re:publica 19 - Politics & Society

re:publica

Im Herzen des re:publica Programms stehen die Debatten und der Austausch über die voranschreitende Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf den Wandel der Gesellschaft(en) und auf die Verschiebung politischer Dynamiken.

All Episodes

Christian Schiffer, Christian Alt Klar, wir haben alle Akte X geliebt, saßen gebannt vor Oliver Stones JFK und hingen Erich von Däneken an den Lippen, wenn der auf RTL erklärte, die Pyramiden wäre in Wirklichkeit von Außerirdischen hochgezogen worden. Wir glauben nicht jeden Blödsinn und schaue gerne hinter die Dinge. Und es stimmt ja auch: Die Totalüberwachung der digitalen Welt ist keine Verschwörungstheorien, genau so wenig wie das Spionagenetzwerk Echelon eine Verschwörungstheorie war. Und doch leben wir in einer Zeit, in der wilde Theorien die Gesellschaft unter Stress setzten und oft genug auch Menschenleben kosten. Im Herbst 2016 tötet ein sogenannter Reichbürger in Georgensgmünd einen Polizisten, Masernerkrankungen steigen, weil sich Menschen nicht mehr impfen wollen und im weißen Haus sitzt ein Mann, der seinen politischen Aufstieg maßgeblich der Bullshit-Theorie verdank, Barack Obama sei gar kein Amerikaner. Verschwörungstheorien kursieren auf Youtube, Facebook, Whatsapp & Co., sie werden geglaubt und weiterverbreitet, sind bisweilen sogar zu einem großen Geschäft geworden. Für ihr Buch „Angela Merkel ist Hitlers Tochter -  im Land der Verschwörungstheorien“ [https://netzpolitik.org/2018/rezension-angela-merkel-ist-hitlers-tochter-im-land-der-verschwoerungstheorien/] haben sich die beiden BR-Journalisten Christian Alt und Christian Schiffer tief in den Verschwörungssumpf begeben, Verschwörungstheoretiker getroffen, die populärsten Verschwörungsmythen aufgedröselt und versucht zu erklären, warum wir so gerne an Verschwörungstheorien glauben.   Auf der Re:Publica erzählen sie von ihren Recherchen und erläutern, wie man dem Verschwörungswahn Einhalt gebieten kann, ohne das kritische Denken aufzugeben.

May 2019

40 min 2 sec

Alexander Gerst, Jan Wörner Jan Wörner erörtert die aktuelle und zukünftige Strategie und die Pläne für die Raumfahrtprogramme, die ESA über 2019 hinaus durchführen wird und die alle Aspekte der Weltraumaktivitäten abdecken: Wissenschaft und Exploration, Anwendungen, Zugang zum Weltraum, Missionsbetrieb sowie Forschung und Entwicklung. Alexander Gerst – ESA Astronaut mit deutschem Akzent, wie Jan Woerner zu sagen pflegt - wird uns faszinierende Einblicke in das Leben und Arbeiten eines Wissenschaftlers im All geben. Er kehrte im Dezember 2018 von seiner sechsmonatigen Mission „Horizons“ zurück, in deren Rahmen er an Hunderten von Experimenten arbeitete, als Kommandant aber auch fuer den reibungslosen Betrieb der Internationalen Raumstation zu sorgen hatte. Im Juli folgt ihm sein Kollege Luca Parmitano - ESA Astronaut mit italienischem Akzent – und fuehrt die Arbeiten fort. Moderiert wird die Session von Chiara Manfletti: Rocket Scientist, Doktoringenieurin für Aeronautical and Astronautical/Space Engineering, Expertin und Lehrbeauftragte fuer Raumfahrtantriebe der TU Darmstadt, Programme Advisor to the Director General (aka Jan Wörner) und noch einiges mehr – was wollt Ihr mehr?

May 2019

58 min 10 sec

Oliver Schröm Im Oktober 2018 veröffentlichten 19 Medien in zwölf Ländern ihre Recherchen zu den #CumExFiles und enthüllten damit den größten Steuerraub in der Geschichte Europas. Mehr als 55 Milliarden Euro hatten Banker*innen, Aktenhändler*nnen und reiche Investoren mit CumEx und anderen rein steuergetriebenen Aktiendeals aus den Steuerkassen von zehn EU-Staaten gestohlen.  Oliver Schröm, Chefredakteur des gemeinnützigen Recherchezentrums CORRECTIV, war Initiator und Leiter der europäischen Recherchekooperation. Er beschreibt wie unter der Leitung von CORRECTIV dieses Team von investigativen Journalist*innen zehn Monate lang an dem Thema arbeitete, wie sie über 180.000 Dokumente auswerten und wie sie es schafften, einen Insider dazu zu bringen, vor ihren Fernsehkameras ein Geständnis abzulegen.  Anhand von Videomaterial zeigt Schröm auch, wie er und sein Kollege Christian Salewski in die Rollen von Milliardären schlüpften und mithilfe einer Briefkastenfirma in einer spektakulären Undercover Operation bewiesen, dass Betrüger*innen weiterhin die Steuerkassen plündern – und zwar nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt.

May 2019

49 min 3 sec

Ingo Dachwitz, Christiane Wendehorst, Christiane Woopen Datenschutzgrundverordnung, Cambridge Analytica, Daten-für-alle-Gesetz: Die Datenpolitik ist eines der umstrittensten netzpolitischen Themen unserer Zeit, denn der Widerspruch zwischen dem Grundrecht auf Datenschutz und dem Drang, ökonomisches Potenzial aus Daten zu schöpfen, scheint unauflösbar. Prof. Dr. Christiane Wendehorst und Prof. Dr. Christiane Woopen leiten die Datenethikkommission der Bundesregierung. Bis Ende 2019 wollen sie und 14 weitere kluge Köpfe der Bundesregierung Vorschläge machen, wie sie ihre Datenpolitik ausrichten sollte. In einem Interview mit ausführlicher Q&A-Session geben die beiden Vorsitzenden Einblick in Themen, Positionen und Kontroversen der Datenethikkommission.

May 2019

1 hr 2 min

Jens Balzer Mit stumpfem Sprechgesang schwingen die einen ihre überzüchteten Trizeps über die Bühne, predigen Hass auf Frauen, Schwule und Juden, während die anderen, völkische Deutschrocker, mit grobem Gitarrengeschrubbe patriotische Gefühle beschwören. Beim Blick in die Hitparaden kommt leicht der Verdacht auf, dass Popmusik nur noch reaktionäre Weltbilder pflegt. Gibt es einen Zusammenhang mit dem politischen Aufschwung des Rechtspopulismus? Wenn ja, in welchem Sinne? Und wenn es ihn gibt, warum findet man dann fast keine Popmusiker*innen, die sich explizit an die Spitze der dazugehörigen Bewegung setzen? Die bekennende neue Rechte ist - sowohl in Deutschland wie in den USA - eine Popkultur ohne Popmusik. Liegt es daran, dass Popmusik kein relevantes Medium für die Formation politischer Bewegungen mehr ist? Oder ist „identitäre“ Popmusik ein Widerspruch in sich, weil Popmusik schon immer von der Durchdringung von Kulturen, ethnischen Traditionen und Stilen gelebt hat? Dann zeigte sich in ihrer Hybridität immer noch eine gesellschaftliche Utopie – eine Utopie allerdings, die gerade auch von „links“ heute unter starkem Druck steht. Während der Pop auf der einen Seite verroht und sich in amoralischer Verantwortungslosigkeit suhlt, breitet sich auf der anderen Seite ein immer strikter werdender moralischer Rigorismus aus, gerade im Pop und den Debatten darum, Stichwort: „cultural appropriation“. Wie verhalten sich die Ideologeme der „linken“ Identitätspolitik zur „rechten“ Beschwörung kultureller Identität? Wie kann Popmusik ihr utopisches Potenzial und ihre Freiheit bewahren in einer Zeit, in der beide aus unterschiedlichen politischen Richtungen bestritten und bekämpft werden?  

May 2019

25 min 42 sec

Franz von Weizsäcker, Mario Malzacher, Rita Schwarzelühr-Sutter Müssen wir unsere Konsumweise komplett ändern, um natürliche Grenzen und Ressourcen zu berücksichtigen und lässt sich Digitalisierung mit nachhaltigem Konsum überhaupt zusammenbringen? Kann uns die Blockchain beim Thema Kreislaufwirtschaft in der Fashionwelt unterstützen? Fest steht: Nachhaltiger Konsum – nicht nur im Fashionbereich – fordert Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik heraus. Doch die Digitalisierung kann vielfältige Chancen bieten - angefangen bei der Gewinnung von Ressourcen und vollkommen transparenten Lieferketten, über Ressourceneffizienz bis hin zur Kommunikation von nachhaltigen Produkten und deren Vertrieb über das Internet. Welche Ansätze funktionieren bereits und welche politischen Weichen müssen noch gestellt werden? Welche Akteure gehen mit gutem Beispiel voran? In der Diskussionsrunde wollen wir einen aktuellen Überblick geben und Mut machen für die zukünftige Entwicklung des nachhaltigen Konsums in der Fashionwelt.

May 2019

58 min 58 sec

Julia Krüger Demokratie war nie einfach, wird es nie sein. Die Verwirklichung von Bürgersouveränität über Repräsentation und Legitimation stellt eine andauernde Herausforderung dar, die früher nur allzu oft an mangelnder Kompetenz oder Korruption scheiterte (Kleger 2018). Heute kommt dazu die fehlende Handlungsmacht nationalstaatlicher Strukturen, eine verselbständigte Exekutive und vor allem: die fehlende Anpassung parlamentarischer Entscheidungsstrukturen an das Vielmehr und Vielschneller und "Irgendwieanders" von Information und Kommunikation (Bewältigung des "Throughput"). Letzteres ist Kern demokratischen Wandels und birgt die Frage: Wie können digitale Technologien demokratische Prozesse sinnvoll stützen und bekannten Defiziten wie mangelnder Kompetenz, Korruption, Langsamkeit usw. entgegenwirken – unter den Bedingungen explodierender Differenzierung und gesamtgesellschaftlicher Interdependenz? Zur Beantwortung werden Visionen, Prozesse und Tools (Technologien) eines transformativen Demokratiedesigns in den Blick genommen – mit und ohne Künstliche Intelligenz (KI). National und international sich in Entwicklung und/ oder Erprobung befindliche Systeme werden vorgestellt und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse politischer Akteure (Bürgerinnen und Bürger, Politikschaffende, Mitarbeitende usw.), liberaler Demokratieprinzipien (Skalierung) und allgemeingültiger Menschenrechte (Konsens) debattiert. Dabei geht es weniger um die perfekte Systemlösung, sondern um praktikable Ansätze in einer agilen Projektentwicklung. Am Ende steht ein Ausblick auf die Entwicklung und Nutzung von KI- und Plattformtechnologien für die nationale und internationale Koordinierung eines sozio-ökologischen Wandel.

May 2019

33 min 18 sec

Lea Pfau, Patrick Stotz Die Schufa Holding AG ist die bekannteste Auskunftei Deutschlands. Auf ihre Bewertungen stützten sich jeden Tag hunderttausendfach Banken, Mobilfunkunternehmen und Online-Händler. Egal also, ob es um einen Handyvertrag, eine Wohnung oder einen Kredit geht - der Score der Schufa ist fast immer im Spiel. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über Informationen zu mehr als 67 Millionen Verbrauchern in Deutschland. Die Schufa wird zwar datenschutzrechtlich von den Aufsichtsbehörden kontrolliert, dennoch bleibt der Algorithmus für die Öffentlichkeit geheim. Geschäftsgeheimnis, urteilte der BGH. Der Rechtsstreit einer Betroffenen auf Auskunft scheiterte in allen Instanzen bis zum BGH. Kann man mit Methoden von Crowdsourcing und Algorithmic Accountability Reporting dafür sorgen, dass Algorithmen mit so großer gesellschaftlicher Tragweite transparenter werden? Datenjournalisten des Bayerischen Rundfunks und des Spiegel haben über die Initiative OpenSchufa berichtet und die erhobenen Daten unabhängig von der Initiative ausgewertet. Bei der rp19 werden sowohl die Recherchen von Spiegel und BR als auch die Ergebnisse der Kampagne OpenSCHUFA von Open Knowledge Foundation und Algorithmwatch vorgestellt und mit der Community diskutiert. Ein wichtiger Aspekt dieser Präsentation ist dabei auch: Wie haben BR und Spiegel sichergestellt, dass sie unabhängig von der Kampagne berichten und wo verläuft die Trennlinie zwischen Journalismus und Aktivismus?

May 2019

29 min 24 sec

Rosa Rave, Rosa Raver, Rosa Raven, Rosa Rave*, Rosa RaveX Seit Mai 2018 organisiert und mobilisiert Reclaim Club Culture (RCC) in Berlin Proteste gegen die AFDsierung der Gesellschaft und für eine partizipative Stadtentwicklung. Um diese Ziele zu erreichen, wurden nicht nur digitale und analoge Kommunikationskanäle und Netzwerke geschaffen, sondern vor allem eine konsequent antifaschistische Haltung in der Clubkultur sichtbar gemacht und klare feministische und antikapitalistische Positionen umgesetzt. Die Kommunal- und Stadtpolitik, vor allem in Ballungsräumen wie Berlin, wird vom protestwilligen Teil der Bevölkerung immer öfter und mit immer drängenderen Fragen nach aktivem Widerstand gegen Gentrifizierung und den Ausverkauf der Stadt konfrontiert. Gleichzeitig gibt es zudem die Notwendigkeit, sich der Einflussnahme von rechtsextremen Parteien und Gruppieren in der Stadt- und Kulturpolitik zu widersetzen. Beide Phänomene betreffen zentrale Fragen des Zusammenlebens und können nicht getrennt voneinander gedacht werden. Die zentrale Konfliktlinie in der Interpretation einer demokratischen Grundordnung, als entweder basis-demokratisch oder parlamentarisch-repräsentativ, durchzieht mittlerweile die gesamte Gesellschaft. Eine auf Verwertung aller Freiflächen orientierte Verwaltungsdemokratie trifft dabei auf immer härter werdenderen Widerstand derjenigen, die für eine selbst-verwaltete Stadt eintreten und sich der Vereinnahmung der Subkultur im kommerzorientierten Stadtmarketing entziehen. Deren Existenzbedingungen sich oft im Spektrum von prekär bis existenziell bedroht bewegen. Das bedeutet weiter: Der Kampf um die Räume der Stadt ist ebenso zu führen wie der Kampf gegen die Identitäre Bewegung und ihr Branding im Kulturkampf der Neuen Rechten im vorpolitischen Raum. Das zeigt sich deutlich am Beispiel der aktuellen Entwicklung an der Rummelsburger Buchtwie auch bei parlamentarischen Anfragen der AfD zu alternativen Jugendzentren und darstellenden Künsten der freien Szene.

May 2019

26 min 26 sec

Abraham Taherivand Zum 15. Jubiläum von Wikimedia Deutschland setzt sich Abraham Taherivand, geschäftsführender Vorstand, in einem Gedankenexperiment mit der Frage auseinander: Muss die Mission von Wikimedia im Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und Freiem Wissen neu gedacht werden? In diesem Rahmen sondiert er die Folgen für Freies Wissen in einer meinungsdominierten Gesellschaft.

May 2019

30 min 27 sec

Sven Scharioth Wir lesen undurchsichtige AGB, damit ihr nicht böse überrascht werdet und wir kümmern uns um „kreative“ Gesetzesauslegungen oder die Dreistigkeit bestimmter Anbieter, die uns alle im Netz immer wieder benachteiligen und abzocken wollen. Über unser Beschwerdepostfach kann jede/r mitmachen und uns Fälle melden: Und wie das so ist, wenn man ein Postfach ins Internet stellt: Neben wichtigen Hinweisen erreichen uns auch kuriose Meldungen, bei denen uns nicht immer klar ist, wie wir helfen können. Im Talk geben wir einen Einblick in die krassesten Fälle, die uns in den letzten knapp vier Jahren erreicht haben und was wir für Verbraucher*innen tun konnten. Spoiler: Eine ganze Menge. So klagen wir gerade gegen die Datenweitergabe von WhatsApp an Facebook und verklagen Paypal wegen seiner langen und unverständlichen AGB. Nur bei Beschwerden über wässriges Hackfleisch und Klopapier mit zu wenig Blättern konnten wir das Internet noch nicht besser machen.  

May 2019

22 min 42 sec

Arne Semsrott, Fiona Krakenbürger Am 8. Mai 2019 versammeln wir uns in Berlin-Kreuzberg, um die Offenheit der Regierung, Verwaltung und Behörden zu besprechen. Hunderte Aktivisten und Aktivistinnen engagieren sich täglich für eine offenere und transparentere Regierung. Während wir sprechen, sind sie mit Digitalen Agenden, PDFs und Gesetzesparagraphen konfrontiert - und doch war die Community noch nie so aktiv wie heute! In den vergangenen 12 Monaten wurden Kontakte geknüpft, Netzwerke aufgebaut, Klagen eingereicht und zahlreiche Informationen befreit. Wir sehen, dass dies die entscheidende Dekade in der Geschichte der Transparenz ist und wir eine einzigartige Rolle in der Geschichte spielen. Wenn wir vor die Wahl gestellt werden, uns entweder der Tyrannei der Verschwiegenheit zu unterwerfen oder für mehr Transparenz zu kämpfen, wissen wir: Wir wählen die Transparenz! Das letzte Mal, als wir hier zur Lage der Offenheit und Transparenz gesprochen haben, haben wir über zarte Pflanzen der Verwaltungsöffnung gesprochen. Wir haben unsere Hoffnung geäußert, dass das Thema Open Government in ganz Deutschland fußt fasst. Manche dieser Träume sind in Erfüllung gegangen, andere werden niemals Realität werden. Und doch, tief in der Seele der Open-Knowledge-Aktivistin ist der Wille stärker als der Zynismus! Über die unermüdliche Arbeit der Community und die politischen Zusammenhänge, Strategien und Entwicklungen wollen wir in diesem Vortrag berichten! Themen u.a.     - Die besten Klagen zu Informationsfreiheits- und Transparenzgesetzen     - Open Government Partnership (Runde 2!)     - Gläserne Gesetze     - Der Staat fördert OpenSource-Projekte     - Open Data

May 2019

26 min 28 sec

Beata-Konstanze Hubrig Das Ziel bleibt, herauszufinden, in welchem System die Künstlerin von ihrer Kreativität genauso gut leben kann, wie die Angestellte in einer Verwertungsgesellschaft. Ich arbeite in meinem Vortrag das Urheberrecht im subjektiven Sinne heraus: also das subjektive, absolute Recht der Urheberin an ihrem Werk. Sie besitzt Gestaltungs- und Herrschaftsrechte. Herrschaftsrechte sind zum einen die absoluten Rechte, die sie gegen jedermann richteten kann und von jedermann zu beachtende. Sie besitzt aber auch relative Rechte, die nur gegenüber ihren Vertragspartnern gelten. Mit meinem Vortrag möchte ich ein Grundverständnis vermitteln, wie das Urheberrecht funktioniert. Das urheberrechtliche System soll danach verständlicher sein. 

May 2019

29 min 8 sec

Thomas Lohninger Netzneutralität ist das Prinzip der Gleichbehandlung aller Daten im Internet. Es schreibt vor, dass die Nutzer entscheiden welche Anwendungen sie nutzen oder anbieten wollen und alle Daten gleich schnell und gleich teuer ankommen sollen. Dieses Prinzip wird seit vielen Jahren in der politischen Debatte heiß umkämpft. Für die Telekomindustrie geht es nicht nur um viel Geld, sondern auch ihre künftige Rolle in der Gesellschaft. Ohne Netzneutralität sind Telekomfirmen mächtige Plattformen an denen niemand vorbei kommt, der ihre Kunden erreichen will. Mit Netzneutralität verbindet uns das Netz gleich gut mit allen Netzteilnehmern und ein Telekomkonzern ist mehr wie Stromanbieter, den man schnell wechselt ohne das zu Hause ein Gerät aufhört zu funktionieren. Unser Verein beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Schutz des freien Internets und hat mit Savetheinternet.eu viele Jahre für das Gesetz zur Netzneutralität gekämpft. Dieses Jahr (2019) wird die EU ihre Regeln in diesem Thema neu verhandeln und dabei wird sehr viel von der Industrie über 5G gesprochen. Angeblich sollen mit 5G noch nie da gewesene Geschwindigkeiten und Anwendungen möglich sein. Ähnliches hat man schon damals über 4G oder 3G gehört. Was sich jedoch geändert hat, ist dass der Glasfaserausbau inzwischen desaströs weit abgehängt ist in Deutschland. Mehr erfährt ihr auf https://epicenter.works/thema/netzneutralitaet 

May 2019

26 min 43 sec

Christina Schmidt, Martin Kaul, Sebastian Erb, Alexander Nabert Als an diesem Abend nahe Stuttgart ein schwarzer Porsche-Cayenne vorfährt, steigt der Mann vom Verfassungsschutz aus - begleitet von drei schweren Männern. Was tun? Die Recherchen der taz zum Hannibal-Komplex dauerten lange und führten auf viele Felder: Hinein in Verfassungsschutzbehörden und Bundeswehr; hinaus aufs Land zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg; auf Facebookprofile philippinischer Politiker und hinein in Telegram-Chats deutscher Verschwörer. Das Ergebnis: Die Recherchen zeigen eine Welt von Preppern mit Umsturzfantasien und besten Verbindungen in staatliche Behörden auf, offenbaren paramilitärischen Trainings in Hannibals Verein "Uniter" und berichteten von den Plänen deutscher Netzwerker, in den Philippinen die Nationalpolizei des autoritären Machthabers Rodrigo Duterte ausbilden zu wollen. In diesem Panel geben die ReporterInnen Einblick in die Arbeit hinter den Kulissen, sprechen über ihre Erfahrungen bei der Wald- und Wiesen-Recherche und über die schöne Welt der Online-Investigation.

May 2019

53 min 30 sec

Maren Jule Kling, Michael Bukowski, Martin Oetting, Kai Schächtele Wir erzählen uns die Aussicht, den Klimawandel abzuwenden, immer noch als eine Geschichte von Verbot und Verzicht. Damit kommen wir nicht weiter. Wir brauchen eine neue, positive Erzählung. Und die gibt es. Hoffnungsvolle Geschichten von Leuten, die längst loslegen und Chancen wahrnehmen. Diese Macherinnen und Pioniere holt vollehalle ins Rampenlicht. Denn sie zeigen, welche konstruktiven Wege wir gehen können. Und sie schaffen Zuversicht. • Eine Anwältin verklagt die Bundesregierung im Namen mehrerer Familien auf die Einhaltung der Klimaschutz-Ziele. • Ein Verkehrsvisionär zettelt mit einer relativ kleinen Gruppe von Aktivisten eine Verkehrsrevolution an. • Eine Expertin für die CO2-Abgabe erklärt, wie man das Verfeuern fossiler Energien verteuern kann, ohne dass darunter die Einkommensschwachen leiden müssen. • Ein Umweltökonom entwickelt ein Modell, mit dem man vordergründig Flüge kompensieren, tatsächlich aber einen ersten Schritt hin zu mehr Klimabewusstsein machen kann. • Eine Aktivistin zieht mit ihren Kolleginnen und Kollegen durch den Deutschen Bundestag mit dem Ziel, dass Deutschland seine Anlagen aus allen Aktien von Unternehmen abzieht, die mit Öl, Gas und Kohle Geld verdienen. Allen gemein ist der Optimismus, dass es möglich ist, sich dem Klimawandel auf eine Weise entgegenzustellen, die Spaß macht und Sinn stiftet. Und alle können davon erzählen, dass das Leben nicht vorbei ist, wenn man den Klimawandel in sein Leben lässt. Im Gegenteil: Ein Leben, das sich den neuen Antworten auf alte Fragen öffnet, ist eines mit mehr Sinn und dem guten Gefühl, sich mit den richtigen Leuten für die richtige Sache zu verbünden. Das ist vollehalle – die Klimawandel-Show, die Mut macht.   supported by Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

May 2019

1 hr

Elisabeth Niekrenz Die Diskussion um Uploadfilter bricht nicht ab: Algorithmen sollen nicht nur zum Aufspüren von Urheberrechtsverletzungen eingesetzt werden, sondern nach dem Willen einiger in Zukunft auch dazu dienen, als terroristisch klassifizierte Inhalte aus dem Netz zu verdrängen. Nachdem die Innenminister Frankreichs und Deutschlands die EU-Kommission im letzten Jahr aufgefordert hatten, verstärkt gegen Terror-Propaganda im Internet vorzugehen, legte die Kommission im September den Entwurf einer Verordnung zur Verhinderung der Verbreitung terroristischer Online-Inhalte vor. Davon betroffen sein sollen alle Dienste, die Inhalte von Personen hochladen lassen und sie speichern, um sie Dritten zur Verfügung zu stellen - mithin jeder Blog mit Kommentarfunktion. Neben der Entfernungsanordnung mit einstündiger Löschfrist sieht die Kommission rechtlich unverbindliche Meldungen und die behördliche Verpflichtung zu Uploadfiltern vor. So könnten transnationale Befugnisse zur Einschränkung der Meinungsfreiheit geschaffen werden, die es ermöglichen, Beiträge, die in einzelnen Mitgliedsstaaten politisch unerwünscht sind, unionsweit von Plattformen zu verdrängen. Die Session erläutert kritisch die Entwürfe der Kommission und des Parlamentsausschusses für Bürgerliche Freiheiten und stellt einige Hintergründe dar.  

May 2019

32 min 4 sec

Anja Hendel, Jacek Mikus, Katy Campbell New technologies, new products, new competitors, new customers, new rules. Hardly any other industry is transforming as quickly as the automotive industry and the according changes in mobility on a global level. It's not a trend anymore. The crucial question is: How will we move from A to B tomorrow? Digitalization is setting the pace at full speed and is significantly changing our mobility in the core areas of connectivity, autonomous driving, electrification and new services. The entire automotive industry is changing. This holds opportunities, but also is a big challenge for established companies. Artificial intelligence, 5G, improving the efficiency of battery storage, urbanization, smart infrastructures, sustainability, sharing economy, pay-per-use business models or urgently needed ethical standards in the field of automation are the drivers of constant change. What role does technology play in our vision of the mobility of the future? Do mobility and technology companies take their responsibility seriously enough to develop a good and sustainable mobility approach for tomorrow? And how much mobility will the next generation even need? What is mobility for a better tomorrow, or are we already "lost in transportation"? The discussion has only just begun.  

May 2019

1 hr 1 min

Thorben Dittmar, Samuel Brinkmann, Laura Henneke Was macht eigentlich ein Vorstand? Ist Kassenwart sein nicht voll viel Papierkram? Wie mache ich jetzt richtige Beitrittserklärungen? Alles Fragen, die unsereins gerne davon abhalten, einen richtigen Verein zu gründen. Wenn man sich aber kurz in das Abenteuer Vereinsrecht stürzt, hat man am Ende ein klasse Tool in der Werkzeugkiste, um noch fantastischer im Hackerspace zusammen an Projekten arbeiten zu können. Wir sprechen dabei aus teilweise schmerzlicher, teilweise lustiger Erfahrung. Samuel und Thorben waren beteiligt an der Gründung und Entwicklung mehrerer Vereine. In den letzteren Versuchen dann auch mit mehr Erfolg. So existiert und floriert bis heute auch der Chaostreff Flensburg e.V., an dessen Geschichte wir euch zeigen wollen, wie ihr einen Hackerspace oder Ähnliches auf die Beine stellen könnt, wo ihr ihn beheimatet, wie ihr Mitglieder gewinnt, eine Community schafft und auch das nötige Kleingeld für eure Projekte zusammenkratzt. Was für Tools und Techniken könnt ihr auf eure Probleme werfen und wo hilft der Gang zum befreundeten Steuerberater? Wie könnt ihr diverser werden? Und wie kann ich mein erstes kleines Event starten? Den nötigen Papierkram für Gründung, Beitritte und Versammlungen bringen wir euch natürlich zum Kopieren und Benutzen mit. Freut euch auf eine humoristische Mischung aus gut gemeinter Inkompetenz und gemeinnützigen Papierschlachten. Danach wollt auch ihr Vereinsmeier werden.

May 2019

42 min 30 sec

Ingo Dachwitz Was für die einen einfach nur die Nutzung moderner Marketingmethoden in der politischen Kommunikation ist, stellt in den Augen anderer eine Gefahr für die Demokratie dar. Nicht erst seit dem Skandal um Cambridge Analytica wissen wir, wie grundlegend Microtargeting Wahlkämpfe verändert: In den USA versuchte die Trump-Kampagne, Clinton-Fans mit Negativbotschaften vom Wahlgang abzuhalten. Bei einem Referendum in Irland mobilisierten ausländische religiöse Gruppen gezielt für ein Verbot von Abtreibungen. Und im deutschen Bundestagswahlkampf machte eine Traditionspartei plötzlich auf Russisch Stimmung gegen "Multi-Kulti". Was kommt als Nächstes? In Europa steht die Wahl eines neuen EU-Parlaments vor der Tür und die Stimmung ist angespannt: Groß ist die Sorge vor Manipulation durch "dunkle Mächte", wie es ein EU-Kommissar ausdrückt. Aber wie steht es eigentlich um Kommunikationsstrategien derjenigen, die zur Wahl stehen? In den Mitgliedstaaten der EU wurde die Technik bisher sehr unterschiedlich eingesetzt und Selbstverpflichtungen der Parteien gibt es kaum. Noch ist zudem wenig untersucht, was es für den demokratischen Diskurs bedeutet, wenn jede*r allen alles versprechen kann, ohne durch eine kritische Öffentlichkeit kontrolliert zu werden. Facebook und YouTube jedenfalls bieten immer noch keine ausreichende Transparenz darüber, welche politischen Akteure welche Zielgruppen mit welchen Botschaften ansprechen. Der Vortrag bietet deshalb vier Dinge: 1. Analyse der gängigen Microtargeting-Strategien in politischen Kampagnen. 2. Bestandsaufnahme des politischen Microtargetings im EU-Wahlkampf. 3. Einordnung des Phänomens in den größeren Kontext einer fragmentierten digitalen Öffentlichkeit. 4. Diskussion möglicher Konsequenzen. Der Beitrag stützt sich auf Untersuchungsberichte zum Fall Cambridge Analytica, Berichte über den Einsatz von Microtargeting bei jüngeren Wahlkämpfen in Europa und der Welt und auf ein Rechercheprojekt zu Microtargeting bei der EU-Wahl.

May 2019

33 min 14 sec

Jutta Croll, Julian Stubbe, Dagmar Hirche Das Ziel der Session ist es, Möglichkeiten zu identifizieren und Lösungen aufzuzeigen, mit denen die Souveränität älterer Menschen in der digitalen Gesellschaft gestärkt werden kann. Digitale Souveränität bedeutet, das eigene Leben mit digitalen Technologien selbstbestimmt zu gestalten und die Konsequenzen dieses Handelns einschätzen zu können. Ein kompetenter Umgang mit neuen Medien, digitalen Schatten, dem Quantified Self, Big Data, Plattformökonomien bis hin zu Social Bots und Bitcoins ist schon heute Voraussetzung für soziale Teilhabe und wird es in Zukunft immer stärker sein. Der Ansatz der digitalen Souveränität ist generationenübergreifend, nimmt jedoch auch in den Blick, dass verschiedene Gruppen unterschiedliche Anforderungen haben, um am digitalen Leben teilzunehmen. Wo können die verschiedenen Generationen voneinander lernen? An welchen Stellen ist Governance gefragt, um Strukturen für diese Souveränität zu schaffen? In einem Impulsvortrag werden die Ergebnisse der Studie „Digital souverän: Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter“ vorgestellt, die im Projekt „Smart Country – Kommunal. Digital. Vernetzt.“ der Bertelsmann Stiftung entstanden sind. Die Studie skizziert, was Souveränität bedeutet und welche Angebote bereits existieren, um sie zu stärken: Zu den Best-Practice-Fällen gehören Makerspaces für Seniorinnen und Senioren ebenso wie digitale Nachbarschaften. Anschließend kommentieren drei Expertinnen und Experten die zentralen Thesen der Studie, bevor gemeinsam mit den Teilnehmenden der Session diskutiert wird, wie digitale Souveränität älterer Menschen konkret gestärkt werden kann.

May 2019

1 hr 1 min

Audrey Tang https://dingdingding.org/issue-2/an-interview-with-audrey-tang-an-interview-with-audrey-tang/ Audrey Tang will be present as her virtual self.

May 2019

53 min 59 sec

Ramona Pop, Can Dündar, Marie Declercq, Lorenz Maroldt, Gemma Pörzgen Berlin hat weltweit eine enorme Strahlkraft als Digital- und Startup-Metropole. Digitalisierung ist jedoch kein Selbstzweck. Wie viele andere Metropolen steht auch Berlin vor der Herausforderung, die digitale Zukunft der Stadt zu begleiten und mitzugestalten – und dies nicht nur technologisch, sondern auch gesellschaftspolitisch und unter Beteiligung der Berliner*innen. Berlin hat sich in den letzten Jahren nicht nur als digitale, sondern auch als „netzpolitische Hauptstadt Europas“ etabliert. Hier ist eine bedeutende Szene mit digitalen Aktivist*innen gewachsen, die sich von Berlin aus für Menschenrechte im digitalen Raum einsetzen. Gleichzeitig hat sich Berlin in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem Zufluchtsort für Journalist*innen und Whistleblower*innen und zu einem wichtigen Standort für Exilmedien entwickelt. Denn weltweit werden Medienschaffende von Regierungen und Geheimdiensten immer stärker überwacht. In zahlreichen Ländern wird die Arbeitssituation für Journalist*innen und Blogger*innen immer dramatischer, viele werden eingeschüchtert, bedroht und verfolgt. Mit dem Berliner Stipendienprogramm zur Stärkung von Journalist*innen im digitalen Raum, das aus Mitteln der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe durch Reporter ohne Grenzen e.V. umgesetzt wird, werden seit 2018 Digitaljournalist*innen, die in ihren Heimatländern bedroht werden, mit einem Stipendium für einen Aufenthalt nach Berlin eingeladen. Sie erhalten hier ein Training in digitaler Sicherheit und werden geschult, das Erlernte in ihren Heimatländern weiterzugeben. Darüber hinaus wird den Fellows der Erfahrungsaustausch mit Aktivist*innen aus der netzpolitischen Szene Berlins sowie den in Berlin ansässigen Exilmedien ermöglicht.

May 2019

57 min 17 sec

Katharina Elleke But the project is about much more than this boat - by sailing it along the coast and reaching crowds of people and stakeholders, the mission is to inspire and engage them to make a change and act to tackle the global plastic pollution - together, and now!  

May 2019

20 min 13 sec

Alexander Bonde Wissenschaftler*innen,  Entrepeneure, Expert*innen aus kleinen und mittleren Unternehmen gehen in die Diskussion darüber, wie die beiden Megatrends Nachhaltigkeit & Digitalisierung sich gegenseitig beflügeln und Innovationen im Mittelstand hervorbringen, aber auch darüber, wo sie sich gegenseitig hemmen. Den Diskussiontag eröffnet Alexander Bonde, Generalsekrär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

May 2019

19 min 40 sec

Hanin Azzam, Osembo Navalayo, Herman Theron, Conny Weber Emergent artists and creative professionals in the global south face many challenges in their young career. One of the major obstacles to musicians, fashion designers or games developers from Africa and the Middle East are the above-average costs for pursuing their career (e.g. financing technology, travel, transport and connectivity) paired with a lack of funds to pay for them. Predominantly located in informal economies, creative professionals have next to no access to grants. One possible remedy could be crowd funding. A globally accessible crowd funding system that would serve the needs of emergent creative professionals and the donors alike would constitute a structural improvement of the creative sector. To this end, the Federal Ministry of Economic Cooperation and Development (BMZ) has initiated in 2018 the Global Project Culture and Creative Industries. In the spirit of the project’s main objective – to foster support models for the cultural and creative industries in Jordan, Kenya, Lebanon, Senegal and South Africa – today’s panel shall offer some insights on the pros and cons of accelerating the creative sector through crowd funding. After some introductory remarks by Friederike Kärcher, Head of the Division for Media, Culture, Creative Industries, and Sport at the BMZ, the panelists will debate the necessary legal and monetary framework for creative professionals and reflect on aspects such as accessibility (leave no one behind), liability and suitable funding models. Join the debate – one of the panel chairs will be open to self-appointed speakers from the audience.

May 2019

1 hr 2 min

Farhad Dilmaghani, Marijana Bogojevic, Malcolm Ohanwe, Juliane Metzker Wir tweeten nicht nur, sondern haben 5 Punkte beschlossen, wie wir die deutsche Gesellschaft verändern werden. Wir bieten ein Podium an, um gemeinsam das Anliegen hinter einem der bekanntesten Hashtags gegen Rassismus zu diskutieren. Alle Teilnehmer *innen des Podiums sind People of Colour, die alle im Sommer nach dem Rücktritt von Özil durch ihre Tweets eine nationale Debatte ausgelöst haben, oder in antirassistischen Kontexten aktiv sind. - Sprecher*innenpositionen von PoC selbst, nicht fremdbestimmt - Deutsch-sein neu definieren, Deutschland als Einwanderungsland im GG - Es werden weiterführende Strategien für die Zukunft aufgeführt

May 2019

1 hr 1 min

Cory Doctorow Tech and monopolies are welded together: the Apple ][+ emerges within a year or two of neoliberal regimes like those of Margaret Thatcher, Helmut Kohl, Ronald Reagan, Brian Mulroney and Augusto Pinochet. The antitrust malpractice set in motion by these extremists allowed tech to grow through historically prohibited means: mergers, acquisitions, vertical integration. Tech will tell you they had no choice, that monopolies are intrinsic to tech, that "network effects" and "first mover advantage" make monopolies inevitable and that CEOs who lead their organizations to monopoly power are prisoners of history. Tech exception isn't the sole province of its beneficiaries, though! Some of tech's sharpest critics will tell you that it is "rogue capitalism" whose psychological manipulation techniques rob us of our free will, as machine learning systems use surveillance data to foreclose on our ability to formulate free choices. But when you look closely at what Big Tech does with its data, a very different picture arises: it overcollects our data because it yields such poor and temporary insights into our behavior; tech's data hunger reflects the limited power of that data, not its potency. But that doesn't mean that commercial surveillance isn't dangerous: it is. Firstly, because commercial surveillance is state surveillance's handmaiden, with governments plundering private databases at will; and secondly, because the knowledge of being watched alters our behavior in ways that robs us of dignity and the power to think freely. Big Tech *does* take away our right to choose, but not through manipulation. Rather, Big Tech steals our right to choose by monopoly. That's why the EU's Copyright Directive -- which will clear the field of small enterprises that might challenge Big Tech's dominance -- is such a catastrophe. We need a vigorous, muscular form of antitrust that goes beyond merely fining firms and actually splits them up.

May 2019

1 hr 1 min

Ulf Buermeyer, Philip Banse Lage der Nation - Der Polit-Podcast aus Berlin mit Philip Banse und Ulf Buermeyer live auf der #rp19   https://www.kuechenstud.io/lagedernation/

May 2019

1 hr 38 min

Christoph Epping, Heike Vesper Welche Rolle spielt Deutschland und die deutsche Bundesregierung? Wie lässt sich das Problem der Vermüllung lösen?  Dr. Christian Epping, Unterabteilungsleiter Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft im Umweltministerium, spricht darüber mit Heike Vesper, Director Marine Program bei der Naturschutzorganisation WWF.   In dieser Session wollen wir den großen Bogen spannen: Von nationalen Gesetzen über EU-Richtlinien bis zu Abkommen der Vereinten Nationen. Von unserem Joghurtbecher bis zu den Plastiktüten, die in den Mägen der Wale landen.   

May 2019

28 min 17 sec

Frank Rieger Der Vortrag beleuchtet den Status quo, absehbare Entwicklungen und versucht ein paar Ideen für Gegenstrategien zu entwickeln.

May 2019

55 min 15 sec

Wolfram von Heynitz, Julia Schuetze, Max Senges Die Utopie vom Internet als Raum des freien Austauschs von Meinungen, Informationen und Ideen ist dem Schreckensszenario eines virtuellen Schlachtfeldes gewichen, in dem mit Desinformationen, Bots oder Hassinhalten gekämpft und die Grundlagen unserer Gesellschaften unterminiert werden. Hat damit das Internet sein Potenzial zu Emanzipation und Demokratisierung tatsächlich verloren? Oder braucht es um eben dieses Potenzial zu erhalten verbindliche Regeln für staatliche und auch nicht-staatliche Akteure? Aber welche Arten von Regeln brauchen wir dann – die Regulierung von Inhalten und technischen Parametern oder auch die Regelung des Verhaltens von Staaten und des Verhältnisses von Staaten zu privaten Akteuren? Wer könnte diese Regeln setzen und auch durchsetzen? Oder droht gerade staatliche Regulierung die emanzipative Kraft des Netzes endgültig zu ersticken? Gibt es mögliche Kompromisse zwischen Freiheit und Regulierung? Zwischen Staaten und Weltregionen werden verschiedene Ansätze zur Beantwortung dieser Fragen diskutiert. Das Auswärtige Amt stellt dieser Debatte und bringt auf der Re:publica 2019 VertreterInnen aus Privatwirtschaft, Wissenschaft und Diplomatie, aus den USA, Russland und Deutschland zusammen.

May 2019

56 min 18 sec

Nathalie Marechal Many internet platforms and services help us keep in touch with loved ones, engage in activism, and enjoy an endless supply of cat videos - often at little or no cost. In return, they show us ads. But what is the social cost? Society is waking up to how corporate surveillance that is used for targeted advertising threatens democracy and human rights by enabling media manipulation and potential misuse of personal data. Companies can make money by collecting data about us and selling access to our attention through targeted advertising, allowing brands, politicians, and others to use the power of data to influence people’s behavior. But is this compatible with democracy and human rights? Researchers from Ranking Digital Rights (RDR) will share what they’ve learned about  human rights harms that are caused or exacerbated by targeted advertising, and lead a conversation about how we all -- as citizens and as internet users -- can hold companies accountable for their business models. RDR (rankingdigitalrights.org) is a nonprofit research initiative that works to create standards and incentives for tech companies to respect and protect the human rights of internet users. The RDR Corporate Accountability Index (see rankingdigitalrights.org/index2018) evaluates the world’s most powerful internet, mobile, and telecommunications companies on their policies affecting freedom of expression and privacy. We are currently developing new indicators to hold companies accountable for the human rights harms associated with the targeted advertising business model. In this discussion, RDR Senior Research Analyst Nathalie Maréchal will present RDR's new research and plans for evaluating companies’ disclosures and practices in relation to targeted advertising. Feedback from re:publica attendees will be critical to ensuring that we hold companies to a high standard of transparency and accountability.

May 2019

1 hr 4 min

Thorsten Schröder Wir leben 2018 in einem hoch-technologisierten Land, in dem Politik und Wirtschaft gern davon reden, dass Deutschland beim Thema IT-Sicherheit ganz vorne mitspielen solle. Umso mehr verwundert das Verhalten vieler Firmen, in deren Produkten Sicherheitslücken entdeckt wurden.  Die meisten Hacker*innen, die Schwachstellen entdecken, gehen damit verantwortungsvoll um: Sie schreiben dem Hersteller einen kurzen Bericht über die Lücke und geben ihm zum Beheben Zeit, bevor die Information öffentlich gemacht wird. Ein solches Vorgehen ist normal, und wird als "Coordinated Disclosure" oder "Responsible Disclosure" bezeichnet. Doch auch innerhalb der Hacker*innen-Community ist der Umgang mit solchen Fällen vielfältig. Wir haben schon alles gesehen: Hacker*innen, die mit Bug-Bounty Programmen für ihre Arbeit belohnt werden, bis hin zu rechtlichen Schritten gegen die ehrenamtliche "Qualitätssicherung" eigener Produkte – teils unter hanebüchnen Vorwänden. In diesem Vortrag wird ein wenig aus dem Nähkästchen der Sicherheitsforscher*innen geplaudert. Am Ende sind Sie hoffentlich alle für den Ernstfall gewappnet: Forscher*innen melden Schwachstellen in Ihrem System – und Sie gehen verantwortungsvoll mit den Informationen und den Botinnen und Boten dieser schlechten Nachrichten um. Die "Dos & Don'ts" gelten allerdings für alle Parteien: Auch die kreativen Köpfe der Hacker*innen-Community sollten sich an gewisse Spielregeln halten.

May 2019

30 min 33 sec

Svenja Schulze, Markus Beckedahl, Tilman Santarius Zentrale Thesen und Leitfragen, wesentliche Eckpunkte und ausgewählte Instrumente werden erstmals auf re:publica vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Diese Diskussionsrunde gibt gleichzeitig den Startschuss für einen intensiven Austausch mit Akteuren aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft – vor Ort mit den Teilnehmer*innen der re:publica und im Anschluss mit der breiten Öffentlichkeit. Die Eckpunkte für eine umweltpolitische Digitalagenda gibt es hier: https://www.bmu.de/download/eckpunkte-fuer-eine-umweltpolitische-digitalagenda-des-bmu/

May 2019

59 min 24 sec

Katrin Suder, Efstathios Michailidis, Reiner Hoffmann, Anna Kopp Obwohl aktuell erst vier Prozent der Unternehmen in Deutschland „Künstliche Intelligenz“ (KI) nutzen, ist es ein Megathema. KI werden ungeahnte Potenziale zugeschrieben. Weltweit hat ein regelrechtes Wettrüsten um KI begonnen. Doch schichten wir einmal ab: Es geht in unserer Session nicht um die Macht der Global Player, die KI auf der Basis ihrer Daten- und Finanzmacht, Netzwerk- und Lock-in-Effekten nutzen, um die Wertschöpfung zu verändern. Wir reden nicht über das Silicon Valley oder „China 2025“ – versprochen. Wir wollen ins „Kleingedruckte“ schauen. Denn letztlich kommt es gerade bei KI-Systemen darauf an, für welchen Zweck die Maschinen selbständig lernen sollen. Und diese Ziele legen Menschen fest. Jedes KI-basiertes System folgt also menschlichen Interessen. So lässt sich KI zur Optimierung von Produkten, Services und auch Arbeitsprozessen nutzen, also auch zur Verbesserung der Ergonomie. Es kann aber auch anders laufen, wenn KI auf die analytische Vermessung und prädiktive Optimierung von Beschäftigten ausgerichtet wird. Schon beim Einsatz von KI für Assistenzsysteme entstehen Zielkonflikte: Interaktive Roboter zum Beispiel brauchen die persönlichen Daten von Beschäftigten, damit sie wirklich helfen können. Geht eine solche Humanisierung der Arbeit auf Kosten der Privatsphäre? Oder gibt es Schutzmechanismen? Was macht es eigentlich mit der Psyche, wenn wir permanent ausgewertet werden? Und welche Handlungsspielräume bleiben uns noch? Wer trägt am Ende die Verantwortung, wenn Fehler passieren? Fragen, die zeigen: KI macht Arbeit – und braucht Akzeptanz. Deshalb sollten die Ziele einer KI und die Folgen für neue Belastungsprofile und Qualifizierungsbedarfe frühzeitig ausgehandelt werden – nicht zuletzt um Zielkonflikte auszuräumen, wenn persönliche Daten im Spiel sind. Wir nennen das „Gute Arbeit by Design“ - und darüber wollen wir mit Euch sprechen.

May 2019

1 hr 3 min

Daniel Moßbrucker, Regina Theunissen, Ralf Höcker, Oliver Schlüter Es sind Fälle, die jedem Journalisten und Blogger den Atem stocken lassen: Die Süddeutsche Zeitung wird nach einem Bericht über einen Unternehmer auf 78 Millionen Schadensersatz verklagt. Gegen Correctiv-Chefredakteur Oliver Schröm und seine Informanten ermittelt die Staatsanwaltschaft, nachdem er einen der größten Steuerskandale Europas aufgedeckt hatte. Aber auch im Vorfeld von Berichterstattungen flattern in Redaktionen täglich anwaltliche Schreiben, in denen vor solchen Folgen gewarnt wird, sollten Journalist*innen bestimmte Informationen veröffentlichen. Ist das Recht lückenhaft, unabhängigen Journalismus und Medien zu schützen? Als es noch kein Internet gab, war die Sache für Journalist*innen ziemlich einfach: Sie veröffentlichten eine Story und wenn Betroffene damit ein Problem hatten, zogen sie danach vor Gericht. Wenn ein Artikel „nur“ in einer Zeitung erschienen ist, war die Sache dann auch schnell wieder vergessen. Nichts ist bekanntlich älter als die Zeitung von gestern. Im Online-Zeitalter ist das nicht mehr so einfach: News verbreiten sich binnen Minuten – und was einmal im Internet ist, kriegt man dort nur sehr schwierig wieder heraus. Prominente, Politiker und Unternehmen möchten sich das nicht mehr bieten lassen und beauftragen ihre Anwälte damit, Geschichten erst gar nicht erscheinen zu lassen. Mit maximalem Druck oder durch strategische Beeinflussung sollen Journalist*innen daran gehindert werden, kritische Berichte zu veröffentlichen. Wie erfolgreich sind solche anwaltlichen Methoden? Diese Frage wurde im Auftrag der Gesellschaft für Freiheitsrechte mit einer Förderung der Otto Brenner Stiftung untersucht, wobei zahlreiche auf Presserecht spezialisierte Anwälte, Justiziare von Medien und – nicht zuletzt – Journalisten befragt wurden. Bei der Diskussion geht es um die grundsätzliche Frage: Wie wird verhindert, dass das Presserecht schleichend zugunsten von Betroffenen ausgelegt wird – und die Pressefreiheit dadurch geschächt wird?

May 2019

1 hr 4 min

Matthias Spielkamp, Kristina Penner In the Netherlands, SyRI (Systeem Risico Indicatie - System Risk Indication) is used for detecting potential benefit cheats. In Denmark, the state tries to monitor the well-being of children by combining health, tax, criminal registries of parents with participation and behavioural reports in kinder gardens and schools, the overall purpose being to trace potential social problems at an early stage. The Swedish municipality of Trelleborg in 2016 introduced automation in the welfare sector, including social benefit management and unemployment services. The algorithm Algot sorts and handles incoming applications for social benefits and connects with the database of the Swedish tax agency to check eligibility. After that a decision will automatically be issued. These are but a few examples showing that citizen scoring and automated decisions based on it is making its way into the European society. What do we know about this development, how can we find out about the systems' characteristics and capabilities – and last not least: Do we need to be worried? In this session, we will present results of extensive research conducted in 12 European countries for the report "Automating Society – Taking Stock of Automated Decision-Making in the EU" and discuss them with the audience.

May 2019

31 min 40 sec

Eben Moglen I'm delivering a talk about freedom of thought, attention, and the internet. Join this session to hear what I have to say.

May 2019

59 min 48 sec

Alexis Hope How do we build joyful futures? Who gets to imagine and invent them? And what can hacking a Breast Pump teach us about designing for equity? Many narratives about innovation and progress center the “lone genius” and his or her (usually his) ambitions to change the world with a singular, visionary idea. But this is not how radically better futures are imagined and created—instead, they are created in community, often unrecognized and unsupported by institutions that broadcast visions of the future. As a technology designer at the MIT Media Lab, I challenge my institution to consider: whose voices must be centered in our innovation spaces to imagine and build many possible utopias and preferable futures? I will share what my team is doing to change how institutions like ours undertake “innovation work.” In particular, we reimagine the hackathon—a staple in technology design spaces—to center equity and inclusion, focus on marginalized and stigmatized topics, value non-technical skills, and ask technologists to contend with systemic and policy issues. I’ll share the work that goes into organizing large-scale, inclusive community innovation events, lessons learned from the ways that we messed up and changed course, and where we’re headed next. It’s not enough to gather a diverse group of people, expecting them to magically arrive at a radically better future. In fact, doing so is likely to surface tensions. Bringing people together to design for equity requires cultivating a spirit of joy and play, which helps people and institutions build relationships across lines of difference. Approaching this work with a generative spirit, and prioritizing the comfort of people who have been made to feel unwelcome in innovation spaces, are key to both community-building and creative problem-solving. Joy and play act as strategies of resistance in toxic times — they help restore us so that we can do the difficult and creative work of tackling systemic problems, together.

May 2019

39 min 43 sec

Michael Peters, Vanessa Wormer Deutschland gilt nach wie vor als Geldwäscheparadies. Im Schattenfinanzindex 2018 des Netzwerks Steuergerechtigkeit belegt die Bundesrepublik den siebten Platz der attraktivsten Steueroasen weltweit. Dadurch entgehen den Staaten Milliarden Euro an Steuereinnahmen. In der öffentlichen und politischen Debatte findet dies leider zu wenig Beachtung. Sowohl PolitikerInnen als auch BürgerInnen schalten schnell ab. Too long; didn’t read.   Steuerflucht gelingt vor allem durch komplexe Beteiligungsstrukturen, die die wahren EigentümerInnen eines Unternehmens verschleiern. Dabei werden häufig Briefkastenfirmen gegründet, die nur auf dem Papier existieren und somit die Identifizierung der wahren EigentümerInnen einer Firma erschweren. Was viele nicht wissen: Auch in Deutschland ist das ein Problem. Ein Transparenzregister könnte hier Licht ins Dunkel bringen. Hier wird aufgelistet, welche natürliche Person ein Unternehmen besitzt und wer signifikante Anteile hält. Sowohl organisierte Kriminalität als auch Steuerflucht können so besser bekämpft werden. In Großbritannien gibt es dies bereits seit 2016 mit großem Erfolg. Innerhalb der EU-Behördenbubble wird das Thema aktuell scharf diskutiert. Die Anti-Geldwäsche-Richtlinien der EU zwangen die Bundesregierung zum Aufbau eines Registers (Juli 2017). Auf Druck von Lobby-Gruppen ist die Datenbank aber weder offen noch kostenlos und in der Praxis kaum nutzbar, weder für ErmittlerInnen noch für JournalistInnen. Warum ein offenes Register so wichtig für DatenjournalistInnen ist und wie es die Recherche der Panama und Paradise Papers erleichtert hätte, berichtet Vanessa Wormer von der Süddeutschen Zeitung. Wie die aktuelle Bundesregierung zur Bekämpfung von Steuerflucht steht? Wie es in der EU weitergeht und was die DSGVO damit zu tun hat? Warum transparente Firmeneigentümer auch für sinnvoll für die Wirtschaft sind?

May 2019

58 min 58 sec

Barbara Wimmer Das österreichische AMS will mit modernen Mitteln die Effizienz steigern, doch verbaut mit seiner Umsetzung Tausenden Menschen ihre Zukunftschancen. Software teilt künftig Arbeitssuchende in drei Gruppen ein: Hohe Chancen, mittlere Chancen, niedrige Chancen. Wer in letzterer Kategorie landet, kriegt keine teuren Zusatzmaßnahmen, weil seine Arbeitsmarktchancen nur gering sind. Wer eine Frau ist, über 50, Ausländer aus der Nicht-EU oder gesundheitlich beeinträchtigt bekommt vom System von vornherein Abzüge. Negativ-Punkte gibt es außerdem für Betreuungspflichten - allerdings nur, wenn man eine Frau ist. Diskriminierung, die am Arbeitsmarkt existiert, wird somit direkt in das Computerprogramm reingeschrieben und sorgt damit laut Informatikern in einer "Feedback Loop" für noch mehr Diskriminierung dieser Personengruppen. Das AMS hat zwar eine Art Ergebnisbericht veröffentlicht, aber echte Transparenz herrscht nicht. Statt einer breiten Diskussion, folgen Tests mit Echtzeitdaten aus dem "Data Warehouse". Experten aus den Bereichen Informatik, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften kritisieren die Entwicklung massiv. Es ist nicht das erste Beispiel dafür, wie Algorithmen diskriminieren und Menschenleben gefährden. Doch es ist eines der ersten Beispiele aus Europa, das plakativ zeigt, was dabei schiefgehen kann. Ich möchte euch meine journalistische Tiefenrecherche mit Gesprächen mit Forschern aus verschiedenen Fachbereichen dazu präsentieren.

May 2019

28 min 48 sec

Andreea Belu, Kirsten Fiedler On 29 March, the UK might have left the EU. Only a few weeks after re:publica, the EU elections will take place again - meaning that two major institutions, the Parliament and Commission, will be newly formed.  In 2019, Europe is entering a new era. The political landscape will change dramatically, with Brexit and a newly elected EU Parliament and newly formed Commission. How will all this affect our rights and freedoms online? What will be the upcoming challenges and do we need to find new channels to act and mobilise? This talk will describe what the drastically changed political landscape will look like, what the threats to but also opportunities for digital rights  will be. We will also discuss new ways and avenues to mobilise and influence policy-making across Europe. We will go into a couple of topics that will be on the agenda of the fight for our digital rights in the coming years: the future of content moderation and platform liability in Europe confidentiality of our communications (ePrivacy) access to data cross-borders by law enforcement net neutrality data retention reloaded algorithms (including upload filters) regulating AI

May 2019

29 min 28 sec

Alex Rosenblat Silicon Valley technology is transforming the way we work, and Uber is leading the charge. An American startup that promised to deliver entrepreneurship for the masses through its technology, Uber instead built a new template for employment using algorithms and Internet platforms. Technology Ethnographer Alex Rosenblat explores how American technology ideology underwrites a future where any of us might be managed by a faceless boss. By blurring the lines between distinct categories, Uber’s model upends our conceptual frameworks of consumption and employment. Rosenblat will draw on her new book Uberland: How Algorithms Are Rewriting the Rules of Work, which chronicles the stories of Uber drivers in online forums and in more than twenty-five cities in the United States and Canada over four years.

May 2019

37 min 31 sec

Bernhard Pörksen Es gehört inzwischen – vom Neurowissenschaftler Manfred Spitzer bis zum Historiker Yuval Harari – zum Smalltalk der Zeitdiagnostik, dass ein neuer Faschismus droht, die Demokratie erodiert, Maschinen den Menschen verdrängen und die digitale Diktatur längst Wirklichkeit ist.  Drei Prophezeiungen sind derzeit besonders populär: 1. die Polit-Dystopie, die mit der Ausbreitung von sozialen Medien, den Brexit-Kampagnen und der Wahl von Donald Trump das Ende der Demokratie gekommen sieht; 2. die Kommunikations-Dystopie, die von der Zerstörung von Respekt und Rationalität in postfaktischen Zeiten handelt; 3. die Digital-Dystopie, die die totale Manipulation durch Technologie behauptet. Die These, die ich an vielen aktuellen Beispielen erläutere, lautet: Aus der Netzeuphorie der 1990er Jahre ist, eben auch in der Mitte der Gesellschaft, Totalpessimismus geworden. Das ist fatal. Denn wer resigniert, wird empfänglich für die Horrorvisionen der Emotionsproduzenten von rechts – und genau das ist heute die Gefahr. Gegen das oft unnötig pauschale Untergangsgerede stelle ich in meinem Talk die konkrete Utopie der redaktionellen Gesellschaft, eine Vision der Medienmündigkeit für das digitale Zeitalter. Ich zeige: Auf dem Weg zur redaktionellen Gesellschaft gilt es den Einzelnen zu befähigen, Informationen von Pseudoinformationen, Fakten von Gerüchten zu unterscheiden, letztlich also sein eigener journalistischer Gatekeeper zu werden. Die Grundlage dafür ist schon in der Schule zu legen. Darüber hinaus muss der Journalismus transparenter und dialogischer werden, um einen Beitrag zur Medienmündigkeit zu leisten (erste Ansätze finden sich in den Media Literacy-Projekten in den USA, in Deutschland bei Correctiv und der Idee einer „bürgernahen Journalistenschule“). Und schließlich braucht es, wie ich zeigen will, die neu zu gründende Institution eines Plattform-Rates, die Plattformen dazu bringt, ihre publizistische Verantwortung anzuerkennen.

May 2019

31 min 50 sec

Nanjala Nyabola In it's 2019 World Development Report "The Future of Work", the World Bank echoes the perhaps overly optimistic line that technology companies themselves put forward: that technology "brings opportunity, paving the new way to create jobs, increase productivity, and deliver effective public services". Those who build the platforms that increasingly control the intricacies of our daily lives want us to believe that all technological progress is good - from social media platforms to voice activated smart speakers; from state-built panopticons that siphon terabytes of citizen data, to smartphones and laptops that manage our bank accounts and pay our bills while listening in to our personal conversations even when we'd rather they didn't. But their opponents are increasingly raising their voices - technology is not and cannot be a panacea for problems that societies, communities and their leaders choose not to fix. Technology has its limits and challenges defined primarily by the contours of the community in which the technology is deployed. Primarily drawing from the Kenyan experience, this talk will focus on these limits - on what technology can't fix. It will discuss three general issues: that technology cannot unite a society that is determined to remain divided; technology cannot uncorrupt a system that power would rather keep corrupt for profit; and technology cannot build movements or fix social problems without offline momentum. These points may seem banal, but it is increasingly important to emphasise them, particularly as tech-optimism increasingly outweighs founded skepticism in key sectors like development and humanitarianism. This talk will urge an honest and earnest reflections on some of the key limits of technology and bring us back to a more meaningful medium so we can focus energies on what technology can fix.

May 2019

56 min 8 sec

Anke Domscheit-Berg, Eleonore Harmel, Daniel Opper, Silvia Hennig Das Landleben kommt wieder! In Zeiten steigender Mieten, überfüllter Städte und gleichzeitigen dezentralen (Job)Chancen durch Digitalisierung gibt es eine Fülle von neuen Projekten und Initiativen, die es aufs Land zieht. Jenseits von Landlust-Zeitschriften diskutieren wir wie das gemeinsame Gestalten und die Synergien zwischen Stadt und Land funktionieren kann, damit nicht die neuen auf dem Land ("die Städter") und die lokale Bevölkerung auseinander driften. Wir wollen ausleuchten ob und wie Digitalisierung die Chance ist Dinge anders zu gestalten, da nun Daseinsvorsorge mit digitalen Mitteln neu geregelt werden kann: z.B. durch überregionale Infrastrukturlösungen anstelle von kleinteiligen Rufbussen. Wir besprechen ob digitale Plattformen helfen können, den vielen Akteuren der unterschiedlichen Wirkungsbereiche (z.B. Lebensmittel- oder Tourismusbranche) mehr Sichtbarkeit zu erhalten, Nachfrage zu bündeln und so erst die vielen kleinen regionalen Konzepte und Unternehmen langfristig am Leben zu halten und neue regionale Geschäftsmodelle entstehen zu lassen. Schlussendlich besprechen wir wie die Versprechen der Metropolen entzaubert und gleichzeitig die realen Bedürfnisse auf dem Land (dank digitaler Technik?) gestärkt werden können.

May 2019

1 hr 2 min

Henri Jakobs, Christina Wolf Sprache ist ein Minenfeld. Und wenn man sich anschauen möchte, was man damit alles anrichten kann, muss man eigentlich nur einmal die Bild-Zeitung querlesen. Ein textgewordener Pimmel-Witz. Dabei ist es durchaus möglich, einfühlsam und empathisch über Themen wie Transgender zu erzählen. Wenn man die zu Wort kommen lässt, die sich damit auskennen.  Henri Jakobs hat sich entschlossen, seine Geschichte als Transmann öffentlich zu machen. Um Sichtbarkeit zu schaffen, ein Gespräch anzuregen und gesellschaftliche Entwicklung anzustupsen.Klingt alles ziemlich hochgestochen, ist aber gar nicht so schwer. Seine beste Freundin Christina und er haben über seine Entwicklung einen Podcast gemacht und berichten in der Session, wie man es schaffen kann, dass das Internet zu einem Ort der Liebe wird.    Es gibt auch noch die Möglichkeit, Henri am Abend singen zu hören, und zwar mit seiner Band Tubbe und an der Bühne 4 um 21:00 - 21:45.

May 2019

30 min 24 sec

Tim Human The Data Market Inquiry hearing, established to evaluate what creating high data prices, came after the #datamustfall movement gained traction, because of the mobile operators prohibitive costings restricting the advancement of lower-income communities. Data prices in South Africa are exclusionary, as over half of South Africans would have to spend 15 to 40% of their income to buy 1 gigabyte (GB) of mobile data. Other studies have shown said South Africans pay seven times more for data than consumers in other African countries, creating data discrimination. This movement, led by civil society and research institutions such  Right2Know, Amandla.mobi, Project Isizwe and ResearchICTAfrica has become the de facto call to arms for South Africans to protest the Oligopy that is the South African Mobile Provider market.  This session will explore the factors in South Africa that have led to this situation, the role of Social Media and what South African organisations and companies are doing to fight back. This could work as a talk but would probably be better as a panel discussion with other members from the Global South who are involved with Accessibility, Data Costs, Community Networks and Social Media movements.

May 2019

30 min 42 sec

Matthias Katsch Einige Menschen fangen an, öffentlich darüber zu sprechen, wie sie in der Vergangenheit von Priestern und Erziehern, Lehrern sexuelle Gewalt erlitten haben und was dieser Missbrauch von Macht in ihrem Leben für Spuren hinterlassen hat. Wie eine Welle verbreitet sich der Skandal. Wie konnte sich 2010 in Deutschland in so kurzer Zeit ein solcher mediale Welle aufbauen, scheinbar aus dem Nichts? Warum genau zu diesem Zeitpunkt und nicht zehn Jahre zuvor? Zu den Erklärungen für dieses Phänomen gehören die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung und des distanzierten Austausches, auch und gerade die Anonymität bei der Kontaktaufnahme. Schon Jahre vor 2010 entwickelte sich eine ganze Reihe von Webseiten und Foren, auf denen zumeist anonym Menschen über ihre Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend berichteten. Die Vorteile liegen auf der Hand: man kann in diesen Foren nur so viel zulassen und hereingeben, wie aushaltbar ist. Frau/Mann bleibt anonym, aber dennoch nicht allein. Das Angebot ist bei Bedarf erreichbar, Tag und Nacht. Oder auch wochenlang nicht. Lange bevor Wissenschaftler auf das Phänomen aufmerksam wurden, haben sich so Menschen, in Selbsthilfe therapeutisch unterstützt. Für Menschen in Ländern in denen kaum gesellschaftliches Bewusstsein, keine Sprache und kein sicherer Raum für den Diskurs über sexuelle Gewalt gegeben ist, sind globale Nachrichten und Webangebote enorm wichtig. Zugleich wächst in den letzten Jahren auch das Bewusstsein für die vielen neuen Missbrauchs-Möglichkeiten für Pädokriminelle im Netz - von der Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen bis zu Echtzeit-Missbrauch vor der Kamera. Die Möglichkeiten zur Vernetzung und Kampagnenarbeit einer weltweit verstreuten Gruppe von Opfern/Überlebenden sollen aufgezeigt werden, die bei aller Unterschiedlichkeit ähnliche Erfahrungen mit einander teilen. Zugleich wird dafür geworben, auch der Ausbreitung digitaler Formen von sexueller Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen aktiv zu begegnen.

May 2019

28 min 27 sec