Das Filmmagazin

Martin & Lucas

Wir lieben Filme. Wir lieben aber nicht nur die Geschichten, die uns durch sie erzählt werden. Sondern auch die Geschichten hinter den Filmen. Wie entstehen Filme? Welchen Einfluss haben sie auf uns und auf die Gesellschaft? Wir, Martin und Lucas, erzählen Euch in jeder Folge zwei Geschichten über Filme.

All Episodes

Die Chancen, den Krieg in den kommenden Monaten zu gewinnen, stehen gut. Das weiß man auch innerhalb der Easy Company. Um so verwunderter sind die Soldaten, als sie vom Generalstab auf eine Mission geschickt werden, deren Sinn sich nicht wirklich erschließt. Das eigene Leben riskieren für keinen erkennbaren Zweck? Folge neun schickt uns auf die letzte Patrouille.

Dec 5

38 min 58 sec

Die Moral ist am Tiefpunkt. Die Easy Company steckt immer noch im Schnee und in der Ardennenoffensive fest. Wir begleiten diesmal First Sergeant Carwood Lipton, der in Folge sieben sogar als Erzähler dient. Aber nicht nur die Moral ist am Boden, sondern auch die Führung der Einheit. Befehlshaber Dike erweist sich als unfähig und riskiert nicht nur die Leben seiner Untergebenen, er opfert sie sogar leichtfertig. Doch im entscheidenden Moment tut sich ein alter Bekannter als strahlender Retter hervor: Ronald Speirs, den wir eigentlich schon beim Begehen diverser Kriegsverbrechen beobachten konnten. Eine fragwürdige Entscheidung der Macher*innen. In diesem Jahr wird "Band of Brothers" 20 Jahre alt. Jede unserer zehn Podcast-Episoden behandelt dabei eine Folge der Serie in chronologischer Reihenfolge. Es lohnt sich also die Serie "nebenbei" mit zu schauen. Wir wünschen Euch viel Spaß! Für Feedback und Anregungen, kommentiert gern auf unserer Seite, schreibt uns eine Mail oder twittert und an: @das_filmmagazin.

Nov 28

39 min 38 sec

ebel liegt über der schneebedeckten belgischen Stadt Bastogne. Das Kriegsgeschehen im Winter 1944 rund um diese Stadt steht im Zentrum der sechsten Folge unserer Serie. Nicht nur die Versorgungsengpässe, unter denen die Easy Company zu leiden hat, spielen diesmal eine wichtige Rolle. Wir fokussieren uns außerdem auf den jungen Sanitäter Eugene „Doc“ Roe. Auch dieser hat Probleme an genug medizinische Ausrüstung zu kommen. Denn während der – auch Erinnerungsgeschichtlich ziemlich wichtigen – Belagerung der Stadt, können die tausenden verletzten Soldaten kaum versorgt werden. Dazu kommen immer wieder Angriffe der deutschen Wehrmacht – auch zu Weihnachten. In diesem Jahr wird "Band of Brothers" 20 Jahre alt. Jede unserer zehn Podcast-Episoden behandelt dabei eine Folge der Serie in chronologischer Reihenfolge. Es lohnt sich also die Serie "nebenbei" mit zu schauen. Wir wünschen Euch viel Spaß! Für Feedback und Anregungen, kommentiert gern auf unserer Seite, schreibt uns eine Mail oder twittert und an: @das_filmmagazin.

Nov 21

49 min 45 sec

Crossroads" oder "Kreuzungen", wie die Episode im Deutschen heißt, ist genau das: Nicht nur relativ genau in der Mitte der Serie, sondern auch wegweisend und vorbereitend in der Handlung. Hier wird das aufgebaut, was noch kommt. Man könnte auch sagen, dass wir in dieser Episode noch einmal durchatmen können, bevor es richtig losgeht. Wir fokussieren uns in Crossroads auf unseren Quasi-Hauptcharakter Richard Winters, der zurückblickt auf sein Können als Kommandant im Feld, der immer versucht kluge Entscheidungen zu treffen, um das Leben seiner Männer nie leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Gleichzeitig sehen wir ihn in einer neuen Rolle: als Kommandant hinterm Schreibtisch. Etwas, an das er sich offensichtlich noch gewöhnen muss. chronologischer Reihenfolge. Es lohnt sich also die Serie "nebenbei" mit zu schauen. Wir wünschen Euch viel Spaß! Für Feedback und Anregungen, kommentiert gern auf unserer Seite, schreibt uns eine Mail oder twittert und an: @das_filmmagazin.

Nov 14

51 min 36 sec

All diejenigen, die im Krieg sterben, müssen irgendwann ersetzt werden - das zeigt uns die vierte Folge von Band of Brothers. Zu den uns schon gut bekannten Protagonisten der Easy Company stoßen "die Neuen". Sie haben wenig Erfahrung und dürfen daher nicht sonderlich viel Respekt erwarten. Doch wird das so bleiben? In diesem Jahr wird "Band of Brothers" 20 Jahre alt. Jede unserer zehn Podcast-Episoden behandelt dabei eine Folge der Serie in chronologischer Reihenfolge. Es lohnt sich also die Serie "nebenbei" mit zu schauen. Wir wünschen Euch viel Spaß! Für Feedback und Anregungen, kommentiert gern auf unserer Seite, schreibt uns eine Mail oder twittert und an: @das_filmmagazin.

Oct 31

41 min 32 sec

Wir begleiten in der dritten Folge von Band of Brothers einen Soldaten, den wir bisher noch nicht kennengelernt hatten: Albert Blithe. Während des D-Days hat er seine Truppe verloren. Schon zu Beginn fällt auf: dieser Mann hat mit dem Krieg zu kämpfen. Er hadert offensichtlich mit der Situation, in der er sich befindet. Er wirkt in sich gekehrt, abwesend, immer wieder driftet er ab. Und die Kampfhandlungen rund um die französische Stadt Carentan, in den unsere Hauptfiguren geraten, machen seine psychische Situation nicht besser. Wir beobachten eine Charakterentwicklung bei Albert Blithe, die sehr realistisch wirkt – mit einem betrüblichen Ende. In diesem Jahr wird "Band of Brothers" 20 Jahre alt. Jede unserer zehn Podcast-Episoden behandelt dabei eine Folge der Serie in chronologischer Reihenfolge. Es lohnt sich also die Serie "nebenbei" mit zu schauen. Wir wünschen Euch viel Spaß! Für Feedback und Anregungen, kommentiert gern auf unserer Seite, schreibt uns eine Mail oder twittert und an: @das_filmmagazin.

Oct 24

50 min 48 sec

Die Macher*innen von "Band of Brothers" nehmen uns in Folge 2 mit in die erste große Schlacht der Serie. Am 6. Juni 1944 landen Alliierte Truppen auf dem europäischen Festland. "Landen" ist in der Serie wörtlich zu nehmen. Denn im Gegensatz zur "Schiffsankunft" im Quasi-Vorgängerfilm "Der Soldat James Ryan" landen die Fallschirmspringer der Easy-Company tatsächlich in der von der Wehrmacht besetzten Normandie. Direkt zu Beginn der Folge erleben wir, dass dieses Manöver bei aller Vorplanung alles andere als glatt läuft. Viele Soldaten lassen ihr Leben oder werden verletzt – davon bleiben auch unsere Hauptfiguren nicht verschont. Zum ersten Mal konfrontiert uns sie Serie mit tatsächlichen Kriegshandlungen und all ihren Folgen. In diesem Jahr wird "Band of Brothers" 20 Jahre alt. Jede unserer zehn Podcast-Episoden behandelt dabei eine Folge der Serie in chronologischer Reihenfolge. Es lohnt sich also die Serie "nebenbei" mit zu schauen. Wir wünschen Euch viel Spaß! Für Feedback und Anregungen, kommentiert gern auf unserer Seite, schreibt uns eine Mail oder twittert und an: @das_filmmagazin.

Oct 17

58 min 5 sec

In der ersten Episode von "Band of Brothers" tauchen wir als Zuschauer*innen noch nicht gleich in die Kriegshandlungen in Europa ein. Denn: Zuerst kommt die Ausbildung. So lernen wir die einzelnen Mitglieder der "Easy Company" um Quasi-Hauptfigur Richard Winters kennen und erfahren mehr über ihr Soldaten-Werden. Martin und Tabea sprechen in unserer ersten Podcast-Folge zur Serie über wichtige Motive, die bereits jetzt anklingen sowie über bestimmte Bilder und Erzählweisen, die auch später noch eine wichtige Rolle spielen werden. In diesem Jahr wird "Band of Brothers" 20 Jahre alt. Jede unserer zehn Podcast-Episoden behandelt dabei eine Folge der Serie in chronologischer Reihenfolge. Es lohnt sich also die Serie "nebenbei" mit zu schauen. Wir wünschen Euch viel Spaß! Für Feedback und Anregungen, kommentiert gern auf unserer Seite, schreibt uns eine Mail oder twittert und an: @das_filmmagazin.

Oct 10

59 min 2 sec

Lange haben wir uns nicht mehr gehört. Wir hoffen, Ihr habt uns während unserer kleinen Sommerpause nicht allzu sehr vermisst. Wir Euch auf jeden Fall. Für den Neustart haben wir uns etwas ganz besonderes überlegt. Wir beginnen mit einer Podcast-Reihe über eine der ersten großen "Quality-Serien": Band of Brothers. Ohne ihren gigantischen Erfolg wären spätere Serien, wie Breaking Bad oder Game of Thrones, sicher nicht möglich gewesen. Band of Brothers erzählt die Geschichte einer amerikanischen Fallschirmjäger-Einheit, die im Jahr 1944 – am D-Day – in Europa landet, um gegen das Deutsche Reich zu kämpfen. Dabei werden nicht nur die Schicksale einzelner Soldaten gezeigt, sondern auch bestimmte filmische Narrative bedient. Gemeinsam mit der Doktorandin Tabea Widmann diskutiert Martin über die vermeintliche historische Korrektheit der Serie sowie mögliche Ansätze für ihre Interpretation. In diesem Jahr wird die Serie 20 Jahre alt. Deshalb gibt es in den kommenden zehn Wochen, jeden Sonntag, eine Episode zum Thema “Band of Brothers”. Jede unserer Podcast-Episoden behandelt dabei eine Folge der Serie in chronologischer Reihenfolge. Es lohnt sich also die Serie “nebenbei” mit zu schauen. Wir wünschen Euch viel Spaß! Für Feedback und Anregungen, kommentiert gern auf unserer Seite, schreibt uns eine Mail oder twittert und an: @das_filmmagazin.

Oct 3

4 min 17 sec

Üblicherweise schafft nur der Fußball Einschaltquoten jenseits der 50-Prozent-Marke. 1962 erschien aber ein Fernsehkrimi, der das kulturelle Leben in der Bundesrepublik zum Erliegen brachte. Das Halstuch mit damals bekannten Namen wie Horst Tappert, Margot Trooger und Dieter Borsche beschäftigte die ganze Nation und zog im Durchschnitt 90 Prozent aller deutschen Fernsehzuschauer*innen vor die Flimmerkiste. Die Frage, wer im beschaulichen englischen Örtchen Littleshaw Menschen mit einem Halstuch erwürgt, war ein ein früher Meilenstein deutscher Fernsehgeschichte. Sportvereine ließen das Training ausfallen, Betriebe drosselten ihre Produktion und Politiker*innen wurde empfohlen, ihre Reden kurz zu halten. Zwar gab es damals nur wenige Fernsehsender im Angebot und auch andere Sendungen schafften davor und danach eine ähnlich hohe Anziehungskraft, dennoch steht das Das Halstuch synonym für einen klassischen "Straßenfeger". Im Podcast erklären wir das Fernsehphänomen und wie ein Berliner Schauspieler zur Zielscheibe von Krimifans wurde.

Jul 18

28 min

Sicher hatten wir alle schon solche Momente. Man sitzt im Kino oder vor dem Fernseher, genießt einen Film und plötzlich bemerkt man sie. Diese eine kleine Unstimmigkeit beim Bildwechsel. Irgendetwas stört, aber so richtig sagen, was genau es ist, kann man im ersten Moment nicht. Beim Nochmal-Schauen, fällt dann der Groschen: Die Hauptdarstellerin hat im ersten Shot noch ein weißes T-Shirt an und im nächsten ein beiges. Obwohl zwischen den beiden Bildern nur wenige Sekunden liegen dürften. Solche kleinen Fehler passieren auch in großen Hollywood-Produktionen immer wieder. Und sie sind menschlich. Lucas erzählt in dieser Episode von den Filmen, in denen die bisher meisten Filmfehler entdeckt wurden. Der absolute Spitzenreiter ist ein Film, mit über 500 Fehlern. Außerdem spielen nicht nur Kleinigkeiten eine Rolle, denn manchmal sind Fehler im Film sogar gewollt und bewusst mit eingeplant.

Jul 4

30 min 12 sec

Der Hollywood Walk of Fame ist eine recht exklusive Huldigung für die großen und kleinen Filmstars. Neben echten Schauspieler\*innen findet man dort aber auch fiktive Figuren und sogar Hunde verewigt, die in den 1920er-Jahren dem Medium ihre Pfoten aufdrückten. In dieser Folge des Filmmagazins sprechen wir über drei solcher Filmhunde und ihre jeweils unterschiedliche Karriere. Den Anfang macht ein Phänomen. Denn der Langhaarcollie Lassie ist bis heute fester Bestandteil unserer Popkultur. Unzählige Verfilmungen, Serien und Bücher erzählen von den Abenteuern der treuen Hündin. Der große Durchbruch gelang 1943 mit Heimweh mit der damals noch unbekannten Elisabeth Taylor. Gespielt wurde Lassie damals von einem Rüden, dessen Nachkommen noch einige Jahrzehnte später auf der Leinwand zu sehen waren. Die Schäferhunde Strongheart und insbesondere Rin Tin Tin schafften dagegen den Durchbruch ohne auf eine Rolle festgelegt zu sein. Als in Hollywood die Ära der Stummfilme ihren Höhepunkt feierte, waren Strongheart und Rin Tin Tin Stars der Branche. Menschen gingen wegen ihnen ins Kino. Sie waren Werbefiguren und Ziel tausender Fanbriefe. Einer Legende zufolge soll Rin Tin Tin 1929 bei der ersten Oscarverleihung sogar die meisten Stimmen als bester Hauptdarsteller bekommen haben. Obwohl sich diese Geschichte relativ schnell als unwahr entpuppte, so zeigt es doch die enorme Popularität der hechelnden Schnauze. Zwar hat es seitdem keinen so extrem beliebten Filmhund mehr gegeben, die Vierbeiner sind dennoch fester Bestandteil vieler Filmproduktionen. Manchmal schaffen sei es sogar, über ihren Film hinaus, die Herzen der Zuschaue\*innen zu gewinnen. Als der Jack Russell Terrier Uggie in The Artist und Wasser für die Elefanten den menschlichen Darsteller\*innen die Show stahl, wurde eine Internetkampagne ins Leben gerufen. Die Bewegung "Consider Uggie" machte sich dafür stark, den Hund in die Nominiertenliste renommierter Filmpreise aufzunehmen. Wie das ausging, erfahrt ihr im Podcast.

Jun 20

29 min 2 sec

Sicher ist Euch im Abspann mancher Hollywood-Filme schon der Schriftzug "No Animals Were Harmed" aufgefallen. Ein Label, das von der American Humane Association vergeben wird. Es steht dafür, dass während der Dreharbeiten keine Tiere verletzt oder gar getötet wurden. Doch kann man diesem Siegel wirklich immer zu 100 Prozent vertrauen? Und was ist mit den Filmen, in denen zwar Tiere vorkommen, die das Label aber nicht tragen? Fakt ist: Tiere gehören in vielen Fällen zur "Grundausstattung" eines Films. Wir nehmen sie ganz selbstverständlich wahr, oder eben auch nicht. Das zeigt ungefähr den Stellenwert, den wir ihnen als Lebewesen einräumen. Immer wieder kommt es vor, dass Tiere bei Filmdrehs verletzt oder gar getötet werden. Auch bei Filmen, die freundschaftliche Geschichten zwischen Menschen und (meist einem bestimmten) Tier erzählen. Oft sind es Unfälle, manchmal aber auch bewusste Tötungen. Lucas spricht in dieser Episode vom Umgang mit Tieren im Film. Das bereitet Bauchschmerzen. Wenn Ihr Euch also nicht wohl mit diesem Thema fühlt, dann lasst diese Episode besser aus.

Jun 13

37 min 31 sec

Megan Ellison ist reich, sehr reich. Ihr Vater ist der Oracle-Mitgründer Larry Ellison und ist mit einem geschätzten Vermögen von 93 Milliarden US-Dollar einer der reichsten Menschen auf diesem Planeten. Mit seinem Geld baute Megan Ellison 2011 ihr eigenes Filmproduktionsstudio auf. Da war sie 25 Jahre alt. Ihre Liebe für das Hollywood-Kino der 70er-Jahre und ihre ungewöhnlich tiefen Taschen machen Annapurna Pictures zu einer Rarität im turbokapitalistischen Business – zumindest, was die Auswahl der Filme angeht. Statt Fortsetzungen im Blockbuster-Format setzt Ellison vor allem auf sogenannte Autorenfilme. Filme also, die Regisseur*innen und Drehbuchautor*innen große Freiheiten geben, ihre Vision ohne großen Einfluss von außen umzusetzen. Im Podcast sprechen wir darüber, wie Megan Ellison ihr ungewöhnliches Produktionsstudio gegründet hat und wie die Zukunft von Annapurna aussehen könnte.

Jun 6

30 min 13 sec

In der Filmbranche gab und gibt es für Frauen nicht die gleichen Chancen zu partizipieren, wie für Männer. In der Geschichte des deutschen Films werden die wichtigen Einflüsse durch Frauen allzu oft ignoriert oder sind schlicht nicht bekannt. In der DDR war das nicht anders. Im staatlichen Filmproduktionsunternehmen DEFA hatten fast ausschließlich Männer das Sagen. Doch natürlich gab es auch hier viele Regisseurinnen, Dramaturginnen, Schnittmeisterinnen und viele andere, die einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Filmproduktionen hatten. Doch über sie ist so gut wie gar nichts bekannt. Ein Biografie-Sammelband der DEFA-Stiftung, die das Erbe der DEFA verwaltet, will das ändern und fasst zahlreiche Geschichten von DEFA-Regisseurinnen zusammen. Lucas stellt in dieser Folge einige davon vor.

May 30

42 min 19 sec

Sie sind auf Filmplakaten, DVD-Boxen und manchmal auch in Trailern zu sehen: Blurbs! Die Kurzzitate, die unabhängigen Kritiken entnommen werden sind ein geläufiges Mittel von Filmstudios, um ihren neustes Blockbuster zu bewerben. Wenn schließlich Journalist*innen den Film toll fanden, dann muss ja irgendwas dran sein, oder? Sollte man meinen, doch in der Vergangenheit kam es imme wieder vor, dass PR-Abteilungen Schindluder mit Pressestimmen getrieben haben. Seien es sinnentstellende Verkürzungen, aus dem Kontext gerissene Halbsätze oder gleich komplette Fälschungen. Die Liste an Verfehlungen ist lang und für Filmkritiker*innen ist es längst Alltag, dass an ihren Aussagen herumgedoktert wird. Das Verhältnis zwischen Presse und Marketing ist jedoch komplexer, als die Schuld einfach nur der Öffentlichkeitsarbeit in die Schuhe zu schieben. So gibt es auch Journalist*innen, die auffällig häufig Urheber*innen eines Blurbs sind. Gerade dann, wenn ein Film größtenteils von der Kritik in der Luft zerrissen wird, scheint etwas foul zu sein. Im Podcast besprechen wir ein paar Blurb-Skandale der letzten Jahre und schauen uns die durchaus offene Wahrheitsdefinition Hollywoods genauer an.

May 23

35 min 50 sec

Einen guten Film zu produzieren ist ja schon mal die halbe Miete, wenn man in Hollywood Erfolg haben will. Aber eben auch nur die halbe. Denn auch eine gute Vermarktung ist nicht zu unterschätzen. Wie sollen die Menschen sonst davon erfahren, dass ausgerechnet dieser eine Film aus den Massen an Produktionen, die Jahr für Jahr in die Kinos fluten, hervorsticht? Studios und Agenturen überlegen sich deshalb immer wieder ganz besondere Marketing-Stunts, um die eigenen Filme ins Gespräch zu bringen. Doch läuft dabei immer alles glatt? Sicher nicht. Natürlich gibt es immer wieder herausragende Filmwerbung. So gilt die Kampagne rund um Christopher Nolens Batman-Blockbuster The Dark Knight als Paradebeispiel für funktionierendes Kinomarketing. Damals startete eine weltweite Schnitzeljagd mit kleinsten Hinweisen und Aktionen, an denen die Fans des dunklen Ritters teilnehmen konnten, um die Wartezeit auf den Release zu verkürzen und immer wieder neue "Appetithäppchen", wie Trailer und Poster, zu bekommen. Doch natürlich gibt es auch das genaue Gegenteil davon: Marketing-Kampagnen, die komplett in den Sand gefahren wurden. Sei es durch die Glorifizierung von Gewalt gegen Frauen auf Plakaten für den Film X-Men Apocalypse oder die Sexualisierung von Megan Fox, um den Film Jennifers Body an die komplett falsche Zielgruppe zu vermarkten. In dieser Folge erzählt Lucas von den besten und schlechtesten Werbekampagnen für Hollywoodfilme.

May 16

43 min 53 sec

1997 erscheinen die Filme Kundun, Sieben Jahre in Tibet und Red Corner, die alles eins gemeinsam haben: China kommt darin nicht besonders gut weg. Sei es wegen der militärischen Invasion Tibets oder aufgrund des autoritären Einparteiensystems. Die Reaktion des Milliardenlandes lässt nicht lange auf sich warten. Die betreffenden Filme werden verboten und die drei Produktionsstudios, darunter Walt Disney, werden bis 2002 sämtliche Geschäftsinteressen in China ruhen lassen müssen. Dabei bleibt es aber nicht. Regisseurinnen und Schauspielerinnen landen mutmaßlich auf einer Blacklist. Hollywood-Stars wie Richard Gere berichten bis heute davon, dass Filmprojekte mit ihnen scheitern, wenn chinesische Investoren an Bord sind. Schon ein Jahr danach trifft sich Disney-Chef Michael Eisner mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji in Beijing und bittet um Entschuldigung. Den Film gemacht zu haben, sei ein Fehler gewesen, wird Eisner sagen und versprechen, dass so etwas nie wieder passieren würde. Und tatsächlich lernt Hollywood aus den Ereignissen von 1997. China ist mittlerweile hinter den USA der zweitwichtigste Filmmarkt der Welt und dürfte in den kommenden Jahren auf Platz eins vorrücken. Hollywood hat dieses Potenzial längst erkannt und passt sich der Zensur im Land an. In vorauseilendem Gehorsam werden Filme für China umgeschnitten, China-freundliche Inhalte eingebaut und strittige Themen erst gar nicht mehr angesprochen. Im Podcast sprechen wir über die chinesische Filmpolitik und wie anders heute Hollywood im Vergleich zum Jahr 1997 funktioniert.

May 9

37 min 23 sec

In großen amerikanischen Action-Blockbustern sind wir diesen Anblick längst gewöhnt. Kriegsgerät aller Couleur flimmert über den Bildschirm. Panzer, Soldat\*innen und Waffen zuhauf. So ist das eben in den USA – mag der eine oder die andere denken. Doch es steckt meist wesentlich mehr hinter dieser Überrepräsentation von Militär in großen Filmen. Manchmal geht es dabei sogar um Außenpolitik. Großzügig werden vom Department of Defense Produktionshilfen in Form von Leihgaben, Beratungsleistungen oder Drehgenehmigungen bereitgestellt. Und was gibts als Gegenleistung von den Filmstudios? Ach gar nicht so viel, eigentlich! Lediglich Einfluss aufs Drehbuch – und das nicht zu knapp. Veröffentlichte Akten zeugen von unzähligen Einflussnahmen durch das US-Militär auf Filme und deren Geschichten. Dazu zählen nicht nur duzende Werke über den Vietnamkrieg, sondern auch die frühen Vertreter des Marvel Cinematic Universe. In ihrem Buch "National Security Cinema" dokumentieren Matthew Alford und Tom Secker diese Einflussnahmen. Lucas stellt das Buch in dieser Episode vor.

May 2

33 min 30 sec

Schockschwerenot! Deutschland ertrinkt in einer Einbruchswelle. Und das alles nur, weil Kriminelle vorher einen ganz bestimmten Film gesehen haben! So ähnlich lauten einige der Schlagzeilen in Deutschland im Jahr 1956. Besonders in München und Umgebung schlägt die Veröffentlichung des französischen Kriminalfilms Rififi hohe Wellen. Darin geht es um einen Raub in einem Juweliergeschäft. Die zentrale 20-minütige Einbruchszene beeindruckt das Publikum weltweit. So etwas hatte man in dieser Form noch nicht gesehen. Auch in Deutschland war man angetan von der Detailverliebtheit und der spannungsgeladen Geschichte. Doch dann berichten mehrere Zeitungen, dass in letzter Zeit vermehrt Einbrüche auftreten. Schlimmer noch: Sie alle liefen so ab, wie in Rififi dargestellt.

Apr 25

29 min 34 sec

Ja gut, bitte verzeiht uns die reißerische Überschrift. Dabei ist sie eigentlich gar nicht so falsch. Denn tatsächlich werden pro Jahr bis zu 100 Millionen Haie vom Menschen getötet. Das ist natürlich nicht die Schuld eines einzelnen Filmes, sondern vor allem die des internationalen industriellen Fischfangs. Doch eins steht fest: Haie – und insbesondere Weiße Haie – haben bei uns einfach kein gutes Image. Sie sind das Symbol für böse, einzelgängerische Mörder-Kreaturen, die es auf harmlose Badegäste an Stränden abgesehen haben. Dass wir sofort dieses Bild im Kopf haben, wenn wir an Haie denken, geht auf den Film "Der Weiße Hai" von Steven Spielberg aus dem Jahr 1975 zurück. Er löste damals eine regelrechte Hai-Angst aus, durch die nicht nur die Trophäen-Jagd nach toten Haien in den USA angefacht wurde, sondern die bis heute Filmschaffende und Produzent*innen dazu inspiriert, ständig neue Hai-Filme zu erfinden, die diese so wichtigen Tiere falsch präsentieren. Lucas erzählt in dieser Episode die Geschichte des Films "Jaws", der auch heute noch ein toller Monsterfilm ist, der aber auch die Initialzündung für ein falsches Bild war, das uns bis heute vor allem Weiße Haie dämonisieren lässt.

Apr 18

30 min 4 sec

Heutzutage bedienen Science-Fiction-Filme gerne bekannte Muster, wie eine dystopische Gesellschaft, eine zerstörte Erde oder technische Erfindungen, die statt dem Menschen zu helfen, ihn nur weiter von sich selbst entfremden. Zardoz zeigte all das schon im Jahr 1974 – und noch so viel mehr. Die dort präsentierte Welt des 23. Jahrhunderts hat sich in zwei Lager aufgespalten. Während sich die unsterblichen "Ewigen" eingeigelt haben und lethargisch vor sich hin leben, müssen die "Brutalen" für ihre Herrscher die Knochenarbeit leisten. Der Brutale Zed, gespielt von Sean Connery in einem roten Lendenschurz, bedroht allerdings den Status Quo, nachdem ihn ein fliegender Steinkopf ins Reich der Ewigen bringt.

Apr 11

34 min 13 sec

Nicht alle Filme aus den 50er Jahren funktionieren heute noch so gut, wie damals – dieser schon. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich natürlich Art und Mittel verändert, mit denen Filme gestaltet werden. Immer wieder gibt es wichtige Wegmarken, die ihrer Zeit voraus sind. Eine davon ist "Die Nacht des Jägers" aus dem Jahr 1955. Er war trotz aller Finesse kein Renner in den Kinos. Eher im Gegenteil. Der Film floppte an den Kinokassen. Erst Jahrzehnte später würde der Film – zumindest bei Fachpublikum und Filmschaffenden – seine Renaissance erleben.

Apr 4

33 min 24 sec

Herr Brando möchte weißes Make-Up! Herr Brando möchte Pfauenfedern für sein Kostüm! Äh ... und Herr Brando hätte jetzt gerne auch einen anderen Darsteller an seiner Seite! Die Literaturverfilmung Die Insel des Dr. Moreau nach einem Roman von H.G. Wells hatte es von Anfang an nicht leicht. Schon zu Beginn haderte das Filmstudio New Line Cinema mit seinem Regisseur Richard Stanley. Zu jung, zu unerfahren und einfach ein bisschen zu verrückt schien der durch B-Movies, wie M.A.R.K. 13 - Hardware, bekannt gewordene Filmemacher. Nachdem eine Naturkatastrophe den Dreh in Australien für mehrere Wochen unterbrach, feuerten man Stanley schließlich und holte sich einen Ersatz-Regisseur mit längerer Filmografie. Doch damit begannen die Probleme des Films erst so richtig. Marlon Brando, der den titelgebenden Moreau verkörperte, war schon seit Langem alles scheißegal. Er lernte seine Zeilen nicht, verhielt sich während der Produktion destruktiv und forderte ständig die abstrusesten Änderungen am Drehbuch. Dass der Pate-Darsteller dann auch noch mit Val Kilmer zusammenspielen musste, der sich nach Top Gun und Batman erfolgstrunken von niemanden etwas vorschreiben ließ, machte das Chaos komplett. In dieser Folge erzählt Martin die Geschichte eines völlig katastrophalen Drehs, die unterhaltsamer ist, als der fertige Film. Wir erfahren, wie Die Insel des Dr. Moreau eigentlich hätte aussehen können und wie das Übel seinen Lauf nahm. Ach und wo war eigentlich der gefeuerte Richard Stanley die ganze Zeit?

Mar 28

49 min 51 sec

Immer wieder kommt es auf Drehs zu schlimmen Unfällen, Menschen werden verletzt oder sogar getötet. Natürlich sind solche Vorkommnisse schlimme Einzelfälle, dennoch passieren sie in fast schon regelmäßigen Abständen. Lucas erzählt in dieser Episode zwei Geschichten von Drehs, bei denen Menschen zu Tode kamen. In beiden Fällen aus unterschiedlichen Gründen: Ein Stuntman stirbt bei einem Autounfall während der Testaufnahmen für Christopher Nolans Batman-Hit "The Dark Knight" im Jahr 2007, während über zehn Jahre vorher der Schauspieler Brandon Lee, Sohn von Martial-Arts-Film-Legende Bruce Lee, beim Dreh einer Szene für den Action-Schocker "The Crow" versehentlich erschossen wird. Handelt es sich bei der ersten um einen tragischen Unfall, kann bei der zweiten Geschichte mit Fug und Recht von Fahrlässigkeit die Rede sein. Was haben schlechte Produktionsbedingungen und Größenwahn mit Unfällen am Set zutun?

Mar 21

29 min 45 sec

Justice League war zu seiner Veröffentlichung im Jahr 2017 eine Enttäuschung, sowohl für das Filmstudio Warner Bros., als auch die DC-Fangemeinde. Jahrelang hatten sie dem großen Aufeinandertreffen ihrer Lieblings-Superheld*innen entgegengefiebert und hofften auf einen ähnlichen Erfolg, wie es Disney mit den Avengers-Filmen vorgemacht hatte. Es kam aber alles anders. Kreative Differenzen und eine familiäre Tragödie hinter den Kulissen machten aus Justice League ein Flickwerk ohne Vision. Das Scheitern des Films markierte aber nicht das Ende. Es begann ein dreijähriger Proteststurm der Fans, die dem Blockbuster unter dem Slogan #ReleaseTheSnyderCut eine zweite Chance geben wollten. Der ursprüngliche Regisseur von Justice League – eben jener Zack Snyder – hatte das Projekt noch vor der Veröffentlichung verlassen und damit die kreative Kontrolle verloren. Irgendwo zwischen enthusiastischer Fanliebe, Shitstorm, toxischem Online-Verhalten und einem bewundernswerten Durchhaltevermögen formte sich ein Gebilde, das das Milliardenunternehmen Warner Bros. schließlich zu einem bemerkenswerten Schritt bewegte. Mit "Zack Snyder's Justice League" erscheint am 18. März die Wiederauferstehung eines Films als 4-Stunden-Monument. Im Podcast besprechen wir die vielen verschiedenen positiven wie negativen Seiten der Protestbewegung, versuchen uns an einer Einordnung und blicken auch auf vergangene Entrüstungsstürme in der Popkultur mit ähnlichem Ausgang.

Mar 14

1 hr 16 min

Er gehörte zum Gründungsmythos des sozialistischen Staates, nach ihm wurde sogar die Pionierorganisation benannt: Ernst Thälmann. Der ehemalige Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands prägte die Bewegung zur Zeit der Weimarer Republik zweifelsohne. Doch die beiden monumentalen Spielfilme, die zu seinen Ehren in den Jahren 1954 und 55 von der DEFA, dem volkseigenen Filmunternehmen der DDR, produziert wurden, haben mit historischer Wirklichkeit eher wenig zutun. Sie kreieren das Bild eines unantastbaren, allwissenden Helden, der eher als fleischgewordenes Selbstverständnis der Partei, als als Mensch interpretiert werden kann. Die beiden Filme "Thälmann – Sohn seiner Klasse" und "Thälmann – Führer seiner Klasse" waren den Obrigen der DDR so wichtig, dass sie sogar immens Einfluss auf die Produktion nahmen. So soll der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht höchstselbst Stellen aus dem Drehbuch gestrichen haben – solch ein Vorgehen war auch in der DDR eher unüblich. Als die Filme erschienen, befand sich die DDR noch in einer Phase der Selbstvergewisserung und war noch nicht der harte eingemauerte Überwachungsstaat, von dem heute oft die Rede ist. Unter dem Eindruck der schweren Massenproteste des 17. Juni 1953 hatte sich der Wunsch der Regierenden nach einer Art filmischer Selbstvergewisserung sicher noch verstärkt. In dieser Folge erzählt Lucas die Geschichte der beiden DEFA-Monumentalfilme über den Kommunisten Ernst Thälmann.

Mar 7

38 min 7 sec

Trotz Audie Murphys schmächtigen Körpers und einem gefälschten Altersnachweis legt der Texaner im 2.Weltkrieg eine beispiellose Karriere hin. 33 Militär-Auszeichnungen, darunter auch die prestigeträchtige Medal of Honor zieren am Ende seine Uniform. Besonders eine Schlacht nahe der französischen Stadt Holtzwihr machen ihn zu einer Legende. Nach seiner Rückkehr heftet sich Hollywood an seine Fersen. Aus einem Soldaten wird ein angesehener Schauspieler für Western- und Kriegsfilme. Seine bekannteste Rolle hat er in der Verfilmung seiner eigenen Memoiren "To Hell and Back". Der Erfolg als Schauspieler ist aber nur die eine Seite von Murphy. Zeitlebens plagen ihn heftige Angst- und Schlafstörungen, ohne eine geladene Pistole geht er nicht mehr zu Bett. Heute kennen wir dieses Phänomen als posttraumatische Belastungsstörung. Neben seiner Biographie sprechen wir im Podcast auch über die Bedeutung des 2. Weltkrieges für die USA. Anders als andere Kriege gilt der Kampf gegen Nazi-Deutschland und das japanische Kaiserreich als der "Good War" – ein Krieg, in dem sich die Siegerseite nichts vorwerfen lassen muss. Warum dieses Narrativ problematisch sein kann, erfahrt ihr im Podcast.

Feb 28

32 min 58 sec

"Film" ist immerhin noch kein IHK-Ausbildungsberuf. Die eine beschreitet den klassischen Weg über die Schauspielschule, der andere kommt als Quereinsteiger dazu und wird der beste Kameramann auf der Welt. In dieser Episode erzählt Lucas die Geschichte einer Schauspielerin, die ihn – und sicher auch viele von Euch – schon das ganze Leben auf der Leinwand begleitet. Natalie Portman startete ihre Filmkarriere im Profikiller-Thriller (lol) Léon – Der Profi mit einer grandiosen Performance als 12-jährige Mathilda. Natürlich muss diese Rolle und ihre Beziehung zum Mittvierziger Léon kritisiert werden, dennoch war es Portmans Einstieg ins Filmbusiness. Heute ist sie eine der wichtigsten Schauspieler*innen Hollywoods und eine Institution in Sachen Engagement. Sie setzt sich gegen sexualisierte Gewalt im Filmgeschäft ein, für einen nachhaltigeren Lebensstil und Tierrechte und hat jüngst sogar ein Kinderbuch geschrieben. Ganz nebenbei ist sie auch noch studierte Psychologin. *CN Vergewaltigung, Sexismus *Hinweis: Im Podcast spricht Lucas an einer Stelle vom Women's March 2017. Richtig ist: Natalie Portmans Zitat stammt vom Women's March 2018.

Feb 21

30 min 55 sec

Zwischen einer halben und einer Millionen US-Amerikaner*innen sind laut aktuellen Schätzungen heroinabhängig. 2019 starben täglich fast 190 Menschen an den Folgen einer Opioid-Sucht. Das Land rief deswegen schon vor Jahrzehnten einen sogenannten Krieg gegen die Drogen aus ("War on Drugs"). Milliardenschwere Investitionen in das Gesundheitswesen und in Strafverfolgungsbehörden sollten vor allem den Erstkontakt mit suchterregenden Mitteln wie Marihuana verhindern (Zigaretten und Alkohol zählten komischerweise nicht dazu). Auch Teile der Unterhaltungsindustrie schlossen sich dem Feldzug an und produzierten Inhalte mit Anti-Drogen-Botschaften. Einer der plumpesten Versuche ist sicherlich das Fernseh-Special "Comic-Stars gegen Drogen" von 1990. Disney, Warner Bros. und viele weitere Animations-Studios stellten hierfür einige ihrer berühmtesten Maskottchen zur Verfügung. Im Podcast erfahrt Ihr, warum "Comic-Stars gegen Drogen" perfekt in den damaligen Zeitgeist hineinpasste, warum der Drogenkrieg von Anfang an diskriminierend war und was der aktuelle US-Präsident Joe Biden mit alldem zu tun hatte.

Feb 14

41 min 30 sec

In der Schule war die deutsche Kolonialgeschichte – zumindest bei uns – kaum Thema. Gelernt haben wir dementsprechend sehr wenig darüber. Dabei ist das Leid unbeschreiblich, das auch die deutschen Kolonialist*innen über "ihre" Regionen in Afrika und Asien gebracht haben. Auch der Film spielte dabei eine wichtige Rolle. Das damals noch sehr junge Medium war schon in seinen Anfängen gewissermaßen ein Fenster für die Deutschen, das ihnen einen Blick in die fernen Länder ermöglichte. Mit diesen Filmen wurde Propaganda gemacht. Das Interesse der Bevölkerung sollte für die vermeintliche Kulturmission geweckt werden, das "Deutschtum" in die ganze Welt zu tragen. Eine Art Kolonial-Euphorie sollte um 1900 herum (wieder)auferstehen. In dieser Folge gibt es einen Überblick über knapp 40 Jahre deutscher Kolonialfilmgeschichte anhand zweier sehr unterschiedlicher Beispiele, an denen sich auch die Entwicklung des narrativen Propagandafilms erzählen lässt.

Feb 7

30 min 58 sec

Actionfilme direkt aus dem Herzen Ugandas? Regisseur Isaac Nabwana produziert seit vielen Jahren Filme mit seiner eigenen Produktionsfirma "Ramon Film Productions". Als der Trailer zu seinem Film "Who Killed Captain Alex?" viral geht, werden plötzlich Menschen auf der ganzen Welt aufmerksam auf "Wakaliwood", das nach dem Slum der ugandischen Hauptstadt Kampala benannt wurde, in dem Nabwana aufwuchs und Filme dreht. Sicher ist seine Geschichte ein Paradebeispiel dafür, wie jemand unter widrigsten Umständen, nur mit dem Willen, die eigenen Träume zu erfüllen und mit Liebe zum Film, erfolgreich kann. Dennoch versperrt dieses Bild, das westliche Medien oft von Isaac Nabwanas Lebensgeschichte zeichnen, den Blick auf die wesentlichen Probleme afrikanischer Staaten und auf die geschichtliche Verantwortung, die Europa und Amerika dafür tragen. Martin erzählt uns in dieser Folge nicht nur die Geschichte eines herausragenden Regisseurs. In eine ganz andere Richtung geht Lucas' Geschichte. Er nimmt uns mit in das New York der frühen 70er Jahre. Die sogenannte "sexuelle Revolution" ist noch in vollem Gange, als ein bestimmter Film zum Megahit wird. Lange schlangen vor den Kinokassen, volle Säle – und das alles wegen eines Pornos. "Deep Throat" ist nicht nur einer der erfolgreichen Filme seines Genres, sondern gilt manchen Schätzungen zufolge auch als der lukrativste Film der Kinogeschichte. Mit nur rund 25 Tausend Dollar Budget, soll er bis zu 600 MILLIONEN eingespielt haben. Aber da muss doch irgendwo ein Haken sein? Ach ja. Die Mafia hatte ihre Finger im Spiel. Und auch sexualisierte Gewalt und weiße männliche Bedürfnisbefriedigung spielten im Film und während dessen Produktion tragende Rollen.

Jan 24

55 min 44 sec

Langjährige Filmmagazin-Hörer*innen werden es wahrscheinlich schon wissen, um welches fletschende Doppelmaul es in dieser Folge geht. 1979 erschien mit "Alien" einer der großen Science-Fiction-Klassiker des 20. Jahrhunderts. Ridley Scotts klaustrophobische Horrorhatz schuf mit Ellen Ripley nicht nur eine weibliche Filmikone, sondern mit dem Xenomorph auch ein Monster, das uns im Weltall schreien lässt. Die Ursprünge des Alien sind dabei so vielseitig wie seine Erscheinungsformen. Von Literaturklassikern, Comics, existentialistischen Malern, bis hin zu trashigen Sci-Fi-Filmen der 1950er und 60er-Jahre formten viele Einflüsse das wegweisende Meisterwerk. Abseits des zeitlosen Designs einer außerweltlichen Kreatur beschäftigt sich der Film zudem mit einer desillusionierten Gesellschaft, die nur noch die Abhängigkeit zu einer (fehlerbehafteten) Technologie und einem raffgierigen Unternehmen kennt. So lassen sich zumindest die ersten beiden Alien-Filme interpretieren. Die Geschichte des Xenomorph ist aber selbst geprägt von einem gierigen Filmstudio. Als Maskottchen machte die Schöpfung von H.R. Giger Werbung für Pepsi und die vielen Nachfolger tun sich schwer damit, die Qualität von einst wieder zu erreichen. Warum das Alien trotz alledem bis heute begeistert und fasziniert, erfahrt ihr im Podcast.

Jan 10

43 min 17 sec

Godzilla – das mächtige dinosaurierähnliche Urzeitwesen mit dem radioaktiven Hitzestrahl und den Laserplatten auf dem Rücken. Vor allem durch die etwas ulkig anmutenden Filme des Franchise zwischen den 1960ern und den 2000er Jahren, hat er bei vielen Zuschauer*innen in westlichen Kinos den Ruf als nicht ganz ernstzunehmendes PowerRanger-Monster weg. Erst das Hollywood-Remake von 2014 brachte dem Namen Godzilla wieder etwas Ernsthaftigkeit. Dabei ist der originale japanische Film "Gojira", in dem das gleichnamige Monster zum ersten Mal auftaucht, keineswegs eine Puppen-Parodie. Er ist eine Metapher auf den zweiten Weltkrieg, die Erfahrungen mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki sowie auf die Verstrahlung eines japanischen Fischkutters durch einen amerikanischen Atombombentest in den 50er Jahren. So ernst wie sich diese Themen anhören, so ernst ist auch der originale Godzilla. Ein brillant gedrehter Monster-Horror-Film der ersten Stunde. In unserer ersten Sonderfolge zum Jahreswechsel erzählt Lucas von den Ursprüngen des japanischen Kultmonsters und vergleicht das Original aus dem Jahr 1954 mit der neusten japanischen Realverfilmung "Shin Godzilla" von 2016. Die beiden haben viel gemeinsam.

Dec 2020

49 min 20 sec

Irgendjemand rennt immer schneller, fliegt höher oder springt weiter als alle anderen vor ihm*ihr. Beim Film ist es nicht anders. In dieser Episode stellt Euch Martin einen absoluten Ausnahme-Schauspieler vor. Jackie Chan hält sicher einige Weltrekorde. Und sei es nur der mit den vermutlich meisten Verletzungen wegen eigener Stunts. Kleiner Scherz, Chan hält natürlich einige echte Rekorde, die auch viel über ihn und seine Art Filme zu spielen und auch zu produzieren verraten. Von China und den USA wenden wir den Blick in unserer zweiten Geschichte gen Japan. Lucas erzählt vom schier endlos erscheinenden Erfolg der am längsten laufenden Trickfilm-Serie der Welt. Der Anime "Sazae-San" ist seit 1969 fester Bestandteil des sonntäglichen Vorabendprogramms auf Fuji TV. Aber nicht nur die Generationen übergreifende Laufzeit ist interessant, auch ihre Rolle als eine der ersten Serien, von denen sich die Zuschauer*innen "Heilung" vom stressigen Alltag versprachen, ist bemerkenswert. Iyashikei ist bis heute ein großes Ding in Japan. Was genau es damit auf sich hat, erfahrt Ihr in diesem Filmmagazin.

Dec 2020

56 min 45 sec

Der Erfolg eines Films wird meistens am Einspielergebnis und am Kritikerecho gemessen. Wir beschäftigen uns in dieser Folge aber damit, wenn Filme erst weit nach ihrer Veröffentlichung zum Hit oder sogar zum Kult werden. Denn unsere Vorstellung von erfolgreichen Filmen ist häufig von der Milchmädchenrechnung „mehr eingespielt als gekostet“ geprägt. In der Filmgeschichte gibt es immer wieder Beispiele von Werken, die erst den Zahn der Zeit brauchten, um auf irgendeine Art und Weise wiederentdeckt zu werden. Lucas erzählt gleich von drei zunächst gescheiterten Filmen. Fritz Langs Metropolis ist Dauergast auf fast jeder Filmhochschule und beeinflusst das Science-Fiction-Genre noch heute. Für die UFA war das ambitionierte Projekt aber eine finanzielle Katastrophe. Einer der Filme, die bei Metropolis abguckten, ist Blade Runner. Das verregnete, vernebelte Los Angeles im Film konnte sich bei Erscheinen nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen und ging Sang und Klanglos unter. Ein Schicksal, das auch den Nachfolger Blade Runner 2049 ereilte. Und das trotz bestechender Optik und einer vielseitigen Geschichte, die aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreift und diskutiert. Kritisch gegenüber der Gesellschaft sind auch Paul Verhoevens Filme. Mit Robocop, Basic Instinct und Starship Troopers verführt er sein Publikum und inszeniert auf der Oberfläche recht simple aber provokante Filme. Wer hinter die zahlreichen Gewalt- und Sex-Szenen schaut, entdeckt eine clevere Satire, die nie den einfachen Weg geht. Genauso sollte auch Showgirls sein. Die kritische Auseinandersetzung mit Las Vegas und Amerikas Umgang mit Sexualität wurde aber zu Verhoevens größtem Flop. Recht kurz nach der Veröffentlichung entwickelte der Film eine Eigendynamik mit treuer Fangemeinschaft. Im Podcast diskutieren wir darüber, ob Showgirls jetzt ein verkanntes Meisterwerk, übles Machwerk oder irgendwie beides ist.

Nov 2020

1 hr 8 min

Na gut, wir wollen ehrlich sein. Bei *Victim*, einem Film aus dem Jahr 1961, kann man streiten, wie fortschrittlich das Bild von homosexuellen Menschen noch ist, das der Film vermittelt. In der Zeit in der er entstanden ist, war es vielen Verantwortlichen allerdings zu fortschrittlich. Man solle doch "solches Verhalten" besser nicht auf der Leinwand zeigen. Der Film löste eine Welle der Empörung aus und war damit ein wichtiger Schritt der Befreiung in der Darstellung von Menschen mit einer Lebenswirklichkeit, die nicht dem heterosexuellen Familienbild des Großbritanniens der 60er Jahre entsprach. Für viele von ihnen war die Veröffentlichung des Films damals ein kleiner Befreiungsschlag – auch wenn *Victim* zugegebenermaßen schlecht gealtert ist. Anderer Kontinent, anderes Thema, andere Geschichte. Lucas nimmt uns mit in die Vereinigten Staaten der 70er Jahre. Harlan County, ein Landkreis im Südstaat Kentucky, ist vor allem für zwei Dinge bekannt: Den Kohlebergbau und die blutigen Streiks wegen der verheerenden Arbeitsbedingungen in selbigem während der 30er Jahre, die fast eine ganze Dekade dauerten. Seither hat sich für die Bergleute nur wenig verbessert und deswegen steht Harlan County 1973 wieder ein großer Streik bevor. Diesmal jedoch ist das junge Filmteam um die Regisseurin Barbara Kopple vor Ort, das den Kampf der Minenarbeiter und ihrer Familien mehrere Monate lang begleiten wird. Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Mehrmals wurde das Team (und die Streikenden natürlich auch) von Streikbrechern bedroht, angegriffen und sogar beschossen. Dabei heraus kommt allerdings eine Doku, die nicht nur einen Oscar gewinnt, sondern wahrscheinlich sogar Schlimmeres verhindert hat.

Nov 2020

57 min 23 sec

Dieses Drehbuch klingt einfach zu absurd: Ein durchgeknallter Regisseur züchtet gemeinsam mit seiner Familie 150 Großkatzen, um einen Film zu drehen, in dem eine Familie auf engstem Raum mit eben jenen Tigern, Löwen und Pumas zusammenlebt. So einen Film würde wohl niemand produzieren – total unglaubwürdig. Naja. Leider ist das eine echte Geschichte und die Kurzzusammenfassung der Produktion des Filmes Roar von Noel Marshall aus dem Jahr 1981. Martin erzählt von diesem mehr als nur fragwürdigen Film, doch eines kann auch er leider nicht beantworten: Warum zur Hölle gibt es diesen Film überhaupt? Andere Filme scheitern weniger offensichtlich. Der Exorzist von Regisseur William Friedkin aus dem Jahr 1973 ist zweifellos ein Klassiker des Horror-Genres. Manche würden ihn sogar als Meisterwerk bezeichnen. Auf jeden Fall verursacht der Film auch heute noch Gänsehaut. Aber wir haben uns entschieden, nicht nur anhand von offensichtlichen Kriterien zu entscheiden, ob wir einen Film(-Dreh) als „gescheitert“ betrachten. Lucas hat sich für diese Episode unter anderem die Arbeitsbedingungen am Set näher angeschaut. Außerdem gehen wir den zahlreichen Mythen rund um den „Fluch des Exorzisten“ auf den Grund.

Nov 2020

51 min 25 sec

Wenn einem Regisseur ein Film floppt, dann ist das eben so. Schließlich scheitert doch jeder mal! Und eine zweite Chance hat auch jeder verdient! Wenn dagegen eine Regisseurin scheitert, sieht diese Geschichte ganz anders aus. Dann stehen die Chancen, nochmal einen Film mit großem Budget zu bekommen, eher schlecht. So ist es zumindest in der Geschichte von Lexi Alexander (Hooligans), die Martin in dieser Episode erzählt. Nur bei 10,7% der 100 finanziell erfolgreichsten Filme haben Frauen (mit) Regie geführt. Spoiler: Das ist nicht die Schuld von Frauen. Der erste abendfüllende Animationsfilm? Das muss doch Schneewittchen und die sieben Zwerge aus dem Jahr 1937 von Walt Disney sein! Naja. Nein. Das ist zwar die Antwort, die man vielerorts lesen und hören kann, aber leider die Falsche. Der älteste noch erhaltene abendfüllende Animationsfilm stammt aus einem kleinen Potsdamer Studio und aus der Feder – oder viel mehr der Schere – von Lotte Reiniger. Die Abenteuer des Prinzen Achmed aus dem Jahr 1926 ist ein sogenannter Silhouettenfilm. Was das ist, warum die Filmemacherin Lotte Reiniger heute kaum jemand kennt und warum ihr bekanntester Film ein finanzieller Flop war, erzählt Lucas in dieser Episode.

Oct 2020

58 min 31 sec

Vor allem Filmproduktionen haben Auswirkungen in der "wirklichen Welt". So sei zum Beispiel in Planung, für den neuen "Mission Impossible" Streifen mit Tom Cruise in der Hauptrolle, eine über hundert Jahre alte und (nebenbei bemerkt) wunderschöne Eisenbahnbrücke in Polen zu sprengen. Wie sich jetzt Denkmalschützter*innen zu Wort melden und warum es gar nicht so geil ist für Actionfilme immer alles in die Luft zu sprengen (Stichwort: Nachhaltigkeit) erzählt Lucas in seiner Geschichte. Martin kümmert sich in dieser Episode um die Rechte von Arbeiter\*innen. Genauer gesagt um die Rechte all derer, die in Neuseeland an der Produktion der "Der Herr der Ringe" und "Der Hobbit" Filme beteiligt waren und mitunter signifikant weniger verdienten, als ihre Kolleg*innen aus dem Ausland. Als es dann zum Streik kam, griff die damalige Regierung Neuseelands nicht etwa den arbeitenden Menschen unter die Arme. Weit gefehlt. Man traf sich lieber mit Studiobossen und verbot in Folge kurzerhand die Streiks, durch Verabschiedung eines Gesetzes. Toll! Fun Fact: Auch Regisseur Peter Jackson hat sich in dieser Diskussion nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Oct 2020

51 min 59 sec

Wir lieben ihre Gesichter auf der großen Leinwand. Mit ihren Schauspielkünsten haben sie unsere Herzen erobert. Oft vertrauen wir ihnen, obwohl wir ihnen nie persönlich begegnet sind. Hollywood-Stars schaffen durchs Spielen ihrer Rollen eine enge Bindung zu uns Zuschauer*innen. Da liegt es nur nah, dass clevere Unternehmen dieses Vertrauensverhältnis nutzen wollen, um ihre Produkte zu vermarkten. Dafür sind sie oft sogar bereit, mehrere Millionen in die Hand zu nehmen. Martin hat für diese Episode eine Top-Liste zusammengestellt, mit den teuersten und aufwendigsten Werbefilmen, in denen Hollywood und seine Stars die Hauptrolle spielen. Eine ganz andere Werbegeschichte erzählt Lucas: Habt ihr schon mal einen schlechten Menschen gesehen, der ein iPhone benutzt? Also in Filmen und Serien? Nein? Das ist kein Zufall. Zumindest kann man das annehmen, wenn man den Worten von Regisseur Ryan Johnson glaubt. In einem Interview erzählt er davon, dass der Apfel-Konzern vertraglich untersagt, dass "die falschen Figuren" dessen Produkte nutzen. Doch wie groß ist eigentlich der Werbe-Effekt von Produktplatzierungen? Steigert es meine Verkäufe signifikant, wenn ich Millionen dafür ausgebe, dass mein Handy, Auto oder Bier (Bestes Bier übrigens: Smacks!!) in einem James-Bond-Film auftaucht? Wir haben beim Marketing-Professor Christoph Burmann nachgefragt. Und der sagt: Nein.

Sep 2020

59 min 12 sec

Von Verschwörungs-Schwurblern*innen, die in Berlin protestieren, bis hin zu großen Protesten der Einwohner von Belarus gegen ein sie unterdrückendes System. Protest ist allgegenwärtig. Auch das vielfach beschworene neue Lieblingswort einiger konservativer Medien, die vermeintliche "Cancel Culture", kann man mit einer gewissen Form von Protest in Verbindung bringen. Sei es – von der einen Seite – durch den vermuteten Protest gegen missliebige Inhalte oder durch das Protestieren gegen den neu entdeckten leichtrechten Kampfbegriff selbst. Aber auch Film- und Kinobranche sind Proteste nicht fremd. Erst am vergangenen Freitag erschien auf Disney+ das lang erwartete Remake des Klassikers "Mulan". Statt – wie zuerst geplant – den Film im März in die Kinos zu bringen, entschied man sich beim Mäusekonzern nach coronabedingtem Verschieben, den Blockbuster ausschließlich online zur Verfügung zu stellen. Es gab Proteste – vor allem von Betreiber*innen kleinerer Kinos. Lucas erzählt eine Geschichte über die gigantische Macht eines einzelnen Konzerns über die Filmbranche. Martin dagegen taucht ein in das New York der 1980er Jahre. Auf dem Höhepunkt von Al Pacinos Karriere engagierte ihn Exorzist-Regisseur William Friedkin für seinen Film Cruising. Ein Film, der nicht nur ein finanzieller und erzählerischer Flop wurde, sondern aufgrund seiner stigmatisierenden und stereotypen Darstellung homosexueller Menschen erhebliche Proteste auslöste.

Sep 2020

55 min 5 sec

Ein Blick auf die Produktionsbudgets in Hollywood lässt den Irrglauben zu, dass nur diejenigen einen Film drehen können, die entweder Millionäre sind oder gute Beziehungen zu großen Produktionsstudios haben. Klar, zum Teil stimmt das auch. Die Filmcrew will schließlich bezahlt werden und auch das Equipment gibt's nicht umsonst. Das schafft Barrieren, die die Stimmen von weniger privilegierten Menschen unterdrückt. Moderne kostengünstigere Technologien können da Abhilfe schaffen und neue Wege ermöglichen, wie ein Film aussehen und produziert werden kann. In dieser Filmmagazin-Folge beschäftigen wir uns mit einem der erfolgreichsten Horrorstreifen aller Zeiten, der mit einem verschwindend geringen Budget zu einem kulturellen Phänomen wurde. Das schaffte er, indem er das Potential des noch jungen Internets erkannte und für sich nutzte. Allerdings offenbarte sich dadurch auch, welche Gefahren im neuen Medium lauerten. In unserer zweiten Geschichte hören wir etwas über Trash-Ikonen und einem Verleihservice, der das Leben vieler Filmschaffender erleichtern will. Zudem fragen wir uns, ob die weiter fortschreitende Digitalisierung irgendwann so genannte "Gatekeeper" obsolet macht.

Aug 2020

50 min 23 sec

Durch Filme die öffentliche Meinung beeinflussen. Das ist kein neues Konzept. Einer der Filme über die wir in dieser Folge sprechen, kommt aus den 1950ern, der andere ist noch keine 5 Jahre alt. Spätestens als das Kino (und damit das bewegte Bild im allgemeinen) immer populärer wurde, stieg auch das Interesse der Personen daran, die es für Manipulation nutzen wollten.

Aug 2020

46 min 14 sec

Filmgeschichtsschreibung hat häufig einen Männerblick. Männer haben den Film erfunden. Männer waren die Pioniere, die zunächst normale Züge und später immer komplexere Szenerien abfilmten. Das stimmt so aber nicht. Oftmals hatten auch Frauen einen großen Anteil daran, wie sich das Medium weiterentwickelte. In dieser Filmmagazin-Folge hören wir zwei Geschichten über verkannte Frauen in der Filmbranche, die trotz großer Leistungen in Vergessenheit geraten sind (oder absichtlich vergessen wurden?!).

Jul 2020

51 min 29 sec

In dieser Folge erzählt Lucas die Geschichte von einem schrecklichen Unfall am Set des Filmes „Twilight Zone“ im Jahr 1982, bei dem ein Mann und zwei Kinder ihr Leben verloren – ausgelöst durch Leichtsinn und Ignoranz der Verantwortlichen. Martin beschäftigt sich mit dem finanziellen und inhaltlichen Fiasko von Fantastic Four aus dem Jahr 2015. Er erzählt dabei, wie die Karriere eines aufstrebenden Nachwuchs-Regisseurs nach einem fulminanten Start scheiterte.

Jul 2020

1 hr 2 min

Eine komplette Sprache erfinden? Wieso nicht? In dieser Episode sprechen wir über fiktionale Sprachen, die extra für Filme bzw. Serien entwickelt wurden. Eines der bekanntesten Beispiel dafür ist sicher Klingonisch aus dem Star-Trek-Universium, aber auch für den James-Cameron-Blockbuster Avatar wurde eine eigene Sprache entwickelt. Klingonisch und Na'vi klingen zwar grundverschieden, haben aber eins gemeinsam: Sie reichen mittlerweile weit über ihre Filme hinaus. Beide Sprachen werden von tausenden Menschen – als Hobby oder aus Liebe zum jeweiligen Franchise – gesprochen und stetig weiterentwickelt. Wir erzählen, wie die beiden wohl berühmtesten Fantasy-Filmsprachen entstanden sind. Außerdem geht es darum, wie durch Sprache Macht ausgeübt werden kann und was Klingonisch eigentlich mit der DDR zutun hat.

Jun 2020

47 min 28 sec

Die Krise, die die Verbreitung von COVID-19 verursacht hat, holt das Schlechteste aus einigen Menschen heraus und scheint sie besonders anfällig zu machen für Verschwörungs-Erzählungen. Wir haben in dieser Folge nicht vor, diesen Leuten mit einem „Best-of-Verschwörungsgebrabbel 2020“ eine Bühne zu bauen. Stattdessen werden wir uns mit Verschwörungs-Erzählungen in Filmen beschäftigen. Denn die sind alles andere als selten. Tragen solche Filme damit eine Mitschuld daran, dass viele Menschen sich zu solchen „Theorien“ hingezogen fühlen?

May 2020

35 min 13 sec

"Die gehört mein Herz", "Sei ein Mann", "Kann es wirklich Liebe sein". Erinnerungen werden wach, Herzen warm und die Zungen locker. Die meisten, die mit den großen Disney-Klassikern aufgewachsen sind, können diese Lieder mitsingen. Aber auch in der jüngeren Vergangenheit hat der mausohrige Medienriese aus Amerika bewiesen, dass man noch erfolgreiche Filmsongs produzieren kann. "Let it go" aus Frozen ist wohl das erfolgreichste Stück Filmmusik, das es je gegeben hat und gleichermaßen Elsas Emanzipationsgeschichte wie zeitgenössischer Popsong. Für diese Folge unseres Filmmagazins haben wir uns gefragt, was eigentlich hinter dem Erfolg der Musik in Disney-Filmen steckt.

Apr 2020

49 min 11 sec

Achtung Content-Warnung für diese Episode: sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung und Suizid. Mehr als sechs Millionen Zuschauer und elf Fortsetzungen sprechen eine eindeutige Sprache. Als der erste Schulmädchen-Report im Jahr 1970 in den deutschen Kinos erschien, war er ein Straßenfeger. Der Film zeigte Sexualität wie es Jahre davor noch undenkbar war. Jede wollte mit jedem und umgekehrt, in der Regel aber Jüngere mit Älteren. Sex zwischen Mann und Frau war nicht mehr nur in einem ehelichen Kontext zu sehen. Doch hinter dem angeblichen Tabubruch steckten auch höchst problematische Bilder, die besonders Frauen eine neue Rolle aufdrückten.

Mar 2020

1 hr 4 min