turi2 podcast

turi2 (http://www.turi2.de/impressum/)

Im turi2 podcast erzählen Medien-, Marken- und Meinungsmacher*innen, wie sie die Herausforderungen der Digitalisierung angehen und was sie persönlich antreibt.

Zusätzlich zum Podcast gibt es die kompletten Gespräche auch als Video bei YouTube: http://youtube.com/turi2tv

All Episodes

Bahn to business: Die Bahn will mehr Geschäftsreisende auf die Schiene holen und kündigt für Unternehmen, die auf den Zug statt den Firmenwagen oder das Flugzeug setzen, 50 % Rabatt beim Kauf von BahnCards 100 für Beschäftigte an. Stefanie Berk, Vorständin für Marketing im Fernverkehr, erklärt die Initiative im Podcast-Interview mit turi2. Sie hofft darauf, dass sich 1 % der bisher 5 Mio Firmenwagen-Fahrerinnen für das Angebot entscheiden und so 50.000 neue geschäftliche Vielfahrer in den Zug umsteigen. Die Aktion ist Teil des sogenannten Glasgow Commitments der Bahn. Um sie bekannt zu machen, schreiben Bahn-Chef Richard Lutz und Fernverkehrs-Vorstand Berthold Huber den CEOs großer Unternehmen Briefe, die auch in Zeitungen erscheinen. "Wir können die Leute nicht nur auffordern, was zu tun, sondern wir müssen auch was mitbringen zur Party", sagt Berk mit Blick auf die bisher einmalige Rabatt-Aktion. Unternehmen, die sich beteiligen und ihre Dienstreise-Richtlinien zugunsten klimafreundlicher Reisen ändern, verewigt die Bahn in einer "Hall of Fame" und "feiert" sie auf Social Media. Mit Blick auf das in der Pandemie massiv gesunkene Fahrgast-Aufkommen erklärt Berk, dass die Züge wieder gut genutzt werden. Die Auslastung liege inzwischen bei 50 % – vor Corona waren es 56 %. Die Marketing-Vorständin erwartet, Mitte 2022 das Vor-Krisen-Niveau zu erreichen und dann weiter zu wachsen.

Nov 12

11 min 8 sec

Teilen, um zu herrschen: "Wenn Instagram die Müllkippe von Social Media ist, dann ist TikTok die Müllkippe der Müllkippe", sagt Niko Kappe im Social-Media-Talk zur Bundestagswahl des Frankfurter PresseClubs und von turi2. Wie sich Instagram, TikTok, Facebook & Co auf die Wahl auswirken, haben die Diskussions-Teilnehmerinnen am Mittwochabend via Zoom und im turi2 Clubraum diskutiert. Der Lehrer und erfolgreiche TikTok-Creator Kappe beschreibt, dass Zweit- und Dritt-Verwertung auf der Kurzvideo-Plattform gar nicht gehen. Amelie Marie Weber, Social-Media-Chefin der Hauptstadt-Redaktion der Funke-Zeitungen, hat Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz für TikTok interviewt – Hunderttausende schauen sich die 60- bis 80-Sekündigen Clips an. Bei ihr erfahren die Jungwählerinnen nicht nur, wie die Polit-Promis ticken, sondern auch, was sie gerne essen und welche Emojis sie versenden. Sie bemerkt aber auch Vorsicht und Zurückhaltung: "Politiker haben Angst, ein Meme zu werden." Helge Ruff, Gründer und Chef der Agentur OneTwoSocial, findet, dass viele Parteien Social Media oft falsch nutzen. So bringe es niemandem etwas, wenn Olaf Scholz postet, dass er heute einen Auftritt in Lüneburg hat. Ausgerechnet die rechte AfD ist in Social Media erfolgreich – das liege aber auch am Gegenwind, den die Partei bekomme – Algorithmen unterscheiden nicht zwischen Zustimmung und Ablehnung. turi2-Moderatorin Tess Kadiri beobachtet, dass es politische Inhalte oft schwer haben gegen TikTok-Tänze. Die Kunst sei es, Bildung und Unterhaltung zu verbinden, findet Niko Kappe. Das habe es auch früher schon gegeben, etwa wenn die Bundeszentrale für politische Bildung Wahl-Aufrufe bei "GZSZ" platziert hat.

Sep 22

1 hr 36 min

Neue "Welt"-Ordnung: Am 6. September legt Springer das erste Mal seine neue, um acht Seiten geschrumpfte Wochentags-"Welt" an den Kiosk – Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld erklärt im Podcast und zeigt im Video von turi2, wie die 16-Seiten-"Welt" künftig aussehen wird. "Diese Zeitung ist kein bisschen Verzicht", wird sie nicht müde, zu erklären. Das Gegenteil sei der Fall, "es geht nichts an Stoff, nichts an Inhalten verloren". Die Zeitung sei künftig pointierter, das Blatt so dynamisch wie der Start in den Morgen. Und eine zweite Neuigkeit teilt Rosenfeld im Interview: Die 2020 eingestellten Hamburg-Seiten der "Welt" kommen zurück. Jeden Freitag erscheinen im norddeutschen Raum vier zusätzliche Seiten mit regionalen Inhalten. "Wir sind eben nordisch by nature", sagt Rosenfeld scherzhaft und berichtet, dass Sie viel Feedback aus Norddeutschland erhalten habe, dass die regionale "Welt" im Norden vermisst werde. Die reanimierten Seiten für Hamburg und Umgebung seien die Antwort darauf. Die Zeitung, erklärt Rosenfeld, starte künftig mit den beiden wichtigsten News des Tages und einem Kommentar. Die Seiten 2 und 3 beschreibt sie als "Zeitung in der Zeitung" mit einem schnellen Überblick über die Top-Themen aus allen Ressorts. Zudem setzt die Seite 2 das Thema des Tages mit einem Kommentar, einem Interview oder einer Reportage. Herausgeber Stefan Aust bekommt eine eigene Rubrik, in der er täglich Fragen beantwortet – zunächst zur Bundestagswahl. Mit dem Umbau will Rosenfeld die Zeitung an geänderte Lese-Gewohnheiten anpassen. Am Wochenende 7./8. September kommt auch zum ersten Mal die neue "Welt am Sonntag", die künftig eine Vorab-Ausgabe am Samstag erhält und am Sonntag aktualisiert erscheint.

Sep 2

14 min 36 sec

Auf neuen Wegen: "Die IAA Mobility ist ein Leuchtturm für die gesamte Messewirtschaft – auch international." Im Video- und Podcast-Interview von turi2 erklärt Klaus Dittrich die Bedeutung des Neuzugangs IAA für den Messe-Standort München. Er berichtet, dass die ganze Branche auf die Umsetzung blickt – vom Hygiene-Konzept bis zur Integration der Mobilitäts-Messe ins Stadtbild. "Zum ersten Mal wird ein Thema auf den schönsten Plätzen der Stadt einem breiten Publikum zur Kenntnis gebracht." Die Messe München beteiligt sich zudem mit einem eigenen Programmpunkt, der Innovation Journey. Die Bildungsreise für Führungskräfte führt zu wichtigen Events auf dem Messegelände aber auch darüber hinaus dorthin, wo im Großraum München ganz konkret an der Zukunft der Mobilität gearbeitet wird. Warum macht ein Messeveranstalter sowas? "Wir sind nicht mehr nur Vermieter von Quadratmetern Ausstellungsfläche", sagt Dittrich. Er sieht die Messe auch als inhaltlich bewegten Plattform-Betreiber – und das nicht erst seit der Pandemie. Die Messe München geht bereits seit 2016 auf Innovation Journey. Die Reisen gingen bisher ins Silicon Valley und auf die South by Southwest in Austin, Texas, aber auch nach Deutschland. Die Führungskräfte-Reise fasst er als "mobiler Think Tank für einen Tag" zusammen. Die Teilnehmerinnen sollen miteinander und voneinander lernen und sich zu Themen wie Automatisierung, Digitalisierung und nun im Falle der IAA zum Thema Mobilität austauschen. "Messen und Messeveranstalter werden digitaler", ist Dittrich überzeugt, auch wenn die Pandemie überwunden ist. Im ausführlicheren turi2 Podcast erklärt er, dass er die Messe München in der Rolle des Kurators und Plattform-Anbieters sieht. Ein weiteres Projekt, dass in diese Zukunft weist, ist etwa das Netzwerk Frauen verbinden, das von Margit Dittrich gegründet wurde, sie ist Führungskräfte-Coach und Ehefrau von Klaus Dittrich. Inzwischen tauschen sich hier mehr als 1.000 weibliche Führungskräfte aus – nicht nur in München, sondern auch in Berlin und Hamburg. Außerdem spricht Dittrich über die Auswirkungen von Corona auf sein Geschäft. In der turi2 edition #15 porträtieren wir Klaus und Margit Dittrich als weitgereistes Power-Paar. Das Buch erscheint am 7. September – Sie können das kostenlose E-Paper hier bestellen.

Aug 31

23 min 28 sec

Ernüchterung und Euphorie: "Die Clubhouse-Macher haben keine Idee, wie sie Social Audio aufs nächste Level heben können", resümiert Mark Heywinkel von Zeit Online die Probleme der einstiegen Hype-App. Der Frankfurter PresseClub hat am Montagabend über die Zukunft von Clubhouse diskutiert – turi2 veröffentlicht die Runde mit Heywinkel, Alina Fichter von der Deutschen Welle, Felix Kovac von Antenne Bayern und turi2-Gründer Peter Turi als Podcast. Radio-Mann Kovac erinnert sich gerne an die ersten Wochen mit der Audio-App und kann sich nicht erklären, warum die Clubhouse-Macher es zugelassen haben, dass der Hype so schnell wieder abflaut. Wenn es nach ihm geht, müsste ein Teil der "vielen Milliarden", die die App Wert ist, in guten Content fließen. Als Beispiel dienen ihm Netzwerke die Linked-in, die ganze Redaktionen betreiben. Alina Fichter von der Deutschen Welle ist sich nicht sicher, ob der Clubhouse-Hype hierzulande über die Medienbranche hinaus gereicht hat. Wer nicht zur Journalisten-Blase gehört, habe von der App vielleicht mal in der Zeitung gelesen. Sie will den Blick über Clubhouse hinaus weiten und glaubt, dass Social Audio in etablierteren sozialen Netzwerken mehr Menschen erreichen kann. Mit Blick auf den Wahlkampf und die Berichterstattung spielt Clubhouse kaum eine Rolle: Mark Heywinkel hat mit der Morgenkonferenz von Zeit Online wochenlang jeden Tag den Clubhouse-Nutzerinnen den Puls gefühlt. Inzwischen ermittelt die "Zeit" die Stimmung im Land durch das repräsentativ zusammengestellte Panel Die 49. Auch Peter Turi kann die Enttäuschung über Clubhouse verstehen: Er ist der Meinung, dass wer bei Clubhouse erfolgreich sein will, seine eigene Community mitbringen muss. Für ein Fachpublikum gehe das, bei einem Massenmedium werde das schwierig. Turi beobachtet aber auch, dass die Gesprächs-Räume von Twitter Spaces nicht voller sind, als beim Original. Bei der Anschluss-Diskussion auf Clubhouse melden sich vor allem diejenigen zu Wort, die Clubhouse auch heute noch intensiv nutzen. Radioszene-Chef Ulrich Koering etwa genießt die Runden mit wenigen Zuhörerinnen, weil die Gespräche dann intensiver sind und sogar Freundschaften entstehen. Auch Schauspielerin Alexandra Kamp lobt den Netzwerkeffekt der kleinen Runden und die Kontakte, die sich daraus ergeben. Sängerin und TV-Produzentin Tine Wittler sagt, dass alle Künstlerinnen das Sommerloch kennen. Sie hofft darauf, dass die Clubhouse-Nutzung im Herbst wieder anzieht.

Jul 13

1 hr 32 min

Geburtstagskind auf Schienen: Die Deutsche Bahn feiert in diesem Monat 30 Jahre InterCity Express und macht dafür ein siebenstelliges Media-Budget locker. Im Video- und Podcast-Interview erklärt Jens-Oliver Voß, Leiter Kommunikation Eisenbahn in Deutschland, dass der Konzern in seiner Kampagne die Menschen in den Mittelpunkt stellt, die den ICE am Laufen halten, und zeigt viele Fotos und Videos aus 30 Jahren Hochgeschwindigkeits-Verkehr. Außerdem teilt Voß eigene Bahn-Erinnerungen, etwa dass er in den 1990er Jahren aus dem ICE Faxe verschicken und in einer Telefonzelle im Zug telefonieren konnte – schon bevor es Handys gab. Und Voß blickt in die Zukunft: Er ist überzeugt, dass die Reiselust der Menschen nach Corona wieder wächst. Aktuell wirbt die Bahn mit dem Zug als Verkehrsmittel für die Urlaubsreise innerhalb Deutschlands. Auch die Geschäftsreisen und die Zahl der Job-Pendler werden wieder zunehmen, glaubt Voß, denn "die Sehnsucht sich persönlich zu treffen, ist nach wie vor da". Schon jetzt sieht er: "Die Buchungszahlen klettern jeden Tag wieder ein Stückchen nach oben." Ein weiteres großes Ziel sind Ausbau und Modernisierung des Schienen-Netzes: Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen 170 Mrd Euro ins Netz fließen. "Viele Jobs in der Bau-Industrie hängen hier bei uns", sagt Voß und kündigt an, dass auch die ICE-Flotte weiter wachsen soll – von jetzt 330 Züge auf fast 600.

Jun 22

18 min 1 sec

Gemeinsam stärker? Vor einem halben Jahr hat Gruner + Jahr die Online-Redaktionen von "Gala", "Brigitte" und "Eltern" fusioniert, im Video- und Podcast-Interview von turi2.tv zieht Doris Brückner Bilanz des Umbaus unter Pandemie-Bedingungen. Die Chefredakteurin erklärt, dass die Großredaktion mit aktuell ca. 65 Menschen "keine Sparmaßnahme" und für den Verlag auch nicht günstiger sei als die Einzelredaktionen. Es gehe darum, Kräfte zu bündeln und so mehr Zeit und Freiheiten für Leuchtturmprojekte zu haben. Als Beispiel nennt sie den Pride-Monat Juni, in dem sich die Webseiten mit Aktionen rund um die LGBTQ-Community abwechseln. Im Video zeigen wir, viele Beispiele der Kampagne. Die Zahlen geben Brückner recht: So erreicht Gala.de heute deutlich mehr Nutzerinnen als früher – im April zählt die Website 73 Mio Visits, vor zwei Jahren waren es nicht mal halb so viele. Für die Chefredakteurin ist das ein Resultat von "ganz viel Fleißarbeit". So ist die Redaktion nun 24 Stunden am Tag besetzt und nimmt sich Zeit für eigene Recherchen. Zudem gibt es ein Team, dass sich um SEO kümmert und Texte, Videos und Bild-Strecken auch nach der ersten Veröffentlichung noch optimiert. Im ausführlicheren Podcast-Gespräch erklärt Brückner auch die Zusammenarbeit mit den TV-Kolleginnen von RTL. Inzwischen gebe es täglich Kontakt und Abstimmungen. Es sei etwa vorstellbar, dass Homestorys von Prominenten bei Gruner + Jahr erscheinen und auch bei RTL laufen – "der Bertelsmann-Kosmos ist groß", sagt Brückner. Und die Chefredakteurin kündigt Zuwachs an: Auch das "Guido"-Magazin rund um Guido Maria Kretschmer soll bald eine eigene inhaltlich getriebene Website erhalten. Außerdem gibt es Paid-Content-Überlegungen bei den Online-Ausgaben der Frauen-Marken von Gruner + Jahr.

Jun 20

18 min 50 sec

Community-Content is Queen: "Community-Journalismus darf kein Kuscheljournalismus werden", sagt "Journalist"-Chefredakteur Matthias Daniel beim turi2-Clubfrühstück auf die Frage, welche Rolle die Community in der Zukunft der Medien spielt. Im turi2 Clubraum haben am Sonntag neben Daniel "Was mit Medien"-Gründer Daniel Fiene, "Zeit"-Redakteurin Hanna Israel, Sham Jaff, Gründerin des Newsletters "What Happened Last Week", VRM-Chefredakteur Stefan Schröder und Uwe Vorkötter, Herausgeber von “Horizont”, über das Wechselspiel zwischen Journalismus und Publikum und Finanzierungsmöglichkeiten durch die Community diskutiert. "Man muss im Gespräch bleiben", sagt Hanna Israel, die bei der "Zeit" Menschen mit unterschiedlichen Ansichten ins Gespräch bringt. Sie wirft ein, dass die Distanz zur Community nicht zu groß werden darf und glaubt: "Das einfache Abwägen von Pro- und Contra-Argumenten funktioniert nicht mehr." Matthias Daniel ergänzt, dass es "ganz vernünftig" sei, dass Journalistinnen nicht alles wissen. Er wünscht sich Dialogbereitschaft und plädiert: "Wir müssen runter von der Kanzel." Daniel Fiene sagt: "Wenn man heute ein neues Format startet, kommt man nicht ohne Community aus." Wenn die Community Queen sei, gebe das Publikum die Richtung vor. Stefan Schröder hält Erklär-Journalismus für notwendig. Seine empfohlene Vorgehensweise: "Erst kommen die Fakten, dann kommt die Meinung." Newsletter-Publizistin Sham Jaff ergänzt, dass auch Kuratierung von Fakten eine Meinung darstellen kann. Fazit von Peter Turi: "Community-Content ist King und Queen." Es komme auf die Mischung zwischen Erklärjournalismus und einer Integration der Community an. Uwe Vorkötter verweist auch auf Crowdfunding und Genossenschafts-Journalismus und ergänzt: "Wir machen einen Riesenfehler, wenn wir Paid Content und Werbefinanzierung gegeneinanderstellen. Der Journalismus wird alles brauchen."

May 16

1 hr 4 min

Abo first: "Die Basis, auf der wir in Zukunft alles aufbauen, werden die Abonnenten sein", sagt Sebastian Matthes im turi2 Clubraum. Im Chefgespräch mit Peter Turi erklärt der "Handelsblatt"-Chefredakteur, dass er und seine Redaktion die Wünsche der Abonnentinnen in den Mittelpunkt stellen. Die Abo-Erlöse seien der Einnahme-Zweig, der am stärksten wachse. Darauf, dass sich die Rolle der Journalistinnen in Zeiten, in denen CEOs via Twitter und Linked-in selbst kommunizieren, hat Matthes sich eingestellt: Er setzt auf exklusive Recherchen, tiefe Analysen und Interviews zu kritischen Themen, die Wirtschafts-Bosse in ihren eigenen Posts lieber umschiffen. Weitere Themen des Gesprächs sind die Rolle der gedruckten Zeitung, die Führungs- und Feedback-Kultur beim "Handelsblatt" und die schlechte Frauen-Quote im Wirtschaftsjournalismus. Aus dem Publikum haben u.a. die frühere Digital-Managerin Katharina Borchert, die "Spiegel"-Journalistin Melanie Ahlemeier und der ARD-Aktuell-Chefredakteur Helge Fuhst mitdiskutiert. 120.000 Abonnentinnen zählt die 75 Jahre alte Wirtschaftszeitung aktuell, berichtet Matthes, knapp 90.000 davon lesen das "Handelsblatt" digital. Das gedruckte Blatt werde dennoch stark nachgefragt und sei hochprofitabel. So lange das so ist, werde es die Zeitung auch gedruckt geben. Ob die Zeitung zum 100. Geburtstag noch gedruckt erscheint, mag Matthes nicht prognostizieren, "in zehn Jahren wird es aber noch eine gedruckte Zeitung geben". Das "Handelsblatt" setzt seit 18 Monaten auf eine Mobile-First-Strategie. Andere Zeitungen, die einen ähnlichen Wandel durchlaufen haben, konnten in der Folge auch ihre gedruckten Auflagen stabilisieren, erklärt der Chefredakteur. In der Fragerunde mit der turi2-Community geht es u.a. um die Führungs- und Feedback-Kultur beim "Handelsblatt": "Die Zeiten, in denen eine kleine Gruppe so einen Laden durch die Welt gepeitscht hat, sind vorbei", sagt Matthes. In der Redaktion der Zukunft komme es auf jeden an. Da aktuell 85 % der Redaktion im Home Office arbeite, ist ein Kulturwandel schwierig, sagt Matthes. Er beruft Feedback- und Gesprächsrunden ein, in der ganz offen über die Transformation gesprochen werde und in denen er sich auch kritisieren lasse. Angesprochen auf die schlechte Frauenquote beim "Handelsblatt" gibt Matthes zu, dass es die Wirtschaftsmedien insgesamt versäumt haben, hochqualifizierte Frauen zu fördern. Das "Handelsblatt" arbeite an dem Problem – es lasse sich aber nicht über Nacht lösen.

May 12

1 hr 6 min

Hören und wählen: "Der Wahlkampf wird vor allem digital", sagt Béla Anda, früher Regierungssprecher von Gerhard Schröder und heute Politik- und Kommunikations-Berater, im turi2 Clubraum. Beim Clubfrühstück am Sonntag haben Anda, die frühere Antenne-Bayern-Chefin Ina Tenz sowie turi2-Clubhouse-Redakteurin Tess Kadiri und Peter Turi über die Rolle von Audio-Formaten im kommenden Bundestagswahlkampf und die Chancen des Bewerbertrios gesprochen. Weiteres Thema des Talks ist der Podcast "Die Agenda" von Gerhard Schröder, den Tenz und Anda gemeinsam erfunden haben und der ein wachsendes Publikum findet. Tenz, in Andas Agentur ABC Communikation Audio-Chefin, freut sich über mehr als 250.000 Abonnentinnen und fast genauso viele regelmäßige Hörerinnen – "die Konvertierungsrate ist unglaublich". Aber warum macht ein Altkanzler überhaupt einen Podcast? Für Anda ist das Format ein guter Weg zu zeigen, dass Gerhard Schröder für mehr steht als die Themen Putin, Nord Stream und Russland. Der These, dass Schröder mit seinen publizistischen Aktivitäten seinen Eintrag in den Geschichtsbüchern verändern will, widerspricht Anda dagegen. Anders als Helmut Kohl habe Schröder daran kein Interesse. Dass die Schröder-Podcasts als Zeitzeugnisse irgendwann mal für die Wissenschaft interessant werden könnten, kann Anda sich dagegen schon vorstellen. Tenz, die von Haus aus eher konservativ geprägt ist, interessiert sich für Schröders Blick auf die aktuelle Politik und gesteht: "Langsam werde ich zum Schröder-Fan." "Ich glaub, dass sich die Audiowelt im Moment sehr stark verändert", sagt Ina Tenz. Sie beobachtet, dass neben dem Massenmedium Radio die Nischen blühen und wichtiger werden, sei es durch Podcasts, Nischensender oder Streamingdienste. Beide Expertinnen sehen viel Potential für Audio-Formate, auch im aktuellen Wahlkampf, aber nicht für jeden Politiker. So kann sich Anda einen Podcast mit Robert Habeck sehr gut vorstellen, Armin Laschet und Olaf Scholz findet er sperriger. Am Ende der Diskussion sind sich beide einig, dass aktuell Annalena Baerbock die größten Chancen aufs Kanzleramt hat, weil die Popularität der Grünen und die der Kandidatin zusammenkommen. Olaf Scholz würde den Direktvergleich mit Laschet und Baerbock zwar jeweils gewinnen, die Schwäche der SPD bremse den Kandidaten aber aus.

May 9

1 hr 2 min

Media und Verantwortung: "Wirtschaft sollte sich nicht zum Richter über guten oder schlechten Journalismus aufspielen", sagt Thomas Voigt im "turi2 Clubsandwich", dem gemeinsamen Media-Talk am Mittag von turi2 und Mediascale. Der Kommunikationschef der Otto Group hat am Mittwochmittag gemeinsam mit Daimler-Kommunikationschef Jörg Howe, Mediascale-Chef Wolfgang Bscheid und – gegen Ende des Talks – auch mit Moderatorin Dunja Hayali über die Frage diskutiert, ob Werbekunden eine Mitverantwortung für Clickbaitung und übergeigte Überschriften haben. "Ich tue mich wahnsinnig schwer damit, zu sagen, wer gut und wer böse ist", sagt auch Howe und fragt sich, wo die Grenze zu ziehen ist. Bscheid hat eine aktuelle Umfrage im Gepäck, in der sich 80 % von mehr als 200 befragten Marketing-Entscheiderinnen einen verantwortungsbewussteren Einsatz von Werbegeldern wünscht. Auch das Thema soziale Nachhaltigkeit, also u.a. der Kampf gegen Hate Speech, werde für die Verantwortlichen wichtiger. 

 Auch Moderatorin Dunja Hayali, die sich gegen Ende des Talks in die Diskussion einschaltet, sieht einen Zusammenhang zwischen Media-Geld und Verantwortung. Es gebe Medien, die einen Auftrag haben und politisch klar verortet sind. Unternehmen, die dort Werbung buchen, müssten sich die Frage stellen lassen, ob die Haltung dieser Medien mit ihren gesellschaftlichen Werten vereinbar ist. Thomas Voigt etwa kann sich eine unabhängige Stiftung vorstellen, die Empfehlungen für bzw. gegen Media-Investitionen gibt – analog zu Presserat und Pressekodex und auf Basis objektiver Kriterien.

 Zu Beginn des Talks geht es zunächst um die Frage, wie es um die Qualität im Journalismus bestellt ist. Daimler-Kommunikator Howe etwa beklagt sich über Journalistinnen, die ihre Geschichten schon fertig haben, wenn sie sich an die Pressestelle wenden und ihn nur noch als Stichwortgeber brauchen. Andere kämen mit komplexen Fragenkatalogen "im Kasernenhofstil" und absurden Fristen für deren Beantwortung. Otto-Mann Voigt erlebt die Situation weniger negativ: Er erlebt zwar auch ausgedünnte Redaktionen und Hektik, trotzdem gebe es noch einen vertrauensvollen Umgang zwischen Kommunikatorinnen und Journalisten.

Apr 28

1 hr 8 min

Im Gespräch bleiben: "Ich weiß jetzt, wie sich Frauen fühlen müssen, wenn sie immer nicht mitgedacht werden." So bilanziert turi2-Gründer Peter Turi knapp zwei Monate generisches Femininum in den Medien von turi2. In einer offenen Redaktionskonferenz im turi2 Clubraum haben Redaktion und Community über die Erfahrungen mit der ausschließlich weiblichen Schreibweise diskutiert. Unter dem Strich wird klar: Niemand will zum generischen Maskulinum zurück, gleichzeitig braucht es aber ein Zeichen, das zeigt, wenn alle Geschlechter gemeint sind. Fast alle Gesprächsteilnehmer:innen plädieren für den von Verlegerin Heike Turi ins Gespräch gebrachten Binnen-Doppelpunkt – auch weil er den Lesefluss weniger unterbricht als das Gender-*. CvD Björn Czieslik legt Wert darauf, bei feststehenden Eigennamen wie "Bund der Steuerzahler" nicht zu gendern – es sei denn der Verband ändert seinen Namen offiziell. Peter Turi regt an, die Entscheidung, wie turi2 inklusive Sprache nutzt, an die Community weiterzugeben – in Form einer Online-Umfrage gemeinsam mit unserem Umfrage-Partner Innofact. Weiteres Thema der offenen Redaktionskonferenz war die Entwicklung der Audio-Plattform Clubhouse und die Frage, wie viel Leben angesichts sinkender Nutzer-Zahlen und wachsender Konkurrenz noch in der App steckt. Hier schaltet sich Agenturchef und Clubhouse-Influencer Holger Kahnt ein. Er glaubt, dass die App noch viel Potential hat und hofft auf einen weiteren Schub durch den für Mai angekündigten Android-Release. "Viele Menschen finden die spannenden Räume nicht", glaubt er und sieht die Clubhouse-Macherinnen in der Pflicht, eine bessere Discover-Funktion anzubieten.

Apr 25

1 hr 4 min

Hefte raus, (digitale) Klassenarbeit: "Momentan ist das ungenutzte Potential ein Notstand", fasst Lehrer Oliver Kracke den Stand der Digitalisierung in deutschen Schulen im Open Innovation Live Podcast zusammen. Der "Lehrer mit Digitalisierungshintergrund", wie er sich selbst nennt, erzählt am Donnerstagabend von Lehrkräften Mitte 30, bei denen die Digitalisierung bei E-Mails aufhört. Das hält er für problematisch, da sie dann nicht einschätzen könnten, warum TikTok für Achtjährige so wichtig ist. Grundschullehrerin Charley Camejo muss sich selbst ständig mit neuen Plattformen auseinandersetzen und wünscht sich, dass es für Schülerinnen nicht nur einen Fahrrad-, sondern auch einen Internetführerschein geben sollte. Moderatorin Tess Kadiri erinnert sich, dass Social Media bei ihr im Unterricht nie angesprochen wurde – dabei ist ihr Abitur gerade einmal zwei Jahre her. Überrascht war Richard Gutjahr vom Stundenplan seiner Tochter in Israel: Bereits in der 1. Klasse stehen dort Fächer wie iPad-Unterricht auf dem Plan. Charley Cameo gefällt das Konzept, in Deutschland stehe aber oft der Lehrplan, der abgearbeitet werden muss. "Digitale Bildung" im Lehrplan wünscht sich auch Anna-Katharina Meßmer, Projektleiterin für Digitale Nachrichten- und Informationskompetenz bei der Stiftung Neue Verantwortung. Die Ergebnisse ihrer Studie zur Einordnung von Nachrichten nennt sie "überraschend": Von 30 möglichen Punkten erreichen die Teilnehmerinnen über 18 Jahren im Schnitt nur 13,3 Punkte. An Medienkompetenz mangele es nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. Meßmer hofft, dass die Generationen in Zukunft stärker voneinander lernen.

Apr 22

1 hr

Auf einer Wellenlänge: “Wer für uns in Afrika, Asien oder Mexiko unterwegs ist, riskiert teilweise sein Leben.” Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, tritt im turi2 Clubraum zum Chefgespräch mit Peter Turi an und würdigt die Leistungen seiner 3.300 Mitarbeiterinnen in aller Welt. Auch hier in Deutschland könnten “Journalisten mal Ärger kriegen oder einen Shitstorm”, mit den Gefahren in weniger stabilen Ländern sei die Arbeit aber nicht zu vergleichen. Die Leitung der Deutschen Welle ist für ihn ein Lebenstraum, sagt er. Als Diplomatensohn sei er in vier verschiedenen Ländern aufgewachsen, die Welt sieht er als “sein Feld”. Außerdem berichtet Limbourg, dass der Sender in einigen Ländern mit staatlicher Zensur kämpft. So sei in China kaum ein Durchkommen durch die “Great Firewall”. Die Zensur im Iran lasse sich dagegen umgehen. In vielen Ländern sei der internationale deutsche Sender aber willkommen und produziere für und mit lokalen Partnersendern in Radio und TV. Weitere Themen des knapp einstündigen Gesprächs sind u.a. sensible Sprache – Limbourg will “keine Sprachpolizei, die Häkchen macht”, aber dennoch niemanden ausschließen – und Diversität.

Apr 14

58 min 19 sec

Senf dazu: “Der durchschnittliche CEO hat eine Halbwertszeit von drei Jahren.” Michael Durach, Chef des Senf- und Ketchup-Herstellers Develey, ist überzeugt, dass Familienunternehmen grundsätzlich langfristiger denken als Konzerne, da u.a. keine Quartalsziele erreicht werden müssen. Im Mittwoch-Media-Talk bei Clubhouse sind sich er und Wolfgang Bscheid einig, dass Familien-Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit die Nase vorn haben. Am Mittwochmittag haben sie gemeinsam mit Christian Faltin von Cocodibu und turi2-Clubchef Peter Turi eine gute Stunde lang diskutiert. Wolfgang Bscheid von Mediascale gibt zu, dass das Thema Nachhaltigkeit in seiner Mediaagentur anfangs "schwer zu greifen" war. Gerade für jüngere Kolleginnen sei Nachhaltigkeit im Job ein Anspruch und nicht nur ein "Zusatzprojekt". Mit der Green GRP-Initiative sollen Unternehmen bei der Serviceplan-Tochter Werbung künftig klimaneutralisiert buchen können. Bscheid plädiert für einen offenen Umgang mit Konsumentinnen, wenn nicht alles auf Anhieb funktioniert. Michael Durach ergänzt: "Der Verbraucher sieht selbst, dass nicht alles von heute auf morgen möglich ist." Er findet, dass seine Firma ihre Nachhaltigkeits-Aktivitäten bisher womöglich nicht gut genug kommuniziert hat. So sei der Senf des 1845 gegründeten Familienunternehmens inzwischen klimaneutral, am nachhaltigen Ketchup arbeite die Firma gerade.

Apr 14

1 hr 2 min

Wohlstand neu gedacht: "Veränderung muss nicht per se negativ sein", sagt Klima-Aktivist Quang Paasch von Fridays For Future beim Clubfrühstück zur Klimakrise im turi2 Clubraum. "Jede Ebene unseres Lebens muss neu gedacht, reflektiert und transformiert werden." Das Überdenken der eigenen Lebensweise müsse jedoch nicht zwangsweise Verzicht bedeuten. Als Beispiel führt er an, statt vielen kurzen Reisen lieber eine längere zu machen. Zustimmung erhält Paasch von Wolfgang Bscheid, der sich bei Mediascale für Nachhaltigkeit in der Werbeplanung einsetzt: Marken und Werbung müssten es Konsumentinnen "leichter machen", indem sie "hochattraktive und sozial-akzeptierte Lebenswelten bauen", die es ermöglichen, einen hohen Lebensstandard zu haben, "der versucht, so wenig Schaden wie möglich anzurichten". Bscheid appelliert: "Bitte unterschätzt mir nicht den enormen Einfluss, den der Konsument mit seiner kleinen Entscheidung am Regal auf die ganz großen Marken hat." Die Kaufentscheidungen seien der Treiber dafür, dass Gütesiegel und Aussagen zur Nachhaltigkeit in der Kommunikation an Bedeutung gewinnen. Die Mediascale-Mutter Serviceplan bietet Werbekunden nun an, die CO2-Emissionen ihrer Kampagnen auszugleichen. Klima-Aktivist Paasch warnt aber davor, sich mit Indivudal-Entscheidungen zu begnügen: "Dass Gefährliche ist, dass wir denken, 'Ich lebe jetzt vegan, ich habe mich gegen diese Reise entscheiden und habe ein nachhaltiges Produkt gekauft. Jetzt bin ich eine bessere Person, jetzt muss ich gar keine politischen Forderungen mehr stellen."

Mar 28

1 hr 1 min

Internationale Insights: In Ausgabe 6 des Innovation Live Podcast blicken Tess Kadiri und Richard Gutjahr gemeinsam mit Expats und Journalistinnen auf die Corona-Lage weltweit. "Besorgniserregend" nennt Digital Producer Marc Labitzky in New York die Situation in Deutschland. Die Menschen in der Stadt hätten die Deutschen mit ihren leergefegten Straßen erst als Vorbilder gesehen. Das sei jetzt nicht mehr so. Richard Gutjahr meldet sich aus Irland und erzählt, wie sich Dublin innerhalb weniger Tage wegen sprunghaft steigender Infektionszahlen in eine Geisterstadt verwandelt hat. Journalist Karsten Lohmeyer lebt auf Bali 800 Meter vom Strand entfernt, statt Urlaubsfeeling erlebt er einen "ganz komischen Schwebezustand". Der Blick auf Deutschland lässt ihn bei der Mischung aus Impfgegnerinnen und Coronaleugnern "aus der Ferne verzweifeln". Journalistin Lilian Schmitt wünscht sich für Deutschland stärkere Kontrollen der Corona-Maßnahmen, wie es in Marokko üblich ist. Die frühere Türkei-Korrespondentin Senada Sokollu berichtet, dass sich das Land schon seit 2016 von einem Ausnahmezustand zum nächsten hangelt. Sie glaubt, dass die Menschen dort krisenerprobter sind als in Deutschland und sich über die Corona-Maßnahmen wenig wundern. Der Arzt Benjamin Zeier ist Leiter einer Covid-Intensivstation in Peru und hat viele dramatische Verläufe erlebt, weil Infizierte nicht rechtzeitig medizinisch behandelt wurden. Im Vergleich zu Deutschland bewertet er die Lage in Peru "deutlich prekärer", findet einen Vergleich zwischen beiden Ländern jedoch schwierig. Israel avanciert in der Coronakrise zum Vorbild. 90 % der Menschen über 16 Jahren sind bereits geimpft, sagt Bloggerin Jenny Havemann. Deutschland hänge mit Innovationen hinterher, was sich jetzt räche.

Mar 25

1 hr 4 min

Algorithmen an der Macht: "Im Netz nichts Neues", diese Erkenntnis, formuliert von Vodafone-Kommunikationschef Alexander Leinhos, steht am Ende des turi2 Clubfrühstücks am Sonntag. Zuvor hatte Hirnforscher und Wissenschaftserklärer Henning Beck u.a. berichtet, dass Google-Mitarbeiterinnen ihm bei der Recherche zu seinem neusten Buch davon abgeraten haben, bei Google nach Informationen zu suchen, wenn er wirklich zu neuen Erkenntnissen kommen will. Als Problem identifiziert die Talk-Runde um Tessniem Kadiri und Peter Turi die Algorithmen von Google, Facebook, Netflix & Co, die jeder Nutzerin auf sie zugeschnittene Inhalte zeigen und den Menschen in gewisser Weise das Denken abnehmen: Die Dummheit der Menschen werde in den sozialen Netzwerken zum Geschäftsmodell, sagt Beck. Er sieht unsere Gesellschaft in einer ähnlichen Situation wie zu Zeiten Immanuel Kants vor 230 Jahren. Beck wünscht sich denn auch "eine neue Form von Mündigkeit und Aufklärung" in Sachen Facebook und Social Media. Die Menschen sollten die Mechanismen der Netzwerke kennen und sich bewusst machen, dass jeder Post für jede individuell optimiert ist. Er verdammt die Netzwerke nicht, sondern plädiert für eine bewusste und kritische Nutzung, etwa gezielte Auszeiten. Denn dem Reiz der Plattformen kann sich auch unser Podium nicht entziehen: Alexander Leinhos sagt, dass er zuletzt TikTok exzessiv erkundet hat, Henning Beck verliert sich gerne mal bei Twitter und Peter Turi gibt zu, zuletzt Clubhouse fast suchtmäßig genutzt zu haben.

Mar 21

1 hr 2 min

Alles neu macht der März: Das People-Magazin "Gala" liegt seit heute in runderneuerter Form am Kiosk und im Briefkasten der Abonnentinnen – im Video- und Podcast-Interview von turi2 zeigt und erklärt Chefredakteurin Brigitte Huber, was sie und ihr Team verändert haben. So ist das Logo jetzt moderner, die Farben sind frischer und die Bildstrecken großzügiger. Auch inhaltlich baut Huber ordentlich um: Die Schluss-Rubrik "Immobilie der Woche" muss weichen – künftig verrät am Ende immer eine Prominente ein bisher unbekanntes Detail aus ihrem Leben. Auch im Heft gibt es neue Rubriken, die die Leserinnen näher an die Promis heranbringen sollen – ohne aufdringlich zu sein. Die "Gala" geht durch die Vordertür und liegt nicht mit dem Feldstecher auf der Lauer, sagt Huber. Sie ist überzeugt, dass sie in einem Vertrauensverhältnis zu den Prominenten mehr erfährt als durch Gerüchte, die am Ende ohnehin zu 80 % falsch seien. Die Leserinnen wüssten das zu schätzen. Huber erklärt, dass sich die Abo-Zahlen in der Pandemie gut entwickelt haben und dass das Heft auch bei den Werbekunden gut ankommt – die Chefredakteurin freut sich über "60 gebuchte Anzeigen" in der Relaunch-Ausgabe. Im ausführlicheren Podcast spricht Huber darüber, wie sie in die Rolle der Multi-Chefredakteurin hineingewachsen ist. Huber betreut neben der "Gala" die "Brigitte"-Gruppe mit mehreren Magazinen sowie die Personality-Magazine "Guido" und "Barbara". Sie hat das Loslassen lernen müssen, sagt Huber, leicht gefallen ist ihr das anfangs nicht.

Mar 18

23 min 15 sec

Menschen und Moneten: "Wir müssen bestimmte Dinge sein lassen, damit wir neue Dinge tun können", sagt Patricia Schlesinger im Chefingespräch mit Peter Turi im turi2 Clubraum. Unter "sein lassen" fällt die Streichung zweier Formate, 75 freie Mitarbeiterinnen sollen nicht mehr im bisherigen Umfang beschäftigt werden. Ein Sender muss die Möglichkeiten haben, sich zu verändern, erklärt Schlesinger. Das gelte auch für die Diversität in den Redaktionen: Bei Arbeiter- und Migrantenkindern "sind wir noch nicht gut genug", gibt sie zu. Auch mit sprachlichem Wandel geht Schlesinger offen um: Mit dem Gendersternchen konnte sie sich anfangs nur schwer anfreunden, inzwischen ist sie aber überzeugt, dass sich die Schreibweise durchsetzen wird. Patricia Schlesinger plädiert dafür, Menschen dort zu erreichen, wo sie sind: im Netz und und im klassischen Radio und TV. Für den Sender bedeute das, mit weniger Geld und weniger Menschen mehr Programm zu machen. Dass dieser Wandel den Menschen im RBB einiges abverlangt, ist Schlesinger bewusst. Wenn der Zug abfährt, steige sie aber "lieber ins Führerhaus anstatt in den letzten Wagon". Vorne könne man nämlich noch mitentscheiden, welche Weiche man nimmt.

Mar 17

51 min 50 sec

Es ist kompliziert: Clubhouse könnte ein guter Freund für Redaktionen werden, darüber sind sich die Teilnehmerinnen der Montagsrunde im turi2 Clubraum einig. Doch zu welchem Preis? "Hype hin oder her: Es ist so, dass man sich grämt, dass man es nicht selbst erfunden hat", gesteht Lorenz Maroldt, "Tagesspiegel"-Chef seit 2004. Ein Stichwort zieht sich trotz des Lobs für die App durch die Clubhouse-Runde: Kapazitätsprobleme. "Wofür ein Talk, der nur 50 oder 100 Leute erreicht?", fragt Swen Thissen, Social-Media-Manager bei stern.de. Jörg Rheinländer vom Hessischen Rundfunk ergänzt: "Sinn macht es nur, wenn wir in einer Community Qualitätsvolles mitnehmen können." Wichtig im Social-Media-Alltag über Clubhouse hinaus: "Leidenschaft und Neugier haben, um neue Plattformen auszuprobieren", sagt Enita Ramaj, Cosmopolitan.de-Chefin. Dennoch müsse das Kosten-Nutzen-Verhältnis bedacht werden. Clubhouse sei für Bauer eher Business- als Reichweiten-Plattform. "Ich erkenne noch nicht, wie gut der Freund werden könnte und zu welchem Zwecke", sagt Rheinländer. Bisher sei Clubhouse eher der Feind aufgrund des Aufwands. Und wie ist allgemein der Beziehungsstatus zwischen Redaktionsalltag und Social Media? Thissen: "In jeder Beziehung gibt es Stress und man muss nicht alles wunderbar finden." Für ihn überwiegen die Chancen der sozialen Netzwerke. "Wir begreifen das als Tool - entweder man setzt das Ding richtig an oder es knickt ab", ergänzt Lorenz Maroldt.

Mar 15

54 min 4 sec

Treffen der Generation: Beim turi2 Clubfrühstück auf Clubhouse diskutieren Peter Turi und Tess Kadiri am Sonntagmorgen mit Sigmund Gottlieb, der von 1995 bis 2017 Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens war. Gottlieb gilt vielen noch heute als letzte konservative Stimme der ARD. Dass seine Kommentare heute auch von Kollegen, die sich eher auf der linken Seite des politischen Spektrums verorten, vermisst werden, hört er gerne. Ein "konservativer Knochen" will Gottlieb dennoch nicht sein. Zum Abschied 2017 haben ihn Mitarbeiterinnen gar zum "letzten Punk der ARD" erklärt. Eine konservative Haltung besteht für ihn denn auch nicht nur darin, Bewahrenswertes zu bewahren, sondern auch offen für Neues zu sein. Gottlieb glaubt, dass "ideologische Trennungen" in der Politik heute eine deutlich kleinere Rolle spielen als früher – Politikerinnen hätten oft gar keine Zeit mehr, über ihren Kurs nachzudenken, sondern müssten einfach entscheiden. Offen ist Gottlieb auch bei den Fragen nach Gendersternchen und Jugendsprache. So sieht für ihn das geschriebene * zwar wie ein Verweis auf eine Fußnote aus und auch die gesprochene Gender-Lücke findet er "gewöhnungsbedürftig". Gleichzeitig plädiert er dafür, "nicht deutsch-verkrampft" zu diskutieren und findet die Diskussion um eine gerechte Sprache als noch "nicht abgeschlossen". Es sei das Privileg der Jugend, eine eigene Sprache zu generieren. Richtig "ätzend" findet Gottlieb dagegen, wenn sich 60-Jährige bei jungen Leuten anbiedern, in dem sie ihre Sprache übernehmen.

Mar 14

1 hr 5 min

Der Traum vom Tellerrand: "Wozu taugt dieses Clubhouse eigentlich?", fragt Peter Turi im turi2 Clubraum am Donnerstagabend. Im Kern der Runde steht auch die Frage, was die App nach dem anfänglichen Hype zukünftig noch leisten kann. Journalist Jaafar Abdul Karim gibt an, Clubhouse als Recherche-Tool zu nutzen. Er sieht die Plattform auch als politischen Ort, an dem sich Menschen austauschen können, die in autoritären Regimen leben und sonst keinerlei Chance dazu haben. In China wurde Clubhouse jedoch beispielsweise bereits gesperrt. Student Pablo Cienfuegos Klein weist auf antisemitische und rassistische Räume hin. Dort gehe er bewusst auf die Bühnen und versuche, sachliche Gegenargumente hervorzubringen: "Es hören 100, 200 Personen zu und das macht was mit denen." Welche Motive verfolgen die Menschen noch im Clubhouse? Während Mobility-Netzwerkerin Katja Diehl "ein bisschen die Welt verbessern und Menschen Wissen vermitteln" möchte, will Cordt Schnibben in seinem "Writers Pub" mit Autorin Doris Dörrie Zuhörerinnen dazu ermuntern, selbst zum Stift zu greifen. Auch Finanzen sind ein Thema: Karrierebibel-Journalist Jochen Mai berichtet von Personen, die sich längst ein Clubhouse-Geschäftsmodell aufgebaut haben. Die sogenannte Moderatorinnen-Elite werde gut dafür bezahlt, Räume professionell zu moderieren. TV-Moderatorin Carola Ferstl sieht in Clubhouse eine Art Telegram-Fortsetzung – in ihren Räumen gebe sie u.a. Aktien-Neulingen Tipps. Fast-Auswanderer Nicolas Kreutter glaubt trotz der stark abgeflachten Hype-Kurve seit Januar, dass in der App noch einiges passieren wird. Werden Moderatorinnen dann die neuen Influencerinnen? Nicht ganz: Die neuen "Stars" sind, zumindest laut Jochen Mai, die Gastgeberinnen, die mit Themenschwerpunkten und spannenden Gästen auf sich aufmerksam machen.

Mar 11

1 hr 3 min

Frühstück zum Hören: Beim turi2 Clubfrühstück auf Clubhouse diskutieren Peter Turi und Tessniem Kadiri am Sonntagmorgen mit CDU-Politikerin und Autorin Diana Kinnert. Erstmals gibt es die Sonntagsrunde auch als Podcast und als Video bei turi2.tv. Inhaltlich geht es um Alternativen zum Gendersternchen und das Thema Einsamkeit, über das Kinnert gerade ein Buch geschrieben hat. Peter Turi findet, "das Gendersternchen nervt". Sein Vorschlag: BinnenGroßschreibung oder ein Generisches Femininum. Tessniem Kadiri bevorzugt statt * lieber den Doppelpunkt, der auch für Blinde besser lesbar ist, sagt aber auch: "Wenn Leute das Gendersternchen kritisieren, dann sind sie auch nicht offen für einen Doppelpunkt." Kinnert sieht die Notwendigkeit einer diversen Ansprache, findet "alle Lösungen aber nur so halbelegant". Im Gesprochenen favorisiert sie eine Doppelansprache wie "Bürgerinnen und Bürger", wohl wissend, "dass ich auch damit viele Menschen gar nicht adressiere oder einige ausschließe". Der zweite Punkt auf der Agenda: Einsamkeit. "Kaum ein Thema ist schambehafteter", sagt Diana Kinnert, die für ihr Buch Die neue Einsamkeit mikt vielen Psychiater*innen gesprochen hat. Ursprünglich wollte sie über ältere, verwitwete Frauen ohne Internetzugang auf dem Land schreiben. Im Laufe ihrer Recherchen hat sie aber festgestellt, dass Einsamkeit auch in der Generation Z und bei Millennials ein gravierendes, gesundheitliches Problem darstellt – vor allem in Großstädten, bei denen, die als besonders flexibel und vernetzt gelten. Tessniem Kadiri kennt das Tabu-Thema Einsamkeit, gerade in der Pandemie: "Ich habe das Gefühl, dass man sich mit Einsamkeit irgendwie Schwäche eingesteht. Und ich persönlich will mir nicht Schwäche eingestehen." Interaktion mit anderen Menschen in sozialen Medien könne echte Begegnungen nicht ersetzen: "Das ist für mich nicht echt. Instagram und Twitter konsumiere ich irgendwie mit anderen Menschen, aber das wäre für mich nie soziale Interaktion." Den anfänglichen Clubhouse-Hype schreibt Diana Kinnert der Möglichkeit zu, "in einem Raum von Kontaktvermeidung und Sterilität" von anderen Leuten unmittelbar die Stimme zu hören. "Ich glaube, dass im Vordergrund gar nicht die politischen Inhalte standen, sondern der soziale Austausch."

Mar 7

1 hr 8 min

Glorreich gescheitert: Der "Open Innovation Live Podcast", OILP, hat die Zuhörer*innen im turi2 Clubraum am Donnerstagabend auf eine leicht verunglückte Reise in unbekannte Hörwelten mitgenommen. Denn die Idee, die eigene Filterblase zu durchstechen, hat nur bedingt funktioniert. Nach einer 20-minütigen Expedition in parallel stattfindende Clubhouse-Räume kommt etwa Volocopter-Erfinder Alexander Zosel mit Eindrücken aus einem Raum mit Schamanen und Geistern zurück. Der Journalist Marko Schlichting entdeckt einen Raum, in dem die sonst so verschwiegenen Freimaurer für sich werben, und die blinde Microsoft-Mitarbeiterin Franziska Sgoff besucht einen Spiele-Raum, der mithilfe von Instagram möglich wird. "In diesem Raum habe ich das erste Mal nicht offen über meine Blindheit gesprochen", sagt sie, das habe da einfach keine Rolle gespielt. Dass es gar nicht so einfach ist, der eigenen Blase zu entkommen, zeigt, dass viele Besucher*innen in typischen Medienräumen landen, etwa in einem Gespräch mit Dagmar Berghoff über die "Tagesschau"-Vergangenheit oder einem Raum, der den Namen CNN kapert, um so mehr Zuhörer*innen zu gewinnen. Am kommenden Donnerstag unternimmt das OILP-Team einen weiteren Versuch gegen die Blasen-Bildung: Dann sind engagierte, exotische und erfolgreiche Stimmen aus dem Clubhouse-Universum in den turi2 Clubraum eingeladen. Schon jetzt nehmen wir Tipps und Anregungen entgegen – unter der Mailadresse club@turi2.de, je abgefahrener und medienferner, umso besser.

Mar 4

1 hr 4 min

Werbung im Wandel: Glanz, Glamour und Ausschweifungen aller Art – das war vielleicht früher mal üblich in der Werbebranche. Heute ist das anders: Bei jobs@turi2, der Partnerbörse der Kreativwirtschaft, präsentiert sich Serviceplan, Europas größte inhabergeführte Agenturgruppe, vor allem als auf Nachhaltigkeit bedachter Arbeitgeber. Geschäftsführer und Gesellschafter Ronald Focken berichtet, dass die Agentur ihren Mitarbeiter*innen für Wege in der Münchner Innenstadt Fahrräder zur Verfügung stellt, Papier möglichst beidseitig bedruckt und im Rahmen einer Nachhaltigkeits-Initiative mehr als 1.000 Flüge gespart hat. "Wir sehen uns als Multiplikatoren", sagt Focken, der selbst meist mit dem Fahrrad ins Büro kommt. Sein Kollege Felix Bartels, Head of Business Developement, bestätigt, dass das Prinzip Vorbild funktioniert und auch viele Werbekunden nach nachhaltigen Kampagnen fragen. Auch für Nachhaltigkeitchefin Julia Nicolaisen gehören Werbung und Nachhaltigkeit unter einen Hut. Sie findet das Genre "superspannend, um das Konsumverhalten der Menschen in Richtung Nachhaltigkeit zu beeinflussen". Dass Serviceplan vor diesem Hintergrund nicht jeden Werbe-Job annimmt, betont Focken: Eine Anfrage des Rüstungskonzerns Rheinmetall habe er abgelehnt. Grundsätzlich überlässt er es aber den einzelnen Einheiten, welche Aufträge sie annehmen, bzw. auf welche Etats sie sich bewerben. Wie fast alle Agenturen sucht auch Serviceplan Mitarbeiter*innen in allen Bereichen – rund 700 Menschen stellt die Gruppe pro Jahr ein, berichtet Recruiting-Chefin Julia Schweizer. Wer Interesse an Serviceplan habe, der solle "einfach mit uns ins Gespräch kommen", oft hätten sich erst aus dem Austausch Job-Optionen und -Positionen ergeben. Studierenden in der Kommunikationsbranche ruft sie zu, neben der Uni schon möglichst viel Erfahrungen im echten Berufsleben zu sammeln, etwa über Praktika. Und auch eine Altersgrenze sieht sie nicht: Ein- oder umsteigen könne man eigentlich immer.

Mar 2

1 hr 1 min

Abbild der Realität: Talks wie dieser sollten 2031 lange überflüssig sein, darauf hoffen alle Teilnehmer*innen der Runde im turi2 Clubraum am Montagabend. Das Plenum diskutiert darin den Weg zu mehr Diversität in der Kommunikationsbranche – und der darf für Kémi Fatoba, freie Journalistin und Daddy-Magazin-Gründerin, nicht an vielfältigeren Führungsetagen in Medienhäusern vorbeiführen. Menschenrechtsaktivist Raúl Krauthausen fordert Journalist*innen dazu auf, Menschen mit Behinderung auch in ihrer Rolle als Chirurg*innen oder Linguist*innen anzusprechen. Er glaubt, dass Firmen ihr Recruiting auch deshalb lieber auf People of Color oder LGBTQ-Talente ausrichten, weil sie Kosten für Rampen oder Braille-Tastaturen scheuen. Dabei braucht es genau diese vielen verschiedenen Blickwinkel, um Medien und Gesellschaft voranzubringen, meint Verlegerin Katarzyna Mol-Wolf. Die “FAZ”-Aufsichtsrätin mahnt gleichzeitig, nicht zu spitz zu diskutieren, um mit der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung Schritt zu halten: “Wir kriegen das Sichtbarmachen ja nicht mal bei den Frauen hin.” Auch Generationsbotschafterin Ulrike Krämer wünscht sich in Sachen Diversität mehr gesetzliche Verpflichtungen für Firmen und sagt: “Wir profitieren alle davon, wenn die Gesellschaft abgebildet ist.” Ganz konkret wird es, als RTL-Social-Redakteurin Nora Pfützenreuter verspricht, den Impuls der blinden Ex-RTL-Mitarbeiterin Andrea Eberl mit zu ihrem Arbeitgeber zu nehmen, Sender und Medienhaus auch hinter den Kulissen barrierefreier zu gestalten. Nachholbedarf auf dem Bildschirm gibt es diesbezüglich im internationalen Vergleich übrigens bei allen privaten TV-Sendern, sagt Podcaster Ralf Podszus ganz zum Schluss – und fragt sich, warum Gebärdensprache nicht längst mediale Realität auf allen Kanälen ist. Das tun wir an dieser Stelle auch. Und freuen uns schon auf den nächsten großen RTL-Blockbuster mit eingeblendeter Gebärdensprach-Dolemtscher*in.

Mar 1

1 hr 6 min

Mit allen Sinnen: Zuhören, wie blinde und gehörlose Menschen leben und Social Media nutzen, steht im Mittelpunkt der dritten Ausgabe des Open Innovation Live Podcasts von Richard Gutjahr und Peter Turi im turi2 Clubraum. Bloggerin und Drehbuchautorin Julia Probst, bei Twitter bekannt als @EinAugenschmaus, ist gehörlos, kann über eine Live-Transkription und ihren Gebärdensprache-Dolmetscher aber dennoch an der Diskussion teilnehmen. "Ich war total überrascht, wie viele tolle Themen es hier bei Clubhouse gibt. Das hat die Angst in mir geschürt, Dinge zu verpassen", sagt sie. Die blinde Kinderbuch-Autorin und Microsoft-Mitarbeiterin Franziska Sgoff schätzt an Clubhouse die Möglichkeit, mit der Stimme zu überzeugen: "Hier kann der Mensch einfach sein, wie er ist." Online-Journalist Marko Schlichtung, ebenfalls blind, lobt dass sich die Clubhouse-Entwickler sehr darum bemühen, die App für Blinde nutzbar zu machen: "Das ist für mich gelebte Inklusion." Innerlich zum Köcheln bringt ihn dagegen die häufige Frage zu seiner Blindheit: "Kann man da denn gar nichts machen?" In einen ähnlich Kerbe schlägt Julia Probst, die oft gefragt wird, ob sie nicht gerne hören würde: "Das ist so eine nervige Frage! Das einzige, was ich nicht kann, ist hören. Den Rest kriege ich doch wunderbar hin." Franziska Sgoff wünscht sich, dass Menschen mit und ohne Behinderung mehr miteinander in den Austausch kommen, "um sich gegenseitig besser kennenzulernen und die Lebenserfahrungen des Gegenübers besser zu verstehen". Marko Schlichting warnt jedoch vor ungefragter und ungewollter Hilfe, etwa beim Überqueren der Straße. Außerdem geht es um Cripping up, der Tatsache, dass Schauspieler*innen ohne Behinderung in Filmen Menschen mit Behinderung spielen. Für Julia Probst völlig unverständlich: "Es gibt ganz viele gehörlose Schauspieler*innen, die eine Glanzleistung vollbringen, aber trotzdem nicht angenommen werden." Sie merke, wenn die Behinderung nur gespielt ist, sagt Probst: "Ich habe den Eindruck, dass man da manchmal für doof verkauft wird." Marko Schlichting sagt, behinderte Menschen sollten im Berufsleben ihre Fähigkeiten nicht unter den Scheffel stellen, sondern als Vorteil präsentieren: Er selbst kann bestens in der Nacht arbeiten, weil ihm egal ist, ob es draußen hell oder dunkel ist. Julia Probst ergänzt, Gehörlosen mache in Großraumbüros die Geräuschkulisse nichts aus. Am kommenden Donnerstag will der Open Innovation Live Podcast die eigene Filterblase überwinden und in andere Räume reinhören, "von denen wir am wenigsten Ahnung haben", schlägt Peter Turi zum Schluss vor. turi2.tv (83-Min-Video/-Podcast), turi2.de/podcast, , spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Feb 25

1 hr 22 min

Medienmacher unter sich: OMR-Chef Philipp Westermeyer markiert beim Clubabend mit Peter Turi und der turi2-Community am Mittwochabend den Vollbut-Unternehmer. Westermeyer berichtet, dass sein Team und er in der Pandemie ein neues Geschäftsfeld erschlossen haben: Als Dienstleister betreibt OMR Impfzentren in Hamburg, hat dafür personell auf insgesamt 500 Angestellte aufgestockt. Vor Ort übernähmen seine Leute "alles, was nicht medizinisch ist", zum Beispiel die Datenerfassung. Immerhin gibt es finanziell ein bisschen was aufzuholen: Ein bis zwei Millionen Euro habe das gecancelte OMR-Festival die Firma 2020 gekostet. Jetzt soll es die Online-Corona-Rockstars, darauf hofft Westermeyer, höchstens noch bis Ende des Jahres geben, wenn alle geimpft sind und Live-Events wieder möglich sein könnten. "Allerspätestens im Mai 2022" soll es die Flaggschiff-Veranstaltung wieder geben – die Chancen stehen gut, dass das Durchschnittsalter der Gäste dann deutlich unter dem im Impfzentrum liegen wird. Seinen unternehmerischen Erfolg erklärt Westermeyer mit dem "Fitnessstudio-Effekt": Angefangen habe er – wie einst im Sporti – als "dünner Typ", der null Klimmzüge geschafft hat. "Am Anfang hast du auch als Unternehmer keine Ahnung, weiß noch nicht mal, wie man eine Rechnung schreibt. Dieser Muskel wird aber mit jedem Tag und jedem Monat stärker." Gepumpt hat Westermeyer offenbar auch in Sachen VIP-Akquise für seinen Podcast, darauf weist Ex-"Welt"-Journalist Stephan Dörner im Clubraum hin. Den Grundstein für die Promitisierung habe Talk-Gast Dieter Bohlen gelegt, sagt Westermeyer: "Als ich den Verdacht hatte, das könnte was sein, haben wir weitergemacht." Der Marketing-Mann kündigt außerdem eine Nachfolge-Doku zur Middelhoff-Produktion an, outet sich als E-Mail-Sekretär seiner Mitarbeiter*innen und gibt Tipps fürs Körbe-Verteilen. Dazu tritt mit einem überraschenden Gruß aus der Küche noch Podstars-Mitmischer Tim Mälzer vors Mikrofon. Der fragt sich, was 300 Leute zur Feierabend-Zeit in einer App zu suchen haben. Eine Clubhouse-Kochshow, lieber Tim Mälzer, würde sicher auch zur Mittagszeit irre gut laufen. Wir freuen uns drauf!

Feb 24

1 hr 5 min

Und im Herbst ein Fest: "Wir wollen uns nicht auf den Heldentaten der Vergangenheit ausruhen." Im Video- und Podcast-Interview mit turi2.tv erklären Wencke Tzanakakis und Nils von der Kall, dass sie zum 75. Geburtstag der "Zeit" lieber nach vorne statt nach hinten gucken. Im Laufe des Jahres sammelt das Blatt "75 Ideen für eine bessere Zukunft" – nicht nur bei Expert*innen, sondern bei seinen Leser*innen. Den Auftakt gibt es in der Jubiläums-Ausgabe, die am Donnerstag erscheint. Bis zum Jahresende soll so "ein Schutzschirm aus Inspiration und Hoffnung" entstehen, sagt Tzanakakis, die das Abonnentenprogramm "Freunde der Zeit" leitet. Für Sie hängt der Erfolg der "Zeit" – das Blatt erreicht aktuell so viele Leser*innen wie noch nie – maßgeblich damit zusammen, dass es inzwischen auf alle "Code words eines bürgerlichen Wissenstandes" verzichtet und "voraussetzungsarm" schreibt – ein Verdienst von Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, sagt Tzanakakis. Als Verlagsleiter für Marketing und Vertrieb setzt Nils von der Kall vor allem auf die "Zeit"-Community als Wachstumsmotor. Er glaubt, dass es das Blatt in den vergangenen Jahren geschafft hat, sich "ein bisschen den Naturgesetzen des Zeitungsmarktes" zu entziehen. Das Wachstum der "Zeit", gerade was die Abonnent*innen angeht, sieht er noch längst nicht am Ende. "Vor zehn Jahren hatten wir noch 100.000 Abonnenten weniger", heute sei das Blatt eine Wachstumsmarke. Im Interview gibt er sich überzeugt, noch mehr Leser*innen zu gewinnen und neue Geschäftsfelder – auch neben der Zeitung – zu erschließen.

Feb 24

20 min 41 sec

Klein anfangen, groß rauskommen: Am Dienstagabend hat turi2 seinen Clubraum erstmals für das Projekt jobs@turi2 geöffnet – die Partnerbörse für die Kreativwirtschaft. Als Gastgeber war die Hamburger Agentur FischerAppelt auf dem Podium, vertreten durch Mit-Gründer Andreas Fischer-Appelt und Eugenia Lagemann, Chefin von Fischer-Appelt relations. Lagemann erklärt, dass die PR-Branche und ihre Agentur Leute brauchen, “die sehr digital ticken” und wirbt für ihr Trainee-Programm, das alle neuen Mitarbeiter*innen durchlaufen. Die PR-Branche sei längst kein Sammelbecken für Journalist*innen mehr, sagt Fischer-Appelt. In seiner Agentur hätten nur 50 der insgesamt 700 Mitarbeitenden Wurzeln im Journalismus. Auch der Netzwerker und Fachjournalist Nico Kunkel glaubt, dass die PR mehr Gewerke als den Journalismus braucht. Er wünscht sich mehr Quereinsteiger*innen, etwa Menschen mit Wirtschaftsstudium. Wenn eine große, deutsche PR-Agentur für sich als Arbeitgeber trommelt, hört auch die Konkurrenz mit: Auf dem Podium spricht Zuhörer Lars Cords von Scholz & Friends zunächst von seiner Vergangenheit bei FischerAppelt, um gleich hinterher zu erwähnen, dass auch seine Agentur 50 offene Stellen hat. Eine ähnliche Guerilla-Taktik verfolgt Tilo Bonow von Piabo-PR: Er hat zehn offene Stellen zu bieten und via Clubhouse bereits einige Bewerber*innen gefunden. Auch jobs@turi2 geht weiter – am kommenden Dienstag ist die Agentur Serviceplan akustischer Gastgeber der Job-Plattform.

Feb 23

59 min 46 sec

Die Kurve geht runter: Leider nicht mehr bei den Corona-Zahlen, aber beim Clubhouse-Hype, meinen die Teilnehmer*innen der Montagsrunde im turi2-Clubraum. MDR-Sprecherin Julia Krittian sieht dennoch einen anhaltenden Akustik-Trend: "Die Nachfrage nach Kurzinfos hat abgenommen, weil wir alle spüren, dass man mehr und länger erklären muss. Vielleicht ist das der Grund für den Hype um Audio-Formate." Laut RWE-Pressechef Lothar Lambertz ist zumindest das schriftliche Wortlaut-Interview ein rückläufiges Format. Events sind als Kommunikations-Tool schon weggebrochen, daran erinnert Medientage-Marketerin Kerstin Deixler. Steht jetzt auch das geschriebene Wort kurz vor dem Ableben? Einen solchen Shift in der internen Kommunikation beobachtet Patrick Kammerer von Coca-Cola, sein Team und er greifen auf Corona-Distanz inzwischen ganz selbstverständlich zum Hörer statt in die Tasten zu hauen: "Wir haben keine Lust mehr, lange E-Mails zu schreiben." Für die Deutsche Telekom berichtet zudem Podcast-Chefin Lina Brinkschulte von einem gestiegenen Bedarf nach "nahbarer, authentischer" Kommunikation. "Je ehrlicher, desto erfolgreicher"? Diese einfache Wahrheit über PR gibt Moderatoren-Legende Waldemar Hartmann, Cola Zero statt Weißbier schlürfend, in die Runde. Authentizität könne das gesprochene Wort leisten, meint CEO-Flüsterer Michael Manske von Volkswagen: "Audio ist echter, bringt Nähe." Überhaupt sei der "Hollywood-Filter" weg. Im Hause VW würden Podcasts mit dem Boss schon mal mit Ansteckmikro am Handy produziert. Dass Volkswagen seine Konzern-PR in absehbarer Zukunft nur noch per Audio verbreitet, ist trotzdem eher unwahrscheinlich. Etwa auf Clubhouse eine Meldung mit Schlagkraft zu platzieren, sei schwierig, glaubt Manske: "Außer natürlich, es geht etwas schief." Viel wahrscheinlicher ist indes, dass VW-Boss Herbert Diess bald Clubhouse-Premiere feiert. Wir hätten da mittwochs noch einen Interview-Slot frei.

Feb 22

59 min 42 sec

Die Sichtbare: Unternehmerin und Profi-Netzwerkerin Tijen Onaran plaudert beim Mittwochs-Clubabend von turi2 mit Peter Turi über Diversität in der deutschen Unternehmenswelt.

Feb 17

1 hr 7 min

Der Mix macht's: Social Media zwischen Inspiration und Nerv-Faktor, darüber hat am Montagabend eine Runde aus Journalistinnen und PR-Frauen im turi2 Clubraum bei Clubhouse diskutiert. Einig sind sich Stephanie Tönjes, Content-Strategin der Telekom, Kristin Dolgner, Operativ-Chefin der PR-Agentur hypr, und die Journalistinnen Nalan Sipar, Tess Kadiri und Yasmine M'Barek darüber, dass es ohne soziale Netzwerke nicht geht. Die Schwerpunkte der Diskussions-Teilnehmerinnen unterscheiden sich aber zum Teil erheblich. Stephanie Tönjes etwa schwört auf Linked-in und "Personal Branding" – für sie ist das mehr als Selbstbeweihräucherung, es gehe um Persönlichkeitsentwicklung und die Frage "Wofür möchte ich stehen?". Diese Frage beschäftigt auch Kristin Dolgner, wenn sie PR für Unternehmen macht: "Die Communitys wünschen sich von den Unternehmen eine Haltung, es geht nicht mehr nur um Glossy Fotos und Kampagnen." Für die Journalistinnen Tess Kadiri, Nalan Sipar und Yasmine M’Barek sind Filterblasen in den Netzwerken ein großes Thema. Die deutsch-türkische Journalistin Nalan Sipar hat Angst vor einer gespaltenen Gesellschaft, wie sie sie in der Türkei erlebt, dort gebe es keine öffentliche Debatte mehr. Sie folge in Social Media bewusst Menschen, über deren Beiträge sie sich ärgert, um ihre eigene Filterblase zu durchbrechen. Für Tess Kadiri ist Input, der von außerhalb der sozialen Medien kommt, deswegen so wichtig: Sie begegnet anderen Meinungen und Weltanschauungen im Radio, Fernsehen oder im persönlichen Gespräch und merkt, "aus den Filterblasen muss man raus". Yasmine M’Barek nutzt alle relevanten sozialen Netzwerke: Auf TikTok erfährt sie, wie die ganz jungen Leute ticken, bei Twitter erlebt sie die Journalist*innen-Blase, die sie als "fern der Lebensrealität" bewertet, und auf Instagram sei "alles soft gewaschen" – "der Mix daraus ist für mich persönlich ganz gut".

Feb 15

1 hr 2 min

Konstituierende Clubhouse-Session: Mit viel prominent-kollegialere Unterstützung haben Journalist und Blogger Richard Gutjahr und turi2-Gründer Peter Turi am Donnerstagabend ihren "Podcast ohne Namen und Konzept" gestartet. Ihr Ziel: In insgesamt zehn Sessions Inspiration und Ideen für die Nutzung von Audioformaten und Hörräumen zu finden. Die Clubabende laufen jeden Donnerstagabend live auf Clubhouse und tags drauf als turi2-Podcast. Bereits zur Premiere hat sich die turi2-Community aktiv eingebracht – auf dem Podium haben u.a. n-tv-Journalistin Carola Ferstl, der beratende Blogger Thomas Knüwer, die Fotografin Anne Hufnagl, der Neurowissenschaftler Henning Beck und der Immobilien-Unternehmer Konstantin Neven DuMont mitdiskutiert und Einfluss auf das Konzept des Podcasts genommen. So erklärt Henning Beck etwa, dass es bei Clubhouse mehr um Content geht als auf anderen Plattformen, weil kein Bild ablenkt: "Ein Drittel unseres Hirns ist mit der Bildverarbeitung beschäftigt", erklärt der Forscher – das falle hier weg. Zudem sei der Kontakt zu anderen Menschen ein "urmenschliches Bedürfnis", deshalb hält Beck Audio-Räume wie Clubhouse auch nicht für einen kurzlebigen Hype. Fotografin Anne Hufnagl, die u.a. auf der Pioneer One von Gabor Steingart für die Optik sorgt, findet Bilder auf Clubhouse dagegen besonders wichtig, gerade, weil es in der App so wenige davon gibt: "Ich klicke auf Bilder der Leute, die ich ansprechend finde." Auf eine Kritik haben Gutjahr und Turi sofort reagiert: Damit am Ende kein Podcast von alten, weißen Männern entsteht, versprechen sie, sich um die von der Community vorgeschlagenen Frauen als Gäste für die nächsten Ausgaben zu bemühen: Carline Mohr, Sham Jaff, Samira El Ouassil und Maja Göpel. Außerdem soll es, anders als bei der Premiere, keinen rein männlichen Einführungstalk mehr geben.

Feb 11

1 hr 10 min

Frischekur für den Kopf: Was die Kreativität befeuert, wenn Reisen und Konferenzen wegfallen, darüber haben sich sechs kluge Gäste im dritten turi2 Clubabend auf Clubhouse Gedanken gemacht. "Jetzt kommt der Moment, wo man merkt, dass Kreative noch etwas anderes brauchen als einen Monitor und viele Gesichter", sagt ADC-Präsidentin und Jung-von-Matt-Kreativchefin Dörte Spengler-Ahrens und spricht von einer schwierigen Zeit für die Agentur-Arbeit. "Man braucht Austausch, Reibung, das Zusammensein, die Zufälle." Vor dem Bildschirm sei die kreative Kraft niedriger als in der physischen Zusammenarbeit. Gabriele Hässig, als Geschäftsführerin bei Procter & Gamble für Kommunikation zuständig, empfiehlt, die Tage im Lockdown nicht durchzuplanen, um Zufälle zuzulassen. Im Clubraum erklärt Hässig zudem, warum ihr Konzern die Büros nicht komplett dicht macht, und weshalb sie auf mittägliche Meetings verzichtet. Eine ihrer persönlichen Maßnahmen gegen den Corona-Blues: tägliches Spazierengehen. Sport-Marketer Michael Trautmann setzt auf dieselbe Ödnis-Prophylaxe – und zieht Energie aus seinen Podcasts. Medien-Multitalent Laura Karasek berichtet aus dem Zug nach Köln von vorwurfsvollen Laptop-Tastaturen, von Glücksgefühlen auf Clubhouse und von der Schwierigkeit, ohne Kneipen-Recherchen Romane zu schreiben. Sie bleibt kreativ, indem sie "viele kluge Texte von vielen klugen Leuten" liest, Serien schaut und manchmal im Hotelzimmer zu lauter Musik tanzt. Digital-Berater und Home-Office-Skeptiker Thomas Knüwer schreitet im Lockdown weiterhin täglich 70 Meter von seiner Wohnungstür ins Büro und schaut dabei zur Kreativ-Inspiration immer mal wieder auf TikTok vorbei. Für neue Ideen, glaubt Vice-Chefredakteur Felix Dachsel, kann es hilfreich sein, sich auch mal explizit über die Lage zu ärgern: "Ich glaube es ist wichtig, die Wut und die Verzweiflung dieser Situation zuzulassen. Dann kommt die Kreativität leichter wieder hervor."

Feb 8

1 hr 4 min

Clubraum – find' ich gut: Alexander Birken, CEO der Otto Group, stellt sich im turi2 Clubraum den Fragen von Peter Turi und der turi2 Community – nur zwei Stunden, nachdem er der Clubhouse-App beigetreten ist. Birken fühlt sich im Audio-Chat ohne Bild hörbar wohl: "Das ist ein schöner Vorteil, dass ich nicht darauf achten muss, halbwegs intelligent in die Kamera zu schauen." Andere Social-Media-Dienste nutzt er "sehr passiv", vor allem aus Neugierde, um zu verstehen, wie die verschiedenen Kanäle für Meinungsbildung und Marketing funktionieren. Selbst aktiv ist er kaum, von Ghostwritern, die für CEOs twittern, hält er nichts: "Das interessiert oft keinen, weil es nicht authentisch ist." Ganz authentisch erzählt Birken, wie froh er ist, dass sein Personal Coach ihn zweimal pro Woche "unter die Fittiche nimmt und quält". "Ich brauche diesen Zwang", sagt Birken, der mit Muskel-Aufbautraining seine Rückenschmerzen besiegt hat. Sein Tipp für Disziplin im Home-Office: "Frischluft schnappen! Ich habe noch nie so viele Spaziergänge gemacht, wie in den letzten Monaten." Ein bis zwei Tage in der Woche fährt er ins Büro und ist dort momentan oft "einsamer als zu Hause", weil ein Großteil der Otto-Mitarbeiter*innen derzeit im Mobile-Office ist. Die Abkehr von der Präsenz-Arbeit war bei Otto schon vor der Pandemie ein großes Thema, nun zeigt sich: "Wir kommen da auch an unsere Grenzen." Mit Kita- und Schul­schließungen bleibe eine große Last insbesondere an Frauen hängen. "Da gibt es auch keine Pauschal-Lösung. Da muss man individuell gucken: Wie kriegen wir Entlastung für diese Zeit hin?" Ein Team bei Otto arbeitet an Lösungen für hybrides Arbeiten, in denen auch der Firmen-Campus eine Rolle spielt: "Es gibt bestimmte Situationen, da brauche ich Präsenz. Ein Campus ist auch identitätsstiftend", sagt Birken und ist überzeugt: "Eine rein virtuelle Welt kann ich mir genauso wenig vorstellen, wie ein Zurück in eine komplette Präsenz-Welt."

Feb 3

1 hr 2 min

Full House im Clubhouse: Dass die gehypte Plattform ein großes Experimentier-Labor für das Medien- und Kommunikationspersonal ist, darüber sind sich in der ersten Ausgabe des turi2 Clubraums alle Gäste einig. Vodafone-Sprecher Alexander Leinhos gewinnt Clubhouse etwas regelrecht Intimes ab: "Sprache ist der persönlichste Kanal, den wir haben." Journalistin Marieke Reimann erinnert sich an das erste handfeste Skandälchen des Netzwerks in Deutschland und glaubt, dass die anfängliche Euphorie in der Politik durch den Fauxpas des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow einen Dämpfer erhalten haben könnte. Darauf, wie sich Clubhouse im Wahljahr 2021 schlägt, ist Digital- und Netzwerk-Expertin Tijen Onaran gespannt. Wer das eigene Blickfeld nicht nur politisch vergrößern möchte, kann es Onaran dort gleichtun: "Ich achte darauf, in Räume von Leuten zu gehen, die ich nicht kenne. Um einen Perspektiv-Wechsel zu bekommen." Radio-Expertin Ina Tenz taucht auf Clubhouse ebenfalls gerne mal in Welten ab, "in denen man sonst nicht unterwegs ist" – wenn sie nicht gerade in Pferdezucht-Gruppen abhängt. Christian Loefert, Kommunikationschef von Telekom Deutschland, wartet auf eine Android-Version zum Mitreden für alle. Und Marketing-Rockstar Philipp Westermeyer macht sich keine Sorgen, dass die Audio-App ihm das Publikum von Konferenzen und/oder Podcasts abgraben könnte. Die OMR-Konferenz werde sie "vielleicht ein paar Besucher kosten". Er bleibt dennoch skeptisch: "Bis das Ding Mainstream ist, wird es noch sehr lange dauern."

Feb 1

59 min 46 sec

Nicht nur Likes und Liebe: Gabor Steingart schippert während des digitalen Live-Interviews mit Verleger Peter Turi am Dienstagabend über die Spree in Berlin – und denkt dort laut darüber nach, den "Presseclub" der ARD neu zu erfinden. Wenn es nach ihm geht, soll sich eine Journalist*innen-Runde sonntags nicht mehr "in den Katakomben des WDR", sondern an Deck seines Schiffs treffen, "vielleicht mit einer Dixie-Band". Die Gewinnschwelle will der Medien-Gründer mit seinem Pioneer-Unternehmen 2023 überschreiten, bis dahin sollen jährlich Investments in Millionenhöhe in das Unternehmen fließen, allein 2021 circa 8 Mio Euro. Dass die Einnahmen durch zahlungsbereite Leser*innen oder die Beteiligung namhafter Persönlichkeiten wie geplant sprudeln, daran zweifelt Steingart nicht. Er meint: "Wo Neugierde ist, ist auch Geld". Was andere über ihn denken, blendet er bei seiner Regatta um einen Platz auf dem Medien-Siegertreppchen lieber aus. In Richtung der Leute, denen er 2020 auf die Nerven gegangen ist, sagt er trocken: "Genervt sein ist kein Zustand, da beginnt die Debatte". Richtig "feindliche Gefühle" erlebe er persönlich nur beim Spiegel, gegen den er im Verlauf des Gesprächs gleich mehrfach stichelt. Von seinen eigenen Leser*innen werde er dagegen "in Wärme gebadet". Er glaubt: "Jeder Journalist sollte sich daran messen lassen, dass er Menschen gereizt hat mit dem, was er sagt. Wenn alle ihm nur auf die Schulter klopfen, ist das doch traurig." Anders als Entertainer wie Thomas Gottschalk (der in Media Pioneer investiert hat, wie seit gestern bekannt ist), wolle und müsse er, Steingart, nicht auf Beliebtheit hinarbeiten. Aus seiner Sicht sollten Journalist*innen "wahrhaftig, glaubwürdig, kontrovers und geistreich" sein, "nicht zwingend populär". Monika Schaller, Kommunikationschefin von Deutsche Post DHL, schlägt im Gespräch mit Heike Turi dagegen vergleichsweise ruhige Töne an. Sie berichtet aus ihrem Jahr 2020 und schlägt die Kritik von Globalisierungs-Skeptiker*innen wie Zukunftsforscher Matthias Horx aus: "Mein persönliches Gefühl ist, dass Globalisierung wichtiger ist denn je." Sie erklärt sich als großer Podcast-Fan – und fragt Steingart, was den Kern vom Kern eines richtig guten Podcasts ausmacht. Der antwortet mit einer höher dosierten "Prise Zuversicht", die in anderen Medien aus seiner Sicht zu kurz kommt.

Jan 12

1 hr 17 min

Das Auge hört mit: "Die Kurve ist permanent ansteigend." Im Video- und Podcast-Interview von turi2.tv erklärt Stephan Schmitter, dass Podcasts – Corona-Krise hin oder her — derzeit einen Höhenflug erleben. Der Audiochef von Bertelsmann und Geschäftsführer von RTL Radio Deutschland hat 2019 die Audio Alliance mit aus der Taufe gehoben und seitdem in rund 150 eigene Podcasts investiert. Im Laufe dieses Jahres soll der Audio-Ableger profitabel arbeiten. Schon vorher beziehen die Audio Alliance und die Berliner Radiosender von RTL ein neues Zuhause – das RTL Audio Center mit modernen Studios für Radio und Podcast. Stephan Schmitter zeigt Fotos und Videos aus den modernen, großzügigen Räumen, die den Moderator*innen die Arbeit erleichtern und auch auf Remote-Arbeit eingestellt sind. "Wenn Sie mich vor einem Jahr gefragt hätten, ob ich es für möglich halte, dass eine Morning-Show mit bis zu acht Leuten von verschiedenen Orten produziert werden kann, aus Home Offices, Kellern oder Schlafzimmern, da hätte ich Ihnen gesagt: Auf keinen Fall", sagt Schmitter. Das Radio habe im Jahr 2020 viel gelernt – auch von Podcasts, von denen viele schon länger dezentral entstehen. In den neuen Räumen schalten sich Podcast-Produzent*innen von Berlin aus in die Studios bei Gruner + Jahr in Hamburg oder zu RTL in Köln. In Berlin bekommen die Aufnahmen den letzten Schliff und gehen auf die Plattformen. Im ausführlicheren Podcast erklärt Stephan Schmitter, wie Bertelsmann mit seiner Podcast-Plattform Audio Now Spotify etwas entgegensetzen will: Schon jetzt können Nutzer*innen neben Podcasts auch kuratierte Musikstreams und die klassischen Radiosender mit RTL-Beteiligung einschalten – von Radio Hamburg bis Antenne Bayern.

Jan 11

25 min 14 sec

Unter Strom: "Wir sind elektrisch." Im Video-Interview mit turi2.tv spricht Marketingchef Albrecht Schäfer über den Stand der Elektrifizierung bei Opel und darüber, wie er Menschen für seine Marke und Elektro-Mobilität begeistert. Schäfer erklärt, dass bei E-Autos der Informationsbedarf höher ist als bei Verbrennern. Er will den Kund*innen "nachvollziehbar darlegen", dass E-Autos sich für ihren "objektiven Mobilitäts-Bedarf" eignen, auch wenn man mit ihnen vielleicht noch nicht von Rüsselsheim bis Wladiwostok durchfahren kann. Dafür setzt er auf Emotionen, Fakten und Testimonials wie Jürgen Klopp. Der Erfolgs-Trainer stehe für die gleichen Werte wie Opel, erklärt Schäfer: "deutsch, begeisternd, nahbar". Klopp ziehe durchaus auch bei jungen Leuten, denen das eigene Auto vielleicht nicht mehr ganz so wichtig ist wie in den Generationen davor. Im Video zeigen und besprechen wir TV-Spots von früher und heute und dokumentieren so den Wandel der Werbung. Im etwas ausführlicheren Podcast sagt Albrecht Schäfer, dass er auch die Generation Greta erreichen will – allerdings ohne missionarischen Eifer: "Jemanden, der sagt, dass er kein Auto besitzen möchte, werde ich davon nicht bekehren."

Dec 2020

15 min 54 sec

Fehlstart und Hoffnung: "Jeder Mensch verträgt nur eine überschaubare Dosis an bedrohlichen Nachrichten." Im Podcast-Interview von turi2 zieht Giovanni di Lorenzo Bilanz des Krisenjahres 2020. Der "Zeit"-Chefredakteur sieht in der Corona-Pandemie einen "Knacks für die ganze Menschheit". Auch in seiner Familie hat die Krankheit tiefe Spuren hinterlassen – zwei Familienmitglieder, davon ein naher Verwandter, sind an dem Virus gestorben. Trotzdem glaubt di Lorenzo, dass im kollektiven Gedächtnis der Menschen auch das Gute gespeichert bleibt, etwa Solidarität und eine neue Arbeitskultur. Im Zeit-Verlag wird in der Krise beides gelebt: 35 Mitarbeiter*innen haben zwei Monate lang freiwillig auf Teile ihres Gehalts verzichtet – aus Solidarität mit den Kolleg*innen in Kurzarbeit. Genauso freiwillig ist die Option, aus dem Home Office zu arbeiten. Di Lorenzo selbst, war bisher jeden Tag im Büro. Journalist*innen sind für ihn genauso systemrelevant wie eine Kassiererin im Supermarkt: "Um Journalismus richtig zu betreiben, muss man sehen, was man beschreiben oder analysieren möchte." Die Leserschaft der "Zeit" goutiert die Anstrengungen offenbar – im Krisenjahr steigt die Auflage der Wochenzeitung auf ein neues Allzeithoch und kann damit einen Teil der Verluste coronabedingt weggebrochener Geschäfte auffangen. "Wir stehen selber manchmal noch ungläubig vor diesen Zahlen", sagt der Chefredakteur. Er glaubt, dass die Leser*innen es schätzen, "dass bei uns eine gewisse Pluralität der Meinungen sichtbar wird" und dass das Lese-Erlebnis erkenntnisreich, aufbauend, gelegentlich sogar tröstend ist – allerdings ohne das Negative auszublenden. Im Podcast sagt Giovanni di Lorenzo außerdem, was er vom "Quotenfrauen"-Titel des "stern" hält, und spricht über die Angst vor Shitstorms und Skandalisierungen. Er erklärt, dass sich die "Zeit" nicht von oben herab führen lässt und dass er im Blatt immer auch Meinungen findet, die ihm nicht passen – "und das ist auch gut so". Dieses Interview erscheint im Januar gedruckt in der turi2 edition #13.

Nov 2020

36 min 29 sec

Großes Programm für die Kleinen: "Wir sind ein TV-Sender, aber wir sind auch ein Content-Anbieter." Im Video- und Podcast-Interview von turi2.tv erklärt Astrid Plenk, wie sie Kika, das Kinderprogramm von ARD und ZDF, für die Zukunft aufstellt. Die Programmgeschäftsführerin erklärt, dass viele junge Eltern heute schon selbst nicht mehr mit linearem Fernsehen sozialisiert wurden – auch deswegen ist das Digitale "für uns das größte Projekt". Obwohl die Online-Abrufe stark wachsen und die TV-Verbreitung leicht nachlässt, will sie beide Verbreitungswege aber nicht gegeneinander ausspielen, denn beide profitieren vom jeweils anderen. Auch der Erfurter Kindersender musste und muss auf Corona reagieren: Aktuell kommen etwa keine Kindergruppen mehr in den Sender wie noch vor der Pandemie. Dafür hat der Kika sein Programm immer den jeweiligen Situationen der Kinder angepasst, erklärt Astrid Plenk. Im ersten Lockdown gab es anfangs mehr Wissens-Angebote, später als sich die Schulen "eingeschunkelt" hatten, hat der Kindersender am Nachmittag wieder mehr Unterhaltung gezeigt. Wichtig seien auch Beschäftigungs-Angebote gewesen, etwa Bewegungs- und Bastel-Tipps. Aus Rückmeldungen von Kindern und Eltern weiß Plenk, dass der Sender damit ein bisschen helfen konnte, dem Lagerkoller im Lockdown vorzubeugen. Im ausführlicheren turi2-Podcast geht es außerdem um das Kinderfernsehen früher und heute. Plenk erklärt, dass die Harry-Potter-Filme den Anstoß gegeben haben, Erzähl-Strukturen und die Bildsprache im Kinderprogramm zu modernisieren. Außerdem beobachtet sie, dass Sendungen, die Kinder zielgruppengerecht ansprechen, oft auch bei den Eltern beliebt sind.

Nov 2020

24 min 40 sec

turi2-Chefredakteur Markus Trantow im Gespräch mit der Neu-Verlegerin Katharina Wollf.

Nov 2020

27 min 15 sec

Fast ein Jahrzehnt lang war Dr. Sigrid Nikutta Chefin der Berliner Verkehrsgesellschaft - die erste Frau an der Spitze der BVG. Statt Personenbeförderung verantwortet sie seit Januar 2020 als Vorständin den Güterverkehr der Deutschen Bahn. Beim Launch-Event der „turi2 edtion #12“ in Berlin spricht Nikutta mit Peter Turi über die Bedeutung von Vorbildern, Werten und Haltung für Wirtschaft und Gesellschaft, ihren persönlichen Lebensweg und ihre aktuelle Aufgabe.

Sep 2020

41 min 20 sec

Zwischen Mixed Zone und Fankurve: Laura Wontorra fühlt sich im Bremer Weser-Stadion in der Fankurve mit Dosenbier und Stadion-Wurst am wohlsten – wenn sie nicht als Moderatorin oder Fußball-Reporterin vor der Kamera steht. Im Gespräch mit Peter Turi erzählt Wontorra, wie sie schon als kleines Mädchen in der Mixed Zone Autogramme gejagt hat, während ihr Vater Jörg Wontorra Bremen-Spiele kommentierte. "Ich bin durch und durch Spielerfrau", bekennt Wontorra, die mit dem Fußball-Profi Simon Zoller verheiratet ist, kann aber Spielerfrauen nicht verstehen, die für ihren Mann Job oder Ausbildung sausen lassen. Im 45 Minuten langen Podcast sagt Laura Wontorra außerdem, warum sie – anders als viele Fans – Montagsspiele mag, spricht über ihre Tennis-Karriere und ihre Fußball-Versuche. Sie erklärt, warum sie mal gegen die "Bild"-Zeitung geklagt hat, sagt, dass sie lieber "Gala" als "Bunte" liest und dass sie den "Kicker" am liebsten gedruckt in der Hand hält. Außerdem geht es um Digitalisierung und Zukunft des Fußballs und Wontorras Rolle als Instagram-Star. turi2 hat den Podcast Anfang März in der Fußballkneipe Lotta in Köln aufgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt waren Geisterspiele und Spielabsagen wegen Corona noch kein Thema. (Foto: Selina Pfrüner für turi2)

Mar 2020

48 min 46 sec

Print und Podcasts: Sabine Rückert ist im Hauptberuf Vize-Chefredakteurin der Wochenzeitung "Die Zeit" und nebenbei Deutschlands erfolgreichste Podcasterin. Mit "Zeit Verbrechen" erreicht sie alle zwei Wochen Hunderttausende Fans mit Mord und Totschlag. Im Video-Interview von turi2.tv verrät sie, dass sie selbst keine Zeit zum Podcast hören hat und dass die Sendung anfangs als PR-Instrument für das gleichnamige Magazin gedacht war, sich inzwischen aber verselbstständigt hat. "Magazin und Podcasts sind Geschwister", die nur in geringer Menge deckungsgleich sind, sagt Rückert im kurzen Video. Im ausführlicheren turi2-Podcast erklärt sie, warum sie Abstand zu den ermittelnden Behörden hält und spricht über ihren Bibel-Podcast "Unter Pfarrerstöchtern", zu dem sie Jan Böhmermann inspiriert hat.

Feb 2020

23 min 37 sec

Was wird 2020 wirklich wichtig? Welche Werte zählen? Und wie verändert die "Generation Greta" Medien und Kommunikation? Zum Launch der „turi2 edition 10“ hat turi2 am 21.1. ins Museum für Kommunikation in Berlin geladen. Beim Agenda-Setting diskutiert Peter Turi mit Fridays-for-Future-Aktivistin Gwendolyn Rautenberg, Ze.tt-Chefredakteurin Marieke Reimann und Monika Schaller, Sprecherin der Deutschen Post DHL Group, sowie Serviceplan-Chef Florian Haller und Burda-Vorstand Philipp Welte. Der Talk als Video: https://www.turi2.de/aktuell/agenda-talk-2020-wie-die-generation-greta-medien-und-kommunikation-veraendert/

Feb 2020

1 hr 9 min