovetirol/steudltenn-uderns Theater in der Josefstadt: https://www.josefstadt.org Orte: Uderns: https://www.tirol.at/orte/a-uderns Urlaub im Zillertal: https://www.tirol.at/regionen/a-zillertal

Nov 2020

18 min 10 sec

H.P. Zinker, die Goldenen Zitronen oder Queens of Japan sind nur einige der zahlreichen Bandnamen, unter denen Hans Platzgumer Musik veröffentlicht hat. Neben dem Musiker Platzgumer kennt man das Multitalent heute hauptsächlich als Schriftsteller, er produziert außerdem Hörspiele, kuratiert Festivals und arbeitet als Remixer. Schon früh wollte Hans Platzgumer die Welt kennenlernen. „Mir ist Innsbruck zu eng geworden – in allen Beziehungen: geografisch durch die Berge, und dann auch diese Engstirnigkeit im Kopf, die damals ganz stark fundiert war.“ Platzgumer wächst im Innsbruck der 1970er Jahre auf und “flüchtet” am Tag nach seiner Matura mit einem Freund auf einem Moped nach Wien – als 17-Jähriger. „Damals war auch die Welt noch anders. Da musste man, wenn man was erleben wollte, in die Großstadt ziehen. Heute ist es durch das Internet eigentlich überall dasselbe. Aber damals war es ein Riesenunterschied, ob du am Land oder in der Großstadt lebst.“ Sein Weg führt ihn weiter nach New York, wo er mit H.P. Zinker zum Rockstar wurde. „Nach dem kometenhaften Aufstieg, kam der kometenhafte Abstieg – innerhalb von fünf Jahren.“ In dieser Folge von “Das K” erzählt uns der Künstler, wie es war, als Minderjähriger in den USA zu leben und wie er Chris Lombardi dazu inspirierte, das Plattenlabel Matador Records zu gründen, auf dem heute Größen wie Interpol oder die Queens of the Stone Age ihr Zuhause haben. Wir sprechen über Höhen und Tiefen, harte Erfahrungen und das Zurückstürzen auf den Boden. „Eigentlich können wir froh sein, wenn wir möglichst viele Spuren eines Lebens in uns haben und nicht am Ende unserer Tage das Gefühl haben, wir haben zu wenig erlebt oder zu wenig gelebt.“ Weiterführende Links: KünstlerInnen & Bands Hans Platzgumer - offizielle Website: https://www.platzgumer.com Hans Platzgumer auf Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCk4NBISYGPqBrOdRmO7tU3A H.P. Zinker auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/H._P._Zinker H.P. Zinker auf Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCuNeURU2DLT73UT-q3RlKeA Die Goldenen Zitronen: http://www.diegoldenenzitronen.com Tocotronic: https://matadorrecords.com Schorsch Kamerun auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Schorsch_Kamerun Stefan Sagmeister - offizielle Website: https://www.sagmeister.com Stefan Sagmeister und die Grammys: https://www.grammy.com/grammys/artists/stefan-sagmeister/9972 Werke Mountain of Madness (Album): https://www.discogs.com/de/HPZinker-Mountains-Of-Madness/release/2590374 Corona Logbuch: http://www.platzgumer.net/Logbuch Labels und Verlage Matador Records - offizielle Website: https://matadorrecords.com Platzgumer im Milena Verlag: https://www.milena-verlag.at/index.php?item=autorin&show_author=192 Platzgumer im Zsolnay Verlag: https://www.hanser-literaturverlage.de/autor/hans-platzgumer Platzgumer in der Edition Nautilus: https://edition-nautilus.de/autorinnen/platzgumer-hans Platzgumer im Limbus Verlag: https://www.limbusverlag.at/index.php/index.php/platzgumer-hans Platzgumer im Skarabaeus Verlag: https://www.studienverlag.at/autoren/hans-platzgumer Weitere Links Fridays for Future: https://fridaysforfuture.at Mehr Tiroler Kultur gibt's auf www.kultur.tirol

Oct 2020

25 min 52 sec

Lisa Hörtnagl sieht man in den Stücken Friedrich Schillers ebenso wie bei SOKO Donau. Ihre Ausbildung machte die Innsbruckerin an der hiesigen Schauspielschule. Als ihr Tirol zu klein wurde, ging sie in die USA, wo sie unter anderem von George Clooneys Acting-Coach ausgebildet wurde. In dieser Folge von “Das K” unterhalten wir uns mit der Schauspielerin Lisa Hörtnagl darüber, bei welchem Kollegen sie weiche Knie bekommt, welche Rolle ihr besonders zugesetzt hat, was sie an den USA und der dortigen Arbeitsweise fasziniert, wie das Allein-Sein gelernt hat und warum sie findet, dass der deutsche Sprachraum versnobt ist. Dass sie Schauspielerin werden will, wusste Lisa Hörtnagl bereits als Kind. Nach ihrer Ausbildung an der Schauspielschule „Sacher“ zieht es die Innsbruckerin in die USA, wo sie Unterricht vom einstigen Acting-Coach von George Clooney bekam. Nach Aufenthalten in Los Angeles und New York wurde sie schließlich als Ensemblemitglied am Tiroler Landestheater engagiert, wo sie sechs Jahre lang in verschiedenen Rollen glänzte. Um mehr Zeit für eigene Projekte und Filmrollen zu haben, kündigte Lisa Hörtnagl schließlich ihre Fixanstelltung und ist seitdem in Theaterprojekten, Spielfilmen und Serien wie SOKO Kitzbühel oder SOKO Donau zu sehen. Tirol empfindet sie als guten Ort für die Schauspielerei: „Egal in welchem Dorf man ist, es gibt immer eine Kirche und eine Bühne. Ich finde, das sagt viel aus.“ Als während der Corona-Pandemie alle Kulturstätten schließen, organisiert Hörtnagl Protestaktionen und gründet die Volkskantine, um Theater im Freien zugänglich zu machen. „Wir Kulturschaffende müssen immer noch betteln und ganz ehrlich gesagt, habe ich es satt, zu betteln“, erzählt die energische Tirolerin. Theater muss für Lisa Hörtnagl zwar nicht unbedingt provozieren, aber in einem Punkt ist sie sich sicher: „Mir ist lieber, die Leute sagen nach der Vorstellung, das war der größte Scheiß auf Gottes Erden und sie brüskieren sich, als wenn es nur nichtig ist. Das Nichtige macht mich wahnsinnig.“ Weiterführende Links: Künstlerinnen Lisa Hörtnagl - offizielle Website: https://www.lisa-hoertnagl.com Tamara Burghart: https://www.primetime-agentur.com/Kuenstler/Burghart Bill Howey: http://billhowey.com/about-bill-howey Theater & Stücke Die Volkskantine - offizielle Website: https://www.dievolkskantine.com Die Volkskantine auf Facebook: https://www.facebook.com/dievolkskantine Landestheater Innsbruck: https://www.landestheater.at Landestheater Neuss: https://rlt-neuss.de/wir/ensemble SOKO Kitzbühel auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/SOKO_Kitzb%C3%BChel SOKO Kitzbühel auf Facebook: https://www.facebook.com/SokoKitz Orte Innsbruck: https://www.tirol.at/orte/a-innsbruck Schloss Mentlberg auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Mentlberg Links für jene, die mit dem Wort "Koatlackn" nichts anfangen konnten Stadtspaziergang durch Innsbruck und die Koatlackn: https://www.tirol.at/kultur-magazin/de/geschichten/gelebte-kultur/320-km-durch-innsbruck.html Geschichte der Koatlackn: http://www.koatlackn.at/?page_id=92 Koatlackn und weitere Tiroler Schimpfwörter: https://www.blog.tirol/2016/02/von-krotnmelchern-ofenschliefern-und-schimmelfaerbern-spitz-und-spottnamen-tiroler-gemeinden

Oct 2020

22 min 11 sec

Als Kuratorin der Swarovski Kristallwelten pflegt Carla Rumler ein starkes Netzwerk zum Who-is-Who der Kunst- und Kulturszene und viele künstlerische Meilensteine in Tirol gehen auf ihr Konto. Wie schafft man es also, so erfolgreich zu werden? „Ich würde einer jungen Kollegin folgendes mitgeben“, antwortet die souveräne Tirolerin: „Interessier’ dich, mach’ das, wofür Du brennst, dann bist du gut. Schau, was deine Stärken sind und lebe sie, zähle nicht die Stunden. Und vor allem: Konzentriere dich nicht nur auf Konzepte und Folien, sondern mach einfach!“ Schon als Kind interessierte sich Carla für Kunst. „Ich komme aus dem Tiroler Oberland, wo Kunst eigentlich kein großes Thema war. Aber es gab die legendäre Galerie Elefant von Monika Lami, die sich intensiv mit lokalen Künstlern beschäftigt hat. Und mich hat das immer schon fasziniert.“ Damals wie heute verstand es die Kunstbegeisterte, ihren Interessen zu folgen und neue Wege zu gehen. Bevor Carla Rumler ihre Arbeit als Kuratorin der Kristallwelten aufnahm, begleitete sie den Tiroler Tourismus als freischaffende Creative Director und schuf die Kampagne „Starkes Land“, die damals – ob des nackten Männeroberkörpers - sehr polarisierte. „Ich habe für die Tirol Werbung Bilder kreiert, die auch noch heute in den Köpfen der Menschen sind, weil ich dachte, Tirol hat etwas anderes verdient – es gibt nicht nur bunte Blumenbalkone, es gibt auch noch was anderes, eine große Kraft. Ich wollte die Tiefe Tirols in Bilder übersetzen.“ In den Kristallwelten - vor der Pandemie einer der meistbesuchten Attraktionen Österreichs - kann sich Carla Rumler ganz ihrer Leidenschaft hingeben. „Ich habe schon immer Kunst gesammelt und das hat sich zu einer Obsession entwickelt. In meinem Beruf kann ich das ausleben, in allen Facetten“, lässt sie uns wissen. Im Interview erzählt sie uns außerdem, welchen Herausforderungen speziell Frauen in Führungspositionen gegenüberstehen, warum Zaha Hadid sie so beeindruckte und wo sie sich neue Inspirationen holt. Weiterführende Links Carla Rumler: Carla Rumler auf Instragram: https://www.instagram.com/carla.rumler Carla Rumler – Werbeplakate Tirol Werbung: https://www.instagram.com/p/CIYkVOnFkpA KünstlerInnen: Andrè Heller: https://www.andreheller.com Zaha Hadid auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Zaha_Hadid Zaha Hadids Wirken in Tirol – ein Nachruf: https://blog.innsbruck.info/de/kunst-kultur/eine-lowin-unter-wolfen-zaha-hadid Stephan Sagmeister: https://www.sagmeister.com #NandoMiglio auf Instagram: https://www.instagram.com/explore/tags/nandomiglio Swarovski: Swarovski Kristallwelten - offizielle Website: www.kristallwelten.com Ausflugstipp Swarovski Kristallwelten: https://www.tirol.at/reisefuehrer/ausflugstipps/ausflugsziele/a-swarovski-kristallwelten Swarovski Kristallwelten auf blog.tirol: https://www.blog.tirol/2015/05/kabinett-der-wunder-die-swarovski-kristallwelten Swarovski Manufaktur: https://snohetta.com/projects/422-swarovski-manufaktur-the-crystal-atelier-of-the-21st-century Werkstätte Wattens: https://www.werkstaette-wattens.at Museen und Galerien: Schloss Ambras: https://www.tirol.at/reisefuehrer/ausflugstipps/ausflugsziele/a-schloss-ambras-innsbruck Ferdinandeum: https://www.tirol.at/reisefuehrer/ausflugstipps/ausflugsziele/a-ferdinandeum Tiroler Galerien: https://www.tirol.at/reisefuehrer/kultur-leben/kulturgeschehen/galerien Tiroler Museen: https://www.tirol.at/reisefuehrer/kultur-leben/kulturgeschehen/museen Kunsthistorisches Museum Wien: https://www.khm.at Galerie Elefant – Nachruf auf Monika Lami: https://www.tt.com/artikel/14754819/monika-lami-1940-2018

Oct 2020

21 min 4 sec

Bernhard Aichner wächst im kleinen Osttiroler Ort Sillian auf. Mit 17 Jahren flüchtet er vor dem Dorfleben nach Innsbruck, wo er die Matura nachholt und als Fotograf erfolgreich ist. Schon als Jugendlicher weiß er, dass er Schriftsteller werden möchte, seine ersten Werke erscheinen ab 2000 zunächst im Skarabäus und Haymon Verlag. Mit „Totenfrau“ (btb) unternimmt er einen Genrewechsel, der ihm 2014 schließlich zum Durchbruch verhilft. Das Werk wird in 16 Sprachen übersetzt und erscheint in Amerika im renommierten Scribner Verlag – jenem Verlag, in dem auch Stephen King seine Werke publiziert. Derzeit wird „Totenfrau“ verfilmt und wird ab 2022 auf Netflix zu sehen sein. Während Aichner normalerweise ein Jahr an einem Buch schreibt, konnte er während der Corona-Pandemie gleich zwei Werke fertigstellen: „Dunkelkammer“ und „Gegenlicht“ sind 2021 im btb-Verlag erschienen. In dieser Folge von „Das K“ unterhalten wir uns mit Bernhard Aichner über moralische Dilemmas, warum ein Vergleich mit Helene Fischer keine Beleidung für ihn ist und warum er seit einiger Zeit nach jeder Lesung singt. Wir erfahren, was er mit einem Kokain-Fund aus der Bananenkiste machen würde, welche Musik ihn beim Schreiben am meisten begleitet und warum Aichner phasenweise den ganzen Tag im Bett liegt. Aichner ist ein Krimiautor, der keine Thriller lesen kann – weil es ihn um den Schlaf bringen würde. Stephen Kings „Es“ musste er nach ein paar Seiten weglegen. Dennoch mutet er seinen Figuren „unermesslich Grausames“ in seinen Büchern zu. Bei aller Blutrünstigkeit ist ihm wichtig, dass seine Figuren berühren – auch wenn sie Mörder sind. „Faszinierend beim Krimi-Schreiben ist für mich die Frage, warum wird jemand zum Mörder? Wie kam’s, wie tickt der? Der hat ja auch was Gutes…irgendwann war der ja kein Mörder, bevor er einer wurde.“ Der Bestseller-Autor nennt Krimis „eine Auseinandersetzung mit dem Dunklen in der Welt“ für sich und seine Leser – mit der Möglichkeit, das Buch einfach wieder zuschlagen zu können: „und es ist alles gut, es ist nichts passiert.“ Friedhöfe gehören schon für das Kind Bernhard Aichner zu seinen liebsten Plätzen. „Da hatte ich das Gefühl, da kann mir nichts passieren – die sind alle tot“, erzählt er von seiner Zeit als Ministrant im kleinen Osttiroler Dorf Sillian. Und auch heute noch besucht er bei jeder Reise die Friedhöfe der jeweiligen Orte. Und das nicht (nur), um Namen für die nächsten Romane zu finden. Aichner ist der Typ Mensch, der sich seinen Ängsten stellt. Um seiner Angst zu begegnen, einmal wirklich eine Leiche zu sehen, machte er kurzerhand ein Praktikum in einem Bestattungsinstitut, wo er en passant für seine Trilogie zu Brünhilde Blum recherchiert. Für seine Arbeit sperrt sich der Bestseller-Autor nicht im stillen Kämmerlein ein. Er schreibt im Zug, im Bett und in seinem Arbeitszimmer – bei weit geöffneten Türen. Er mag es, wenn die Dinge um ihn herum leben: das Buch, dessen Blätter sich durch’s Lesen in der Sauna wellen, die leeren Seiten seiner Notizbücher, die er handschriftlich mit seinen Werken füllt und auch die Interaktionen mit seinen Lesern, die er freundschaftlich „Schnuggis“ nennt. Aichners Optimismus zieht sich durch alle Bereiche. Es offenbart sich am Interesse an seinem Publikum, das er durch Gespräche nach seinen Lesungen stillt, an seiner Vorliebe für das Lesen von Danksagungen und an der Einstellung, dass jedes seiner Bücher – ob in kleiner Auflage oder als Bestseller gedruckt – für den Autor „wie ein Baby“ ist. „Ich lebe extrem gern, aber ich weiß, es kann anders kommen. Das gehört zum Leben dazu. Das Sterben ist Teil davon.“ Weiterführende Links || www.bernhard-aichner.at | www.tirol.at/kultur-magazin/de/geschichten/gelebte-kultur/gespraeche-ueber-literatur.html | www.facebook.com/Bernhard.Aichner.Autor | www.stephenking.com | www.sibylleberg.com | www.haymonverlag.at/autorinnen-autoren/bernhard-aichner | www.tirol.at/a-sillian | www.tirol.at/a-innsbruck

Oct 2020

28 min 47 sec

Hannah Crepaz wächst als Tochter von Maria und Gerhard Crepaz in Hall in Tirol auf. Ihre Eltern sind die Mitbegründer und späteren Leiter der Galerie St. Barbara und zeichnen sich seit den 60er-Jahren dafür verantwortlich, Kunst und Kultur von höchster Qualität nach Tirol zu bringen. Das erreichen sie mit Vorstellungen zahlreicher Weltstars wie John Cage, Jordi Savall, René Jacobs und vielen mehr, die im Rahmen vom Osterfestival (vorher „Musik der Religionen“) und musik+ in der kleinen Stadt auftreten. Auch japanische Puppenspieler, Tibetische Mönche und das Königliche Ballett Kambodscha kommen auf Initiative der Familie Crepaz nach Hall. Viele der Künstler werden zu Freunden, essen während ihrer Aufenthalte in der Küche der Familie, wo im Übrigen auch so manches Festival organisiert wurde. So hat Hanna Crepaz von Kindesbeinen an einen ganz natürlichen Zugang zum kulturellen Geschehen der Zeit. Ihre Eltern nahmen die junge Hannah auch schon mal aus der Schule, um etwa Konzerte oder Theatervorstellungen zu besuchen: „Einmal fuhren wir nach Paris zu Ariane Mnouchkine, einer der größten Theatermacherinnen. Das sind Dinge, die man nie wieder vergisst. Und wenn es halt nur zu diesem Zeitpunkt geht und wenn es unwiederbringlich ist, ist ein verpasster Tag in der Schule nicht so tragisch.“ Ob Hannah Crepaz den Leitsatz ihres Vaters “Ein verpasster Tag in der Schule ist ein gewonnener Tag für’s Leben” als Kind immer so toll fand und wie sie das Aufwachsen unter Kulturschaffenden geprägt hat, erzählt sie uns im Interview. Wenn Hannah Crepaz heute mit ihrer 10jährigen Tochter Kulturveranstaltung besucht, erntet sie schon mal kritische Blicke. Und ärgert sich darüber. „Ich merke immer mehr, wenn man am Abend irgendwo hingeht, dass Kinder nicht mehr existent sind. Aber ich finde es schön, wenn Kinder dabei sein können“, plädiert die Obmann-Stellvertreterin der Tiroler Kulturinitiativen für einen offeneren Kulturzugang für Kinder. Auch die Schule sei in der Pflicht, das kreative Potential von Kindern verstärkt zu fördern: „Das Kreative ist ein unglaublich wichtiger Ausgleich, bei dem man sehr viel lernen kann: wie man mit Menschen umgeht, wie man Konflikte bewältigt. Man lernt, auf anderen Ebenen zu denken - und nicht nur an den Nutzen für das System.“ Dass man Kinder mit Kontakt zu Kultur oder dem Besuch von Abendveranstaltungen überfordert, findet die gebürtige Hallerin übrigens nicht. Vielmehr stellt sie sich die Frage, mit welchem Recht Erwachsene entscheiden, was ein Kind machen kann und was nicht. „Ich glaube, wir unterfordern unsere Kinder.“ Dass Hannah Crepaz in die Fußstapfen ihrer Eltern treten wollte, war ihr schon früh klar – aber sie wollte es auf ihre Art machen. Im Podcast erzählt sie uns, wie herausfordernd der Generationenwechsel bei der Leitung des Osterfestivals war und wie er letztlich doch gelang. Wir sprechen mit ihr auch darüber, wieviel Arbeit es ist, aufgrund einer Pandemie Veranstaltungen abzusagen, ob der Konsum von Kultur ein Privileg ist und was sie damit meint, wenn sie sagt, dass wir in einem neuen Biedermeier leben. „Ich möchte die Leute ein bisschen herausfordern, aber nicht vor den Kopf stoßen“, erklärt sie, warum auch zeitgenössische Kunst ein wichtiger Bestandteil ihrer Veranstaltungsreihen ist. Und zuletzt räumt sie noch mit einem großen Vorurteil gegenüber den Tirolern im Allgemeinen auf. Weiterführende Links || www.galeriestbarbara.at | www.osterfestival.at | www.musikplus.at || de.wikipedia.org/wiki/Ariane_Mnouchkine | de.wikipedia.org/wiki/Alban_Berg_Quartett | www.igor-levit.de | de.wikipedia.org/wiki/Igor_Levit | de.wikipedia.org/wiki/Jordi_Savall | de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Jacobs | www.tirol.at/a-hall-in-tirol | www.tki.at/home | www.tirol.at/kultur-magazin/de/geschichten/ueber-fasnachtstreiben-und-osterfreude/30-jahre-osterfestival.html | www.galeriestbarbara.at/Galerie_St_Barbara_I_interview.html

Oct 2020

18 min 20 sec

Robert Prosser ist ein Grenzgänger. Der Tiroler Autor reist in die Konfliktherde der Zeitgeschichte und bewegt sich stilistisch zwischen Prosa und Lyrik, zwischen Reisejournalen und Slam Poetry. Was in Roberts Büchern passiert, ist auch Teil seines Lebens: Seine letzten beiden Romane “Phantome” (2017) und “Gemma Habibi” (2019) führten ihn von Bosnien und der Welt der Street Art bis nach Syrien und in die Boxclubs von Wien Ottakring. Seit der Nominierung für den Deutschen Buchpreis für “Phantome” gilt Robert als eine der lautesten und renommiertesten literarischen Stimmen des Landes. Wir haben ihn in im stillen Alpbach besucht. In der ersten Ausgabe von „Das K“ sprechen wir mit Robert Prosser über Boxerklischees, Kämpfe, Angsterfahrungen und den Antrieb zu schreiben. Außerdem erzählt der Amateurboxer und literarische Shootingstar, wie man vorverurteilten Menschen eine Stimme gibt und wie sein neuester Roman „Gemma Habibi“ eigentlich heißen sollte. Als junger Erwachsener braucht Robert Prosser Abstand – vor allem von Alpbach, dem Ort seines Aufwachsens und der dort empfundenen Enge. Rap, Hip-Hop und Graffiti werden zur Leidenschaft, es folgten Reisen in den asiatischen Raum. In dieser Zeit sind es vor allem die wenig bereisten Fleckchen Erde, die den jungen Backpacker anziehen. Robert möchte möglichst viele „Kilometer machen“, so viel sehen und tun, wie nur irgendwie möglich. Während einer dieser Reisen formt sich der Wunsch, Schriftsteller zu werden. Zunächst findet er seine literarische Heimat auf der von Markus Köhle gegründeten Poetry Slam-Bühne in Innsbruck, wo er sich probieren kann. Im Jahr 2007 ruft Prosser schließlich gemeinsam mit Martin Fritz, Stefan Abermann und Markus Koschuh die Lesebühne „Text ohne Reiter“ ins Leben. Zwei Jahre später erscheint sein Erstlingsroman „Strom“. In dieser Phaser wandelt Prosser sich auch vom erlebnishungrigen Rucksacktouristen zum bewussten Reisenden. „Phantome“ (2017) – in dem Prosser den Bosnenkrieg thematisiert - bezeichnet er als Knackpunkt dafür. Interviews und Hintergrundwissen werden ihm wichtig, er will Menschen von nun an die Möglichkeit geben, ihre eigene Geschichte zu erzählen und verstehen, was hinter diesen dramatischen Ereignissen steht. „_Menschen – gerade wenn es um so heftige Erfahrungen wie Krieg und Flucht geht – sind froh, wenn sie darüber reden können. Einem Fremden gegenüber fällt das leichter_“, erzählt der Autor von seinen Recherchen zum Buch. Durch die Distanz wird Alpbach für Prosser nach zehn Jahren wieder zum Rückzugsort, in dem er sich mittlerweile ungebunden fühlt. Dessen Freiheit ihm einen Raum schafft, in dem das Schreiben leichtfällt. Im Interview erzählt uns der preisgekrönte Autor, warum das Kreative im kleinen Tiroler Ort besser gelingt als in der Großstadt Wien, wo er ebenfalls zu Hause ist. Robert Prosser im Video-Interview findet ihr [hier](https://www.tirol.at/kultur-magazin/de/geschichten/gelebte-kultur/gespraeche-ueber-literatur.html). Alle Folgen von "Das K - Der Tiroler Podcast für Kunst und Kultur": www.tirol.at/reiseservice/podcast Weiterführende Links Künstler Robert Prosser: www.robertprosser.at Markus Köhle: mkoehle.backlab.at Stefan Abermann: www.stefanabermann.org Markus Koschuh: https://www.markuskoschuh.at Markus Koschuh beim „Das K“: www.tirol.at/folge-10-markus-koschuh Bühnen Poetry Slam: baeckereipoetryslam.wordpress.com Text ohne Reiter: www.facebook.com/textohnereiter Werke Gemma Habibi (2019): www.robertprosser.at/gemma-habibi Phantome (2017): www.robertprosser.at/phantome Strom (2009): www.robertprosser.at/strom-/-feuerwerk Orte Alpbach: www.tirol.at/a-alpbach Tiroler Unterinntal: www.tirol.at/unterinntal Innsbruck: www.tirol.at/a-innsbruck Wörgl: www.tirol.at/a-woergl

Oct 2020

29 min 1 sec