Um Seeed wirklich zu verstehen, muss man sich noch einmal ihre Geschichte vergegenwärtigen. Ende der Neunziger Jahre finden elf Musiker in Berlin zusammen, um gemeinsam live zu spielen, als Band-Kollektiv und Partyeinsatzkommando ohne doppelten Boden. Es gibt keine Blaupause, keinen Masterplan, keinen Star, keinen Hit. Da ist nur die Mucke und der Moment und eine lose Idee, inspiriert eher von Marching Bands in New Orleans und Soundsystems in Kingston als von irgendwelchen Konzepten, die in den Planspielen der deutschen Musikverwertungsindustrie eine Rolle spielten.
Mit Ansage den Regeln trotzen steckt also tief in ihrer DNA, wie bei so vielen erfolgreichen Künstlern. Und mehr noch: Seeed haben sich in all den Jahren eine Welt geschaffen, in der ausschließlich ihre eigenen Regeln zählen.